Berneray und Uist

24. Mai 2022

Das Wetter fährt weiter Achterbahn mit uns. Morgens ist es so gruselig, dass man nur noch erahnen kann, wie schön es hier sein kann. Wir brechen auf.

Harris

Zum Glück gibt es mit dem Temple einen richtig guten Zufluchtsort bei so einem mistigen Wetter. Schon von außen sieht es aus wie eine kleine, feine Hobbithöhle. Und von innen fühlt man sich auf einmal in ein französisches Café versetzt: leckere Tartelettes, Pain au chocolat und dazu dann leckere hebridische Machair-Buns. Und einen kleinen Shop gibt es noch obendrein.

Temple
Temple

Fähre in den Süden

Da das Wetter keine Werbung für eine weitere Nacht auf Harris macht, beschließen wir, schon heute von Leverburgh nach Berneray überzusetzen. Und wir haben sogar Glück, dass wir statt mit der Abendfähre bereits am Nachmittag übersetzen können.

Leverburgh

Ganz norwegisch beabsichtigen wir gar nicht auszusteigen, sondern wollen es uns im MoMo für die knapp einstündige Überfahrt bequem machen. Viel Aussicht ist ohnehin nicht. Als plötzlich die Durchsage kommt, dass das Autodeck während der Überfahrt nicht betreten werden darf, kriegen wir kurz ein schlechtes Gewissen. Aber da wir im MoMo bleiben, setzen wir ja streng genommen keinen Fuß aufs Autodeck…

Berneray

Die Fähre kommt in Berneray an, der kleinen Insel, die zwischen Lewis und Harris auf der einen und den Uists auf der anderen Seite liegt. Schon vor drei Jahren hatten wir das Gefühl, dass wir hier noch nicht alles gesehen haben. Wie recht wir haben!

Denn der 10 £-Honesty-Box-Platz am East Beach ist wieder einmal ein traumhafter Stellplatz. Man sucht sich auf dem riesigen Areal den schönsten Platz aus und hat selbst bei dem regnerischen Wetter den schönsten Ausblick auf Strand, Meer und die anderen Inseln.

Berneray
Berneray

West Beach

Das Schöne an unserem Stellplatz ist, dass es keinen Check-out bis zum Mittag gibt. Man zahlt halt pro Nacht. Wir haben beim plötzlich sonnigeren Wetter richtig Lust, uns mal wieder zu bewegen. Da bietet sich die 7-Kilometer-Runde zum West Beach doch förmlich an.

Harris

Das größte Hindernis ist das Überqueren einer Kuhweide mit den Hunden – scheint auf Berneray zu unserem Pflichtprogramm zu gehören. Da diesmal aber kein Bulle dabei ist, geht es problemlos vonstatten.

Berneray

Der Weg zum Strand führt uns über einen kleinen Gipfel, von dem man noch einmal eine wunderbare Aussicht rundum hat. Wir können sogar schon unseren Lieblingsplatz an den Clachan Sands erkennen.

Berneray

Am Strand ist dann mal wieder Hebridenfeeling pur angesagt. Kein Mensch unterwegs, feinster Sand und türkisestes Meer mit den Bergen von Lewis und Harris als Tüpfelchen auf dem i. Wir können dank des Sonnenscheins sogar endlich einmal wieder unsere Picknickdecke aus Rhosili nutzen. Fast schon sommerlich…!

Berneray
Berneray
Berneray
Berneray
Berneray
Berneray
Berneray

Und noch einen Vorteil entdecken wir an unserem schönen Stellplatz auf Berneray: Um die Ecke kann man noch Seehunden beim faulen Sonnen zuschauen.

Berneray

Clachan Sands

Nachdem wir an der Fährstation noch einmal entsorgt haben, fahren wir über den Damm hinüber nach Uist. Es ist ein schönes Gefühl, zu wissen, wo man hinfährt – vor allem, wenn es einer unserer absoluten Lieblingsorte ist!

Als wir die letzten Meter in Schleichfahrt nehmen, wissen wir auch wieder, warum dieser Platz nicht überbelegt ist. Man muss erst mal hinkommen. Aber wenn man dann über die letzte Kuppe gefahren ist, ist der Ausblick in die Bucht und das Meer nach wie vor überragend.

Clachan Sands
Clachan Sands

Und wie es der Zufall will, können wir uns an praktisch demselben Ort hinstellen wie vor drei Jahren. Nur diesmal, dank Hecksitzgruppe, mit noch grandioserem Ausblick aus dem Womo.

Clachan Sands
Und das erste Mal Grillen – Hurra!

Beinahe Sonnenuntergang

Wir haben auf dieser Reise das Phänomen entdeckt, dass immer, wenn Annette einen grandiosen Sonnenuntergang vorhersagt, die Sonne eher früher als später in einer Wolkenwand versinkt. Ich habe ihr daher empört untersagt, auch nur von einem Sonnenuntergang zu reden. Annettes Gegenangriff: Sie sagt jetzt immer voraus, dass der Sonnenuntergang garantiert nichts kann…

Heute erleben wir am Strand dann beides: wunderbare Abendstimmung beim Strandspaziergang mit immer neuen Lichtspielen und Wolkenformationen. Dafür versinkt die Sonne wieder mal hinter den Wolken. Sie kommt dann aber später noch einmal schwach hervor und illuminiert zumindest den Horizont. Auch schön!

Clachan Sands
Clachan Sands
Clachan Sands
Clachan Sands
Clachan Sands

Prachtwetter

Wir müssen unseren Plan mit der Fähre schon wieder ändern. Denn an unserem gebuchten Termin ist Sturm vorausgesagt und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Fähre ausfällt. Ich reihe mich mal wieder in die Telefonwarteschlange bei Calmac ein und kann erneut umbuchen. Statt von South Uist nach Mallaig können wir morgen jetzt wie vor drei Jahren von Lochmaddy nach Uig auf Skye übersetzen.

Das bedeutet, dass wir nicht mehr unsere Lieblingsorte im Süden besuchen werden, sondern einen weiteren Tag im Norden verbringen werden. Die Entscheidung, einfach hier zubleiben, fällt bei herrlich sonnigem Wetter innerhalb von Sekunden. Besser als diese Aussicht geht es kaum.

Clachan Sands
Clachan Sands
Clachan Sands
Clachan Sands

Wir verbringen den Tag herrlich entspannt damit, einmal den Strand auf und ab zu laufen, das MoMo ein wenig für die Rückreise aufzuräumen und lecker zu essen.

Clachan Sands
Clachan Sands
Clachan Sands
Clachan Sands
Clachan Sands
Clachan Sands

Pünktlich zum Abend hin ziehen dann wieder dicke Wolken auf und werden uns den bevorstehenden Abschied von den Hebriden morgen erleichtern.

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Der wilde Westen von Mull

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2 Kommentare

  1. Eine schöne Reise und wie immer ein toller Bericht! Gute Weiterfahrt und hoffentlich auch noch passables Wetter.

    Antworten
    • Danke, Martina, das Wetter hat es die letzten 2 Tage am Loch Katrine sehr gut mit uns gemeint!

      Antworten

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