Pembrokeshire

7. April 2022

Heute gibt es eine weitere Premiere: Unser erstes Full Welsh Breakfast steht auf dem Programm. Wir hatten gestern Abend gefragt, ob das wohl möglich sei und es wurde für uns möglich gemacht, obwohl gerade keine Hotelgäste im Haus sind.

Wir haben gut daran getan, diese Nacht etwas geschützter zu stehen, denn es hat in der Nacht ganz ordentlich gewindet. Und offensichtlich hat es alle Wolken weggeweht, denn es ist ein herrlich sonniger Morgen.

Parsonage Inn

Full Welsh Breakfast

Wir werden im Parsonage Inn freundlich empfangen und können uns an einen gedeckten Tisch setzen. Auch mal schön! Wir genießen es sehr, uns einfach mal bedienen zu lassen. Und so ein üppiges Frühstück für 8 € geht dann wirklich sehr in Ordnung.

Welsh Breakfast

Beim Aufbrechen halten wir noch einen kleinen Schwatz mit unserer Bedienung Ida. Es stellt sich heraus, dass sie ursprünglich aus Litauen kommt, eine Cousine im Kölner Raum hat und sie über ihren Großvater aus Ostpreußen eine ähnliche Fluchtgeschichte erzählen kann wie wir über die Familie meines Vaters. Bei ihr ist die Geschichte, dass die Familie nicht zur Evakuierung auf die Gustloff durfte, was sich als Segen herausstellte, da das Schiff anschließend mit 5-9000 Flüchtlingen an Bord von den Russen versenkt wurde. Eine Geschichte, die in der heutigen Zeit um so beklemmender ist.

Wir erhalten von ihr aber auch Tipps für die Tagesgestaltung. Insbesondere vom tollen Strand an der Barafundle Bay schwärmt sie in den höchsten Tönen.

Tenby

Unser Weg führt uns aber erst mal nach Tenby, dem schnuckeligen Hauptort dieser Ecke.

Hier ist alles auf Tourismus eingestellt. Aber zumindest in der Vorsaison gilt: für einen Tourismus, mit dem wir uns gerne anfreunden können. An allen Ecken und Enden merkt man, dass hier fleißig gewerkelt wird, um 2022 wieder eine normale Tourismussaison zu haben.

Tenby
Tenby
Tenby
Tenby
Tenby
Tenby
Tenby
Tenby

Wir erkunden den Ort und stellen fest, dass wir es hier gut aushalten können. Wir machen sogar so etwas außergewöhnliches wie einen Bummel durch verschiedene Geschäfte. Einfach weil wir es können. In Deutschland haben wir das schon ewig nicht gemacht.

Tenby
Tenby
Tenby
Erste Postkarte auf Reisen

Unter anderem können wir ausgiebig handgemachten Fudge probieren und uns schließlich zwei Tüten von der süßen Leckerei einpacken, die sicherlich für Wochen halten wird. Wir haben ja schließlich beim Naschikönig gelernt, dass man auch mit einem kleinen Stück ganz schön viel Geschmack in den Mund bekommt, wenn man nur bewusst genießt.

Tenby

Barafundle Bay

Wir machen uns nach dem ausgiebigen Stadtbummel zum von Ida empfohlenen Strand auf, der gar nicht so weit weg sein soll.

Pembrokeshire

Der Weg führt uns über die gewundene Landstraße zur Küste und wird zum Ende hin immer enger und enger. So eng, dass wir an einem Passing Place auch bei bestem Willen nicht mehr an einem PKW vorbeikommen. Also setze ich beherzt zurück und unterschätze wohl die Elastizität der Böschung. Es gibt ein leises Plopp und beim Aussteigen am Parkplatz stelle ich fest, dass unser Plastikschürze am Heck mir das wohl übel genommen hat. Jetzt haben wir einen Riss im Plastik…

Kaputte Heckschürze

Der Parkplatz liegt nicht direkt an der Bay. Diese ist nämlich nur zu Fuß zu erreichen. Wir können unterwegs schon einen Teil der beeindruckenden Steilküste bewundern.

