Kurz vor Allenstein

7. September 2022

Unser letzter längerer Fahrtag liegt vor uns. Die Reise nach Masuren zieht sich doch länger als erwartet.

Aber immerhin haben wir weiterhin ein Bombenwetter. Bei strahlend blauen Himmel verlassen wir Torun und fahren auf der A15 weiter nach Olsztyn, was früher Allenstein hieß.

Mit den polnischen Namen ist das so eine Sache. Beim Tippen breche ich mir jedes Mal die Finger und füge im Zweifelsfall immer noch einen Konsonanten extra ein. Ich erlaube mir hier daher, nach Lust und Laune zwischen den heutigen polnischen oder den deutschen Namen aus der Vergangenheit hin- und herzuwechseln. In Italien wäre es ja auch eher merkwürdig, wenn ich dauernd von Firenze und Venezia schreiben würde, wenn es die bekannten deutschen Namen auch gibt.

Arbeitspause in Brodnica

Auf der Strecke bietet sich Brodnica für eine gemütliche Arbeitspause an, da Annette ein Zoom-Meeting hat. An einem flammneuen Park am See finden wir ideale Bedingungen vor. Denn damit Annette in Ruhe konferieren kann, hüte ich in der Zeit die Hunde. Einen Kläffanfall von Toffi möchte man ja niemandem zumuten.

Aber bei Sonnenschein und schönen Picknickbänken lässt es sich gut abwarten, bis wir weiterfahren können.

Brodnica

Ziel in Sicht

Die Landschaft verändert sich auf den letzten Kilometern vor Allenstein langsam aber sicher. Die weite Landschaft, welche die Szenerie bisher bestimmt hat, wird abgelöst von Wäldern und einer kurvigeren Strecke. Das sieht doch gleich schon anders aus!

Das letzte Stück bis zu unserem anvisierten Agro-Camping ist dann Schotterpiste. Gut, dass es überall Hinweisschilder auf die zwei Campingplätze gibt, die nah beieinander liegen. Wir folgen Jürgens Empfehlung von womo.blog und wählen den links gelegenen der beiden Plätze.

Ukielsee

Unter Deutschen

Von der Lage sind wir sofort begeistert. Idyllisch unmittelbar am Rande des Ukielsees gelegen und mit unparzellierten Plätzen. So, wie wir es lieben. Und ein Platz am Wasser ist sogar auch noch frei!

Erleichtert stelle ich fest, dass die Betreiberin deutsch spricht, was die Kommunikation dann ja doch sehr erleichtert. Es scheint auch ein echt deutscher „Geheim“tipp zu sein: Alle Fahrzeuge, die wir sehen, kommen aus Deutschland.

Was mir ein wenig Kummer bereitet, ist die mal wieder sehr reservierte Dame. Kein Smalltalk, kein Lächeln, keine Herzlichkeit. Eher wirkt es so, als sei es eine große Last, den Bogen für die Übernachtungsgebühr auszufüllen und das Geld zu kassieren. Könnten die bitte mal alle bei Angus auf Barra eine Schulung machen? Es kann doch nicht so schwer sein, zumindest so zu tun, als sei man gastfreundlich!

Ukielsee

Seeblick

Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, genießen wir die Stille und den Frieden hier am Seeufer. Wobei: ganz so still und ganz so friedlich ist es auf dem Wasser nicht. Während es auf dem Campingplatz sehr entspannt und gechillt zugeht, kommen permanent mehr oder weniger laute Geräusche übers Wasser. Sei es nun das Tuckern eines Motorboots, das Jaulen eines Jetskis, oder ein Trainer, der per Megafon seine Rudertruppe anfeuert. Frei nach Reinhard Meys „Irgendein Depp mäht irgendwo immer“ ist es auf dem Wasser lauter als an Land.

Ukielsee

Wir genießen trotzdem unser Abendessen vor dem MoMo und können abends sogar den Mond über dem See aufgehen sehen.

Einen kleinen Schreck in der Abendstunde erleben wir dann auch noch. Gegen 21 Uhr hören wir plötzlich die Sirenen heulen. Und meine erste Vermutung ist natürlich sofort, dass es eine Art Fliegeralarm ist, weil Putin jetzt wirklich Polen angreift. Dann hätten wir aber mal so eine richtig bescheidene Wahl mit unserem Reiseziel getroffen. Auf eine Art sind wir dann erleichtert, als wir mehrere Martinshörner hören und offensichtlich „nur“ die Feuerwehr zu einem Brand ausrückt. Es sind schon verrückte Zeiten…

Ukielsee

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