Entschä­di­gung

27. Juli 2021

Was haben wir gestern gehadert. Und auch heute fängt der Tag wenig anders an als der gestrige aufge­hört hat. Der Nebel ist ledig­lich heller geworden. Als aber beim Frühstück auf einmal ein Ansatz der Berge ringsum zu sehen ist, überlegen wir, ob das ein gutes Zeichen ist und sich auch hier oben auf Langøya das gute Wetter durch­setzt. Dann würden wir die Dronning­ruta laufen, eine Wande­rung mit spekta­ku­lären Aussichten.

Myre

Aber der Nebel wird schon wieder dichter und die Vorher­sagen für diese Region sind nicht hundert­pro­zentig sonnig. Und da der Wetter­be­richt für die Lofoten nichts anderes als reinen Sonnen­schein vorher­sagt, sind wir einfach weg. Ab zur Sonne!

Myre

So schnell so schön

Und das Verrückte passiert praktisch schon nach ein paar Kilome­tern: Der Nebel ist weg und vor uns liegt nur noch Fjord und gewal­tige Landschaft. Meine Güte, was wir gestern alles nicht gesehen haben!

Myre
Myre

Wir folgen wieder mal unserem Prinzip der „road less traveled“ und nehmen bewusst nicht die schnelle RV82, sondern den Eidsfjor­dveien, der uns mit Blick auf die Berge jenseits des Fjords verwöhnt und vor allem nahezu menschen-(sprich: auto-)leer ist. Wunderbar entspannt zu fahren, auch wenn die Straße manchmal etwas hubbelig wird. 

Myre
Eidsfjordveien
Eidsfjordveien
Eidsfjordveien
Eidsfjordveien
Eidsfjordveien

Das Beste sind dann die Aussichten aufs weite Meer und später auf die Böröy­sund­brücke, die aus der Entfer­nung noch schmal und zerbrech­lich wirkt, aber aus der Nähe dann gewaltig nach oben steigt und in elegantem Schwung hinüber Richtung Hadse­loya führt.

Brücke
Hurtigruten-Museum
Das spekta­ku­läre Hurtigruten-Museum

Von Hadse­loya aus werfen wir dann schon alsbald einen ersten Blick auf die mächtige Lofoten­wand von Austvå­gøya und müssen uns wirklich kneifen: Da fahren wir tatsäch­lich gleich mit der Fähre hin!

Austvå­gøya

Auf der Fähre gleiten wir dann nahezu lautlos und bei schönstem Sommer­wetter auf die Lofoten zu. Viel besser kann man das nicht haben! Uns gefällt ja vor allem der Strøna, ein Verwandter unseres Lieblings­berges Niesen im Berner Oberland. 

Lofoten
Lofoten

Nach der Ankunft in Fiskebøl folgen wir auch hier nicht der vielbe­fah­renen E10 nach Svolvaer, auch wenn das landschaft­lich bestimmt super sein würde. Wir fahren lieber die kleine Straße, die an der Nordseite der Insel entlang­führt. Wer. Kann denn auch ernst­haft zu dem Namen Midnats­sol­veien (Mitter­nachts­son­nen­straße) nein sagen?

Lofoten

Die Straße führt uns entlang maleri­scher Fjordein­buch­tungen und teilweise durch sogar richtig ländlich wirkende Gegenden.

Lofoten
Lofoten

Wir merken nachmit­tags, dass es langsam Zeit wird, das Gesehene auch mal zu verar­beiten und einen Gang runter zu schalten. Man kommt bei all der Grandio­sität ja gar nicht mehr hinterher!

Lofoten

Schon wieder Camping

Von den Bildern im Internet könnte der Sands­letta Camping­platz ja etwas für uns sein. Aber kurz vorher finden wir auch wunder­bare Stellen zum Freistehen am Wasser – was also tun? Wir entscheiden uns dafür, einen Blick auf den Camping­platz zu werfen und dann zu entscheiden. Und als wir traum­hafte Lage sehen und merken, dass wir nicht an der Straße, sondern direkt am Wasser stehen können, fällt die Entschei­dung dann ganz schnell.

Da es Nachmittag ist, gibt es gar freie Platz­wahl. Nicht mal im Ansatz vollbe­legt – das ändert sich aber gegen Abend, als immer mehr Fahrzeuge ihre Tagestripps beenden. Die kriegen dann aber nicht den tollen Platz, wo wir jetzt stehen: Direkt am Wasser mit Zugang zu den Booten, die hier am Camping­platz kostenlos benutzt werden dürfen. Da sind die 270 Kronen für den Stell­platz wirklich ein richtig gutes Angebot!

Sandsletta
Sandsletta

Paddel­glück

Bei den Booten hat man die Auswahl zwischen Tretboot(!), Ruder­boot oder Hartscha­len­kajak. Da man auch hier keine Pumpe für unsere Scubis hat, weichen wir gerne auf das angebo­tene Kajak aus.

Ich fahre allein los und werde schnell mit dem neuen Gefährt vertraut – es lässt sich hervor­ra­gend fahren. 

Hinter einer Biegung finde ich dann ein absolutes Traum­haus – viel besser kann man es von der Lage kaum vorfinden. Würde ich glatt nehmen!

Sandsletta

Und dann noch die Möwen- und Seeschwal­ben­insel direkt vor der Haustür. Ich setzte mich still hin und beobachte das Treiben. Für einen kurzen Augen­blick paradie­si­scher Frieden.

