Strecke machen

11. August 2021

Der geneigte Leser wird es bemerkt haben: Es gab einen Tag Auszeit. 

Aber an den Fahrtagen, wo wir weniger erleben, gönne ich mir jetzt den Luxus, mal nicht täglich zu bloggen, sondern auch mal mehrere Tage zusammenzufassen.

Tut zum Ausgleich auch mal gut!

Unser Platz auf dem Övägen gefällt uns so gut, dass uns die Weiter­fahrt schwer­fällt. Das ist so entspannt hier! Aber anderer­seits: Uns trennen noch über 1000 Kilometer von zu Hause. Die wollen irgend­wann dann doch einfach wegge­fahren werden.

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Und da trifft es sich ganz gut, dass mehr oder weniger überra­schend ein regel­rechter Wolken­bruch einsetzt. Von sonnig über tröpfeln zu pladdern dauert es nur wenige Augenblicke. 

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Märchen­schleuse

Wir teilen uns die Strecke in kleine Etappen ein, auf denen Trüffel­schwein Annette immer feine Pausen­plätz­chen raussucht.

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Ein beson­deres Kleinod ist eines, welches sie hinter Västerås ausfindig macht: das Ekomu­seum Bergs­lagen. Hier gibt es einen Platz an einem kleinen lauschigen Kanal, an dem entlang man wahrschein­lich super paddeln oder Fahrrad fahren kann. Leider ist mein Rücken immer noch malade, sodass wir uns das für einen späteren Besuch aufheben müssen.

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Vättern mit Aussicht

Unser Tages­ziel ist das Natur­schutz­ge­biet Omberg an der Ostküste des Vättern­sees. Das Beson­dere hier ist die exponierte Lage weit oberhalb des Sees und die Einbahn­stra­ßen­füh­rung von Süd nach Nord. 

Es gibt hier mehrere Möglich­keiten, für die Nacht zu parken, aber wir sind schon reich­lich spät und es ist voll. 

Am ersten Platz sind junge Vanlifer unter sich. An einem großen, asphal­tierten Parkplatz ohne Aussicht steht dann die Weißware der älteren Genera­tion. Beides nicht so unseres. Und an einem schicken Platz am Ufer des Sees ist es auch gut belegt – diesmal mit jungen Familien. Unser letztes As im Ärmel war heimlich mein Favorit: ein Platz oberhalb des Sees mit Panora­ma­aus­blick. Aber auch der: vollbe­legt mit trendigem Jungvolk. Irgendwie erhöhen wir diesmal deutlich den Alters­schnitt der Leute, die hier stehen wollen. Leicht frustriert und mit wenig Hoffnung fahren wir die urige Einbahn­straße durch den dichten Wald weiter und sehen wenig Veran­las­sung, noch etwas Gescheites zu finden. Sollen wir die Runde nochmal drehen und uns auf den aller­ersten Platz stellen?

Aber wie durch ein kleines Wunder finden wir dann doch noch einen mehr als anspre­chenden Platz. Zwar nicht mit dem 180°-Panoramablick, aber mehr als hinrei­chend, um den wunder­baren Sonnen­un­ter­gang noch zu bewun­dern. Und für eine himmlisch ruhige Nacht an der Einbahn­straße, die nachts niemand mehr befährt.

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Schott­land-Kloster

Annette hatte heraus­ge­funden, dass es hier noch die Kloster­ruine Alvastra in der Nähe gibt. Und bei uns werden dadurch natür­lich Schott­land­ge­fühle wach: Ruine geht immer!

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Und tatsäch­lich erinnert uns hier vieles an Schott­land, auch wenn wir den Eindruck haben, dass die Schotten es irgendwie besser drauf haben, ihre Uralt-Gebäude authen­tisch in Szene zu setzen. Die nachträg­lich bepflanzten Mauer­kronen sehen sehr hübsch, aber irgendwie nicht „echt“ aus. 

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Anderer­seits: Der Polster­sessel im Kirchen­schiff ist schon eine sehr gute Idee!

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Und die Influ­encer-Pest hat auch hier voll zugeschlagen. Ich fotogra­fiere eine Influ­en­cerin, wie sie ein Influ­en­cer­pär­chen fotogra­fiert, dass einen coolen Dude fotogra­fiert, der an der Ruine hochge­klet­tert ist, obwohl überall „Klettern verboten“-Schilder angebracht sind. Oh boy… 

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Wande­rung mit Rücken

Mein verknackter Rücken hat uns in den letzten Tagen von größeren Aktionen abgehalten. Heute wollen wir wenigsten die einstün­dige Wande­rung auf den Hjässan machen. Das ist ein Aussichts­punkt, von dem man den gesamten Vätternsee überbli­cken kann.

Glück­li­cher­weise geht es dem Rücken mit jeden Schritt ein bisschen besser und auch die Steigung macht er gut mit.

Der Ausblick versteckt sich bis zur letzten Sekunde, ist dann aber ein wirklich beein­dru­ckendes 360°-Panorama, wo man auch das erstaun­lich flache Hinter­land bewun­dern kann.

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Verrückter Zufall

Anschlie­ßend an die Wande­rung geht es wieder auf die Straße. Die E4 hat uns wieder! 

Kurz hinter Värnamo haben wir an einem Motor­boot­an­leger ein schönes Pausen­plätz­chen ausfindig gemacht. Als wir gerade dort einparken, bimmelt Annettes Handy. Es sind Ronny und Isabell, die wir in der Nähe des Skule­skogen kennen­ge­lernt haben: „Ihr seid gerade an uns vorbei­ge­fahren.“ Aus der Reihe „Verrückte Zufälle“ kurz hinter unserem Treffen mit Leo und Teresa in der Schweiz!

Wir gehen am Motor­boot­hafen entlang zum vielver­spre­chenden Hunde­bad­plats, der am Ende einer Landzunge sein soll. Aber der ist dann eher ernüch­ternd langweilig – nicht zu verglei­chen mit den dänischen Hunde­wäl­dern. Und angeleint müssen die Hunde trotzdem bleiben – was soll das denn?

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Spontanes Glück

Unser eigent­li­ches Tages­ziel liegt noch 100 Kilometer entfernt. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass da noch was besseres kommen könnte. Denn wir befinden uns ganz in der Nähe des Bolmen­sees, der uns auf unserer aller­ersten Schwe­den­tour schon gefallen hat. Und angeb­lich gibt es mehrere attrak­tive Möglich­keiten, hier einen Platz für die Nacht zu finden.

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Direkt unser erster Versuch ist ein Volltreffer: Der Badplats Södra Fyllen ist wie gemacht für unseren voraus­sicht­lich letzten Abend in Schweden: kein Mensch da, schöner kleiner See, große Wiese, Picknick­tisch. Bäm!

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Das Beste ist fast, dass wir hier die Hunde endlich einfach mal flitzen lassen können und sie raufend und Haken schla­gend um die Wette rennen. So schön!

Grillen am See

Annette stellt fest, dass wir auch noch Grillgut im Kühlschrank haben, was wir nicht wieder mit nach Hause nehmen wollen. Daher wird der Tisch gedeckt, der Grill angeschmissen und wenig später gibt es Würst­chen und Lofot­burger, die mit Rucola und der leckeren Romsås von Bergmans gleich noch mal so gut schmecken.

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Der wilde Westen von Mull

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