So richtig Lappland

3. August 2021

Das ist ja fein! Nach der eisigen Nacht mit 2° scheint die Sonne und wärmt uns kräftig auf. Zumin­dest durch die Scheiben des MoMos.

Wir sind gespannt, wie sehr sich der Parkplatz füllen wird. Schließ­lich ist das hier ein Natio­nal­park und ein Einstieg in den berühmten Kungs­leden. Aber viel passiert da nicht. In den 2 Stunden, die wir in den Tag hinein trödeln, kommen vielleicht eine Handvoll Autos an. Manchmal werden auch nur die Wanderer mit ihren fetten Rucksä­cken für eine Mehrta­ges­wan­de­rung auf dem Kungs­leden abgeliefert. 

Wanderung Pieljekaise

Pielje­kaise

Wir wollen heute die Strecke zum Pielje­kaise laufen, dem Berg, der dem Natio­nal­park seinen Namen gegeben hat und übersetzt so viel wie „Ohren­berg“ bedeuten soll.

Wanderung Pieljekaise

Das erste Stück führt uns durch fantas­tisch-märchen­haften Birken­wald. Aber nicht mit so Birken, wie ihr die von Zuhause kennt. Es sind viel knorri­gere, kleinere und dichter stehende Bäume. Fast so, als wüssten sie, dass sie zusam­men­rü­cken müssen, um die unwirt­li­chen Winter überstehen zu können.

Wanderung Pieljekaise
Wanderung Pieljekaise

Wo es zunächst auf fast schon breit zu nennenden Wegen zügig voran­geht, dürfen wir bald schon etwas enger, steiniger und holpriger den Berg hinauf­steigen. Da wir aber den Aufstieg zum Hoven noch in guter Erinne­rung haben, läuft das bei uns unter Pillepalle. 

Wanderung Pieljekaise
Wanderung Pieljekaise
Wanderung Pieljekaise
Wanderung Pieljekaise

Nach 3 Kilome­tern errei­chen wir die Schutz­un­ter­kunft Jäckviksgården und legen ein Päuschen ein. Und weil sogar ein Schauer über uns hinweg­zieht sind wir ganz froh, dass wir den in der Hütte aussitzen dürfen. 

Wanderung Pieljekaise

Den ganzen Weg zum Pielje­kaise machen wir dann nicht mehr, sondern haben uns das Ziel gesetzt, wenigs­tens noch deutlich über die Baumgrenze zu kommen. Wir freuen uns über die Weitsicht, die man zuvor so gar nicht hatte. Weniger freuen wir uns über den auf einmal so bedeckten Himmel und den leichten Landregen, der immer mal wieder einsetzt.

Wanderung Pieljekaise
Wanderung Pieljekaise
Wanderung Pieljekaise
Wanderung Pieljekaise

Schönes Arjeplog

Wir fahren nun weiter nach Osten. Die Straße ist bestens ausge­baut, sodass sogar mal ein Tempo-100-Schild aufge­stellt wurde. Wir rasen!

Lappland

Mit jedem Kilometer wird die Landschaft schöner und lapplän­diger. Genau so habe ich mir im Vorfeld diese Landschaft vorge­stellt. Wälder, Seen, unend­liche Weite in alle Richtungen. Wir sind spontan verliebt und vermerken schon mal, dass wir diese Ecke Schwe­dens auf einer späteren Reise inten­siver erkunden wollen. Hier lässt es sich gut leben!

Arjeplog

In Arjeplog gucken wir uns zur Abwechs­lung mal ein Museum an. Hatten wir auf dieser Reise ja noch gar nicht.

Silbermuseum

Im Silver­mu­seet gibt es eine Ausstel­lung zum Leben der Samen in Lappland. Ein beson­derer Schwer­punkt sind die Silber­schmie­de­ar­beiten, die in einer leider ziemlich düsteren Ausstel­lung präsen­tiert werden. Wenn ihr was zur Kultur der Samen, zur Natur und Tierwelt Lapplands und dem Leben in alten Zeiten wissen wollt: Hier werdet ihr fündig. Unser Lieblings­fund­stück: die Kombi aus Schaukel und Töpfchen. Warum sich das nicht weltweit durch­ge­setzt hat…?

Silbermuseum
Silbermuseum

Lappland pur

Auch auf unserer Straße Richtung Süden werden wir wieder mit feinster Lappland-Romantik verwöhnt. Wälder! Seen! Auch Rentiere sind inklu­sive und stehen schon mal komplett reglos auf der Straße, als seien sie sich sicher, dass ihnen nichts passieren kann. 

Rentier

Wir finden nach all den versperrten Zufahrten zum See eine erstaun­lich große geschot­terte Fläche direkt am Uddjaure. Hier verteilen sich die Womos auf ganz selbst­ver­ständ­liche Art und Weise, sodass alle ihre Ruhe haben. So muss das sein!

Uddejaure
Uddejaure
Uddejaure
Uddejaure

Wir richten uns häuslich ein und schmeissen bei strah­lendem Sonnen­schein Würst­chen und Lofot­burger auf den Grill. Wenn nicht der kräftige Wind wäre – so ließe es sich bis Sonnen­un­ter­gang aushalten. Aber der Wind macht irgend­wann unsere Finger so eisig, dass wir uns die Landschaft doch lieber von drinnen ansehen. 

Uddejaure
Uddejaure

Schön, dass du ein Stück mit uns mitgefahren bist!

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Der wilde Westen von Mull

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