Barafundle Bay

Die Barafundle Bay ist dann ein wirklich feinsandiger Strand an dem die Hunde mal wieder toben dürfen. Das hat Toffi auch bitter nötig, nachdem sie auf dem Hinweg mit ihrer Pöbelei gegenüber anderen Hunden Annette schon wieder etliche Nerven gekostet hat.

Sie darf sich jetzt wirklich gerne mal bei Elli abgucken, wie fröhliches Spielen am Strand geht!

Barafundle Bay
Barafundle Bay

Saint Govans Head

Nur einen Schlenker weiter gibt es an der Steilküste bei Saint Govans Head jede Menge tolle Dinge zu entdecken. Das Gebiet ist Teil eines militärischen Sperrgebietes, was aber nur von Zeit zu Zeit genutzt wird und ansonsten der Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur vor dem Aufheben von militärischem Gerät wird gewarnt – das könne schon mal das Leben kosten.

Hier gibt es die St. Govan’s Chapel, eine kleine Kapelle, die so ungewöhnlich und perfekt eingepasst in die Klippen gebaut ist, dass man von oben zunächst denkt, dass es gar keinen Zugang geben kann.

Es ist schon irre, an welch abgefahrenen Stellen die Leute früher etwas gebaut haben.

Saint Govans Head
Micha beim Fotografieren
Saint Govans Head
Annette und Toffi

Aber es gibt hier auch ganz natürliche Kuriositäten. Der Huntsman’s Leap (Jägersprung) erinnert ein bisschen an den Kjeragbolten in Norwegen. Eine Schlucht mit einer Stelle, die ein Jäger wohl überspringen können soll und in deren Mitte ein Steinblock klemmt.

Wir beobachten zwei Kletterer, die sich in die Schlucht abseilen und stellen mit feuchten Händen vom Zugucken mal wieder fest, dass das definitiv nicht unser Sport ist.

Saint Govans Head

Beim anschließenden Weg zum Saint Govan Head können wir erfolgreich den eisigen Wind ignorieren und stattdessen die herrliche Aussicht genießen, die man hier in alle Richtungen hat. Und auch die Wellen, die unermüdlich gegen die Klippen branden, werden einfach nicht langweilig.

Saint Govans Head
Saint Govans Head

Camping-Wiese

Auf dem Weg waren wir durch das Örtchen Bosherston gekommen und haben die große Wiese des „Campingplatzes“ gesehen. In Anführungszeichen deshalb, weil hier einfach der Bauer ein Feld mit einem Frischwasseranschluss, einer Spülgelegenheit und mehreren Dixieklos vollgestellt hat. Man kann sich hinstellen, wo man möchte und bezahlt wird der Preis von 5 Pfund jetzt in der Vorsaison per Honestybox. Da sind wir gerne dabei.

Honesty Box

Und nach einem kleinen Schauer bei Sonnenschein präsentiert uns Südwales unseren ersten Regenbogen der Reise. Schön hier!

Saint Govans Head
vorher
Saint Govans Head
nachher

3 Kommentare

  1. Hallo Annette und Micha,

    ich bin mega stolz, dass die erste Postkarte, die ihr abgeschickt habt, an mich sein wird. Vielen Dank für die Mühe damit .
    Jeden Morgen ist euer neuer Reiseblog-Eintrag Frühstückslektüre für mich … freue mich immer schon darauf.

    Und in diesem Beitrag bin ich überrascht, das auf Wales sogar Palmen wachsen und gedeihen – da ist doch im Winter bestimmt lausige Kälte oder ?

    Euer Reiseblog ist fantastisch – großes Lob – sowas hätte ich auch zugerne.
    Dennoch könnte ich es sicher nicht so toll gestalten wie ihr.
    Weiterhin allzeit gute Fahrt und dass der Sonnengott Euch begleiten möge.

    Antworten
    • Das mit der Frühstückslektüre habe ich jetzt schon öfter gehört. Jetzt weiß ich, wie sich Zeitungsmacher fühlen. 🙂

      Palmen wirst du wohl auch noch öfter in unseren Irlandbeiträgen finden – der Golfstrom macht’s möglich! Glaubt man bei dem eisigen Wind, den wir gerade haben, nicht. Aber das Klima ist hier eher gemäßigt!

      Antworten

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