Untypisch irisch

13. April 2022

Heute wollen wir die Wanderung um den Upper Lake in Glendalough machen, bevor es dann weitergeht in Richtung Südküste. Aber wie das so ist: spät aufstehen, nicht in die Pötte kommen und sich dann wundern, dass sich der Parkplatz um 11 Uhr merklich gefüllt hat und hier richtig was los ist.

Wir sind schwer mit uns am kämpfen, ob wir die Wanderung, die hier anscheinend alle machen werden, mit Toffi machen können. Annette denkt immer noch mit Schrecken an den Fulufjället zurück, wo sie am Ende des Tages einen komplett durchgeknallten, überforderten und dauerbellenden Hund am liebsten verschenkt hätte.

Und Wasserfall und viele Leute haben wir hier auch. Das Blöde: Alleine im MoMo wollen wir Toffi auch nicht lassen, weil die Wanderung 3 Stunden Minimum dauern soll. Also was tun?

Poulanass

Wir entscheiden uns dafür, lediglich eine kleine Runde zum Poulanass Waterfall zu machen, von der aus man dann auch einen kleinen Ausblick auf den See haben soll.

Ganz zufrieden mit unserem Kompromiss lassen wir Toffi im MoMo und machen uns auf die kurze Runde. Murphy’s Gesetz lässt grüßen: Wir begegnen kaum Menschen und keinem einzigen Hund auf der Runde…

Glendalough

Dafür genießen wir trotzdem die schönen Ausblicke unterwegs und machen uns anschließend auf den Weg nach Süden.

Glendalough
Glendalough

Spontaner Glücksgriff

Eigentlich wollen wir zum Hook Head, dem Kap mit dem ältesten funktionierenden Leuchtturm der Welt. Aber wie das bei uns so ist: Es kommt mal wieder ganz anders.

Annette entdeckt nämlich beim Schmökern auf der Strecke eine reizvolle Wanderung östlich von Wexford. Am Meer, mit langem Strand und mit einem Wäldchen am Raven Point. Da wir ohnehin in Wanderstimmung sind, wollen wir die wenigstens mit einem Strandspaziergang befriedigen.

Sommer, Sonne, Strand

Die Dünenlandschaft, die wir hier vorfinden, hätten wir in Irland eigentlich gar nicht erwartet. Hier ist doch eigentlich immer alles dramatisch, mit Klippen und dem rauen, rauen Meer!

Raven Point

Stattdessen stehen wir auf einem kleinen Strandparkplatz, hinter den Dünen direkt der endlose Sandstrand, sanftes Meer unter blauem Himmel. Wir fühlen uns eher nach Holland oder Dänemark versetzt!

Die Iren haben beschlossen, dass Sonnenschein gleichbedeutend mit Sommer ist und lassen (fast) alle Hüllen fallen und springen ins Meer. Die Kinder spielen in Badehose und -anzug am Strand, als wären sie auf Mallorca und auch wir genießen es, endlich mal wieder in einem T-Shirt am Meer entlangzulaufen. Aber die lange Hose bleibt bei uns dann doch an!

Raven Point
Raven Point

Pinienwald

Man kann von unserem Parkplatz 6 Kilometer bis zum Raven Point am Strand entlang laufen. Wobei es auf dem letzten Stück dann noch eine kleine Überraschung gibt: Statt der Dünen gibt es dann sogar ein Pinienwäldchen, was die Landschaft etwas abwechslungsreicher macht.

Raven Point
Raven Point

Nachdem wir uns auf halber Strecke erst mal in die Sonne gelegt haben, geht es zunächst mal durch das Wäldchen zurück. Auf und ab, auf schlängeligen schmalen Wegen durch ein luftiges Unterholz, in dem man aber deutlich langsamer vorankommt als am Strand.

Raven Point
Raven Point

Quietschender Sand

Eine Besonderheit weist der Strand hier dann auch noch auf: Er quietscht unter unseren Füßen! Im etwas weicheren Teil des Strandes gibt es bei jedem Schritt ein quietschendes Geräusch, als müssten unsere Sohlen mal geölt werden. Es gibt schon verrückte Naturphänomene!

Wir sind nach den 12 Kilometern dann vielleicht erschöpfter als man denken sollte und freuen uns, dass wir einfach hier stehen bleiben können. Hook Head muss noch warten!

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