Skule­skogen West

6. August 2021

Der Plan für den heutigen Tag steht: Wir wollen die paar Kilometer zum Skule­skogen-Natio­nal­park fahren und uns die Top-Attrak­tionen Slått­dals­s­kr­evan (eine irre Schlucht) und den Ausblick auf die Höga Kusten erwan­dern. Annette schnip­pelt fleißig Proviant zurecht und gerade, als wir start­klar sind, unter­halten wir uns mit dem deutschen Pärchen, die uns gestern Abend noch so nett begrüßt haben. 

Versackt am See

Und ab da ist unser Plan für die Tonne. Denn wir kommen einfach nett ins Gespräch. Wir stellen fest, dass Ronny und Isabell gar nicht allein reisen, sondern dass da auch zwei Kinder zur Besat­zung des Wohnmo­bils gehören. Wir verstehen uns so gut, dass es einfach Riesen­spass macht, sich mal wieder länger mit Leuten zu unter­halten. Man kommt vom Hölzchen aufs Stöck­chen und wieder zurück, sodass wir irgend­wann auf die Uhr gucken und (nicht ganz überrascht…) feststellen, dass es 16 Uhr geworden ist. Upsi. So viel zum Thema Pläne.

Aber wir freuen uns einfach, mal wieder unter­wegs einfach nette Leute getroffen zu haben, mit denen man gar nicht erst warm werden muss. War schön mit euch!

Ronny, Isabell und Kinder

Planän­de­rung

Aber natür­lich bedeutet unsere spätere Abreise auch, dass wir unseren Plan vom Morgen getrost in die Tonne kloppen können. Wir sind nicht sicher, ob wir mit dem MoMo einen Parkplatz am Nord- oder Südein­gang kriegen werden und würden jetzt auch nicht mehr zu einer 5‑Stunden-Wande­rung aufbrechen.

Wir fahren daher zum deutlich weniger bewor­benen Eingang West. Eine gute Wahl! Hierhin kommt man aus nördli­cher Richtung nur, wenn man eine weitere schwe­di­sche Autobahn­spe­zia­lität befolgt: Rechts abbiegen, um dann von der Seite aus, quer einmal mitten über die Autobahn zu fahren. Was in Deutsch­land undenkbar wäre, klappt hier im Norden erstaun­lich problemlos, auch wenn die E4 recht gut befahren ist.

Zweimal Aussicht, bitte!

Hier am Westein­gang gibt es einen vergleichs­weise mickrigen Parkplatz, auf dem wir aber noch einen Platz fürs MoMo finden. Und das überaus prakti­sche an diesem Zugang zum Natio­nal­park ist, dass es gleich zwei Aussichts­punkte gibt, die man schnell und ohne große Anstren­gung errei­chen kann. Genau so einen Quickie können wir zu dieser fortge­schrit­tenen Stunde doch brauchen!

Skuleskogen

Schon der Eingangs­be­reich des Skule­skogen ist hier ein echter Hingu­cker. Über einen Holzsteg schwebt man über dem Wald und hat dadurch einen tollen Blick auf das feine Gras, die von Flechten überzo­genen Baumstämme und das saftige Moss. Herrlich verwunschen!

Skuleskogen

Nylands­ruten

Der Weg zum nahege­le­genen Nylands­ruten ist dann ein barrie­re­freier Rollstuhlweg – vorbild­lich. Einen Teil kann man als Fußgänger aber auch querfeldein gehen und daraus einen Rundweg machen. So wie wir. 

Skuleskogen

Was hier auffällt, sind die grauen Flechten, die manche Bäume nahezu komplett überziehen. Wir haben ja gelernt, dass Flechten etwas positives sind und immer Anzei­chen für beson­ders reine Luft sind. Aber hier sieht es teilweise schon etwas unheim­lich so aus, als würden die Flechten die Bäume regel­recht auffressen.

Skuleskogen
Skuleskogen

In der Ferne sehen wir tatsäch­lich das Meer. Und unter uns den dunklen See Långt­järnen, der mystisch im Tal tief unter uns liegt. 

Skuleskogen
Skuleskogen

Långt­järn­häl­l­orna

Auch der Weg zum zweiten Aussichts­punkt, dessen Namen ich mir unmög­lich merken kann, ist angenehm zu laufen, da man über Bohlen geführt wird und auch hier nicht wirklich kraxeln muss. Wahrschein­lich ist der Eingang West vor allem für Gehfaule (wie wir es heute sind) konzi­piert worden.

Skuleskogen

Wir errei­chen die Aussicht nach wenigen Minuten und sind mal wieder von der Stille überwäl­tigt. Nicht nur, weil hier ja eine Top-Attrak­tion eines Natio­nal­parks ist, an der niemand ist (und auch keiner kommt, während wir da sind). Sondern eine Stille, wie man sie hier in Skandi­na­vien so oft vorfindet. Wenn nicht mal der Wind weht, hört man einfach: nichts.

Skuleskogen

Und so sitzen wir da und genießen das warme Abend­licht, kuscheln mit den Hunden und sind glück­lich, dass unser vertrö­delter Vormittag in jeder Hinsicht die genau richtige Entschei­dung war. 

Skuleskogen
Annette und Elli
Toffi

Wir lieben diese Unvor­her­seh­bar­keit des Womo-Reisens!

Skuleskogen
Höga Kusten

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Der wilde Westen von Mull

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