In Helen’s Bar

22. April 2022

Gestern war für uns ein Overkill-Tag. Es war einfach zu schön und zu viel auf einmal. Diese ganze Schönheit und Vielfalt der Eindrücke will ja auch mal verdaut werden.

Wir treten also noch mal auf die Bremse und entscheiden uns bewusst dazu, lieber weniger Orte anzulaufen, diese aber intensiver zu erleben. Was nicht so ganz einfach ist, wenn man noch 50 Orte auf seiner Liste hat, die wir doch auch alle noch gesehen haben wollen. Der Antrieb, immer weiter und weiter zu fahren, um noch mehr zu sehen, ist gewaltig.

Gleichzeitig war der gestrige Tag für uns aber auch wieder ein gutes Einnorden auf das, was uns wirklich wichtig ist. Nämlich auch einfach mal nur „da“ zu sein.

Schön hier

Wir sitzen beim Frühstück zusammen und überlegen, wie und wo es weitergehen soll. Und plötzlich ist die Entscheidung ganz klar: Hier ist es doch wunderschön, wir haben alles, was wir brauchen. Wir bleiben stehen und genießen den Blick auf die Bucht und die Berge auf beiden Halbinseln. So einfach, so gut!

Und weil wir so viel Zeit und jetzt auch Briefmarken haben, werden endlich die Postkarten für unsere Postkartenaktion geschrieben. Annette hat den guten Einfall, dass die selbst gedruckten Bilder vielleicht doch zu sehr in der Post leiden könnten und wir verpacken sie sicherheitshalber in einen Briefumschlag. Also nicht wundern, dass aus der Postkarte ein Brief geworden ist…

Postkartenaktion

Dank unserer wirklich sehr großzügigen Leser haben wir jetzt schon 145 Euro zusammen und hoffen, dass wir bald auch die 200er Schallmauer durchbrechen können. Wer also noch für Ärzte ohne Grenzen spenden will und im Gegenzug einen Momoblog-Postkartenbrief bekommen möchte: Hier kannst du das machen.

Helen’s Bar

Neben uns hat ein Womo mit einem freundlichen irischen Pärchen übernachtet und sie haben begeistert davon erzählt, dass man im Pub unten an der Straße gut und preiswert essen könne.

Zaunpfahl mit Charakter
Helen's Bar

Wir machen uns auf den Weg, um uns davon zu überzeugen. Was wir dort sehen, gefällt uns sehr. An einer Brückenkreuzung stehen einige blaue Picknicktische des Pubs. Unsere Enttäuschung, dass es die „Breaded Scampi“ heute nicht gibt, weicht schnell der Begeisterung, dass stattdessen Scallops angeboten werden. Scallops, das sind die Jakobsmuscheln, die uns schon in Schottland so unvergleichlich gut geschmeckt haben. Kein Vergleich mit dem, was man in Deutschland so angeboten bekommt.

Hier werden sie nicht gegrillt, aber in leckerem Bierteig serviert. Köstlich!

Helen's Bar

Auch unsere irischen Stellplatznachbarn, die uns den Tipp gegeben haben, kommen vorbei und wir unterhalten uns über ihre geplante Norwegenreise im Sommer (wir hatten da ein paar Tipps…) und über Hurling.

Hurling ist eine typisch irische Angelegenheit und morgen ist das Top-Spiel des Jahres, in dem Limerick und Waterford aufeinandertreffen. Ich stelle es mir als Mischung aus Eishockey und Rugby vor. Wir werden sehen, ob wir da morgen dabei sind. Angeblich wird das in jedem Pub übertragen.

Helen's Bar
Wenig vertrauenerweckend – aber er wird tatsächlich geleert!

Über den Friedhof

Den Weg zum Pub kann man übrigens über den Friedhof etwas abkürzen. Und es lohnt sich, weil es ein sehr skurriler Friedhof ist. Er ist quasi zweigeteilt in einen sehr ordentlichen Teil mit Grabstätten in Reih und Glied und in ein chaotisches Grabfeld, welches große neben kleinen Steinen hat und komplett uneben und verlottert wirkt.

Kilmakilloge
Kilmakilloge
Kilmakilloge
Hier werden Grabsteine auch auf der Rückseite beschriftet
Kilmakilloge

Noch mal in den Pub

Den Nachmittag verbringen wir lesend und gelegentlich den Kopf hebend, um ein „Hach!“ für die tolle Aussicht auszustoßen.

Kilmakilloge

Abends gehen wir dann kurz entschlossen noch mal in den Pub. Denn dort gibt es noch eine Seafood Platter, die wir nach unserem leckeren Mittagessen nicht unprobiert lassen wollen.

Diesmal setzen wir uns aber nicht nach draußen, sondern lieber in den warmen Pub. Und auch die gemischte Platte mit allem aus dem Meer schmeckt wieder richtig fein. Wer Seafood mag, wird im Westen Irlands auf jeden Fall glücklich.

Helen's Bar

Richtig Spaß haben wir dann noch mit dem Rugby-Match zwischen Ulster und Munster. Wir haben keine genauere Ahnung von den Regeln, sind aber begeistert davon, dass es härter und gleichzeitig jedoch fairer als Fußball zu sein scheint. Es gibt auch nicht die dauernden Unterbrechungen des American Football, sondern einen vergleichsweise hohen Spielfluss. Vor allem sind die Spieler richtige Charaktere.

Helen's Bar

Der Star des Abends ist aber das einjährige französische Kleinkind neben uns, dass sich intensiv mit dem elektrischen Kaminfeuer auseinandersetzt. An, aus. Tür auf, Tür zu. Das sieht mit den „Flammen“ des Kamins richtig gefährlich aus…

Helen's Bar

2 Kommentare

  1. Liebe Annette, lieber Micha, ich freue mich wieder über euren neuen Beitrag.
    Für die Postkarte vielen Dank.
    Übrigens habe ich meinen Reiseblog fertig bekommen (bei All- incl.com als Baukasten auf der Grundlage für WordPress), also für Anfänger wie mich ideal. Es fehlt noch einiges, aber das ergänze ich dann nach und nach.
    Wenn ihr gucken wollt:
    https://erwinkomm.de/home.html
    Liebe Grüße Tibor und Ulrike aus Rostock

    Antworten
    • Freut mich, dass du das mit dem Bloggen hinbekommen hast. Viel Spaß beim Schreiben!

      Liebe Grüße
      Micha

      Antworten

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