Sandsletta

Nachdem wir uns standes­gemäß bei diesem Pracht­wetter unsere Lofot­burger und Würst­chen gegrillt haben, kommt Annette auch noch mal in den Genuss einer Paddel­tour unter­halb der Lofoten­kuppe. Wieder was gelernt: Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass man auf den Lofoten mit so spiegel­glatter Wasser­ober­fläche rechnen kann.

Lofotburger
Sandsletta

Wenn wir nicht wüssten, dass es noch viel Tolles auf den anderen Lofoten­in­seln zu entde­cken gibt: Wir würden an diesem schönen Fleck Erde jetzt ein paar Tage abhängen.

Sandsletta

Schön, dass du ein Stück mit uns mitgefahren bist!

Trag dich gerne in unseren Newsletter ein, um unsere Reiseberichte direkt in deinen Posteingang zu bekommen.

Der wilde Westen von Mull

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Lappland 2021
Heimreise in Häppchen

Heimreise in Häppchen

Donnerstag Unser Übernachtungsplatz am Badestrand erweist sich als Volltreffer. Komplett ruhig, mückentechnisch okay und ideal mit den Hunden. Viel besser gehts nicht. Auch die Abfahrt über die reichlich ausgewaschene Schotterpiste gelingt mit etwas Schwung und gutem...

Strecke machen

Strecke machen

Der geneigte Leser wird es bemerkt haben: Es gab einen Tag Auszeit. Aber an den Fahrtagen, wo wir weniger erleben, gönne ich mir jetzt den Luxus, mal nicht täglich zu bloggen, sondern auch mal mehrere Tage zusammenzufassen.Tut zum Ausgleich auch mal gut! Unser Platz...

Entspan­nungstag

Entspan­nungstag

Da ich gestern komplett fertig war, ist das Blogschreiben liegen geblieben. Das wird brav am Vormittag nachgeholt und als ich mit dem Schreiben fertig bin, brechen wir für einen Weg auf den Küstenweg auf. Aber meine Rückenschmerzen sind schlimmer als zuvor und nach...

Überra­schung Ostküste

Überra­schung Ostküste

Das war eine brutale Nacht. Nein, nicht weil wir einen schlechten Stellplatz gewählt haben. Eher wegen der Umstände. Ich habe mir auf der Skulskogen-Wanderung den Rücken verknackst und entsprechend schlecht liegen können. Immer wieder hin und her drehen. Aber Annette...

Skule­skogen Nord

Skule­skogen Nord

Nach einer sehr ruhigen Nacht werden wir früh aktiv. Wir fahren von einem Skuleskogen-Eingang zum nächsten. Hört sich gar nicht so dramatisch an, ist aber ein Trip von einer guten halben Stunde. Wir möchten sichergehen, dass wir am Nordeingang einen Parkplatz...

Skule­skogen West

Skule­skogen West

Der Plan für den heutigen Tag steht: Wir wollen die paar Kilometer zum Skuleskogen-Nationalpark fahren und uns die Top-Attraktionen Slåttdalsskrevan (eine irre Schlucht) und den Ausblick auf die Höga Kusten erwandern. Annette schnippelt fleißig Proviant zurecht und...

Auf dem Sagavägen

Auf dem Sagavägen

Frühmorgens werden wir vom vertrauten Geräusch von Regen, der aufs MoMo-Dach pladdert wach. Hä? Es waren doch noch drei Tage schönes Wetter angesagt? Aber die Morgenstunden sind verregnet. Dumm, wenn man dann die Stühle fürs Frühstück hat draußen stehen lassen. Und...

Neue Heimat

Neue Heimat

Heute ist ein großer Tag. An den ersten Tagen der Reise war Annettes großes Vorhaben: „Wenn wir in Schweden snd, dann fahre ich auch mal wieder.“ Als wir dann im einsamen Norden waren, habe ich sie immer mal wieder daran erinnert, aber wir sind irgendwann so...

So richtig Lappland

So richtig Lappland

Das ist ja fein! Nach der eisigen Nacht mit 2° scheint die Sonne und wärmt uns kräftig auf. Zumindest durch die Scheiben des MoMos. Wir sind gespannt, wie sehr sich der Parkplatz füllen wird. Schließlich ist das hier ein Nationalpark und ein Einstieg in den berühmten...

Auf dem Silvervägen

Auf dem Silvervägen

Annette hatte gestern Abend noch eine wichtige Erkenntnis. „Jetzt waren wir Norwegen und haben gar nicht im Sport Outlet geshoppt!“ Und da das ja nun mal so gar nicht geht, wird schnell gegoogelt und zu unserem Wohlgefallen festgestellt, dass es im 3 Kilometer...

Leinwand­reif

Leinwand­reif

Wir haben mit unserer Stellplatzwahl wieder ein glückliches Händchen gehabt. Gestern Abend war unser Eindruck noch: Na ja, ist ganz nett hier. Wenn man den ganzen Tag nur mit Superlativen zugeballert wird, geht einem einfach der Maßstab verloren. Denn hier ist es...

Panora­ma­fahrt

Panora­ma­fahrt

Der Wind hat nachts ganz ordentlich am MoMo gerüttelt, sodass wir nur mäßig erholsam geschlafen haben. Irgendwie hat es nicht sein sollen mit Fredvang und uns. Pünktlich um kurz vor 12 verlassen wir den Platz, bevor der No-no-Campingplatz noch eine Strafgebühr beim...