Dalapferde

10. Juli 2021

Der Wetter­be­richt behält zunächst nur teilweise recht. Ja, es hat sich zugezogen. Ja, es regnet schon mal. Aber der fiese Regensamstag, den wir befürchtet hatten, ist es dann doch nicht. Wir halten aber trotzdem an unserem Plan für heute fest. Denn der heißt: shoppen. Das ist hier in der Region um den Siljansee sicher­lich auch angebracht, denn wir sind doch etwas überrascht, wie touris­tisch das hier ist. Die Straßen sind zumin­dest voll.

Lax aus der Butik

Schon gestern haben direkt gegen­über unserem Stell­platz die Siljans Lax Butik entdeckt. Und wenn ihr in der Gegend seid: Besuchs­emp­feh­lung! Wir sind. Ganz begeis­tert von der Auswahl und würden eigent­lich gerne länger stöbern und gucken – aber es gibt die Regel, dass darum gebeten wird, dass nur ein Kunde den Laden betritt. Und da draußen schon mehrere Leute warten als wir den Laden verlassen haben wir fast ein schlechtes Gewissen, dass wir uns so schlecht entscheiden können, was wir von den Lecke­reien kaufen…

Laxbutiken in Leksand

Tote Hose

Annette hatte sich schon länger auf den Besuch im Lundhags Outlet in Insjön gefreut. Sie ist ein großer Fan von deren „Makke Pants“ und bekam von einer Bekannten den Tipp, dass diese sich dort im Outlet immer mit Hosen bevorratet. 

Aber der Besuch ist dann in Bezug auf die Hose ein Schlag ins Wasser. Die Preise sind nämlich zum größten Teil so gar nicht outlettig, sondern in der Regel die Laden­preise, die eher teurer als bei uns sind. Annette wird dann aber doch bei ein paar Sachen schwach, die gut und günstig sind. Erstaun­li­cher­weise sind wir also von den norwe­gi­schen(!) Outlets deutlich verwöhnter, was gute Preise angeht. Man lernt nie aus…

Was wir übrigens erst beim Verlassen des Geschäfts sehen: Es gibt ein Einlass­system mit Kärtchen, die man beim Eingang mitnimmt und dann wieder abgibt, wenn man den Laden verlässt. Anschei­nend wird Corona hier doch etwas ernster genommen als gedacht. 

No Knäcke

Als Nächstes hatten wir uns auf den