Die perfekte Welle

15. April 2022

Friedlich ist gar kein Ausdruck für unsere Nacht am Leuchtturm. Meeresrauschen ist alles, was wir nachts hören, nachdem spätabends ein röhrender Sportwagen weggefahren ist.

Nur das Wetter lässt zunächst noch zu wünschen übrig. Statt des angekündigten Sonnenscheins ist es nebligtrüb. Gut, wenn man da in aller Seelenruhe abwarten kann, ob sich noch etwas tut.

Hook Head

Denn unser Plan für heute ist überschaubar: abends ist in Waterford das Konzert von Sharon Shannon, für das wir gestern Karten gekauft haben. Waterford ist nur eine Autostunde entfernt, sodass wir beschließen, einfach so lange wie möglich am Hook Head zu bleiben. Gute Idee!

In den Klippen

Sehr zögerlich setzt sich im Tagesverlauf die Sonne durch, strahlt dann aber umso feiner vom plötzlich nahezu wolkenlosen Himmel.

Zusammen mit den Wellen, die hier auf die Klippen treffen, ist das ein formidabler Ausblick, den wir aus dem MoMo haben. Man kann hier sehr formidabel einfach in der Hecksitzgruppe lümmeln und aufs Meer hinaus blicken.

Hook Head

Noch besser ist es natürlich, etwas in den Klippen herumzulaufen und näher ans Wasser zu kommen. Hier hat man dann die Qual der Wahl. Man kann sich um die Wellen kümmern, die eine schöner als die andere vor der Küste brechen.

Hook Head
Hook Head
Hook Head

Oder man kann sich die Details auf den Felsen ansehen. Neben den obligatorischen Muscheln gibt es hier nämlich auch noch Fossilien zuhauf zu entdecken!

Hook Head
Hook Head

Postkarte ohne Porto

Zur Mittagszeit gehen wir noch mal zum Leuchtturm. Heute ist da richtig Betrieb, weil es bei dem Wetter natürlich ein Top-Ausflugsziel ist.

Wir können eine Postkarte für Fiona besorgen (Danke für die Spende!) und möchten uns auch gerne mit Briefmarken eindecken. „Sorry, my dear!“ ist die ältere Dame an der Kasse untröstlich, dass sie keine für uns hat. Da mischt sich aber John ein, der etwas zu ihr sagt, was wir zunächst nicht verstehen. „John meint, dass man für die Postkarten doch eigentlich gar kein Porto braucht“ erklärt uns die freundliche Lady. Das kommt uns dann aber doch zu merkwürdig vor und wir werden weiter nach Briefmarken Ausschau halten. Thanks for trying to be helpful, John.

Chowder und Scone

Im Imbiss gönnen wir uns dann noch das, was wir am liebsten essen: Für mich heißt das Seafood Chowder, für Annette Scones mit Jam und Cream.

Während Annette für ihren Scone nur höchst lobende Worte findet, lässt sich über meinen Chowder sagen, dass es eine üppige Portion mit ordentlich Fisch war. Aber geschmacklich werde ich da sicherlich noch feineres serviert bekommen.

Hook Head

Wellen, Wellen, Wellen

Im Laufe des Nachmittags zieht es mich dann immer wieder mal ans Meer zum Fotografieren. Man sieht tolle Wellen hereinkommen, die sich dann spektakulär brechen und schäumend an Land krachen. Sattsehen können wir uns daran wirklich nicht.

Hook Head
Hook Head
Hook Head
Hook Head

Wir sind von der entspannten Meeresstimmung hier am Hook Head absolut begeistert und würden am liebsten hier bleiben. Es kann doch nicht mehr viel schöner werden! Da ist es fast schon kontraproduktiv, dass wir von unseren vorigen Reisen in den Südwesten wissen: doch, kann es!

Mit der Fähre

Wir brechen am späten Nachmittag auf, damit wir zeitig in Waterford ankommen. Obwohl es Luftlinie gar nicht so weit ist, müsste man mit dem Auto einen enormen Schlenker um die Bucht von Waterford machen. Abkürzen kann man dies, indem man in Ballyhack über die Mündung des Flusses Suir übersetzt. Bei der kurzen Passage kommen bei uns schon Skandinavien-Vibes auf.

Fähre Waterford

Waterford entpuppt sich dann als erstaunlich schönes Städtchen, was bei dem prächtigen Frühlingswetter mit seinen netten Vororten fast schon ein wenig mediterran wirkt. Das Beste ist aber unser Übernachtungsplatz. Mitten im Zentrum gibt es einen großen Parkplatz, der nicht mal überlaufen ist und auf dem man mit dem Womo auch übernachten darf. Unser Weg zum Theatre Royal ist dadurch denkbar kurz: In 3 Minuten von Zuhause ins Konzert ist rekordverdächtig!

Waterford

Dress Circle

Das ist tatsächlich unser erstes Indoor-Konzert seit Beginn der Pandemie. Es ist ein merkwürdiges Gefühl aus Vorfreude und Sorge, Unbeholfenheit und Glückseligkeit, dass das wieder möglich ist.

Das Theatre Royal ist ein toller alter Bau mit 3 im Halbrund angeordneten Etagen. Die mittlere, wo wir sitzen, heißt merkwürdigerweise „Dress Circle“ – ob man hier nur angezogen reinkommt? Und was zieht man dann in den anderen Etagen an, respektive nicht an?

Was uns zunächst wirklich verwundert, ist die unfassbar geringe Beinfreiheit. Wir können hier wirklich nur breitbeinig oder komplett schräg halbwegs bequem sitzen. Es stellt sich als Glücksfall heraus, dass das Konzert nicht ausverkauft ist und in unserer Reihe reichlich Platz bleibt.

Beinunfreiheit

Das Konzert ist dann der erhoffte Genuss. Begleitet von Jim Murray und Jack Maher an Gitarren und/oder Mandoline, die bei einigen Songs auch den Gesang übernehmen.

Sharon Shannon

Der Star ist aber ganz klar Sharon Shannon, deren Finger so unfassbar schnell über Akkordeon oder auch Whistle fliegen, dass es kinderleicht aussieht. Im Mai ist sie übrigens in Deutschland auf Tour. Wer also hin will: dicke Empfehlung von uns!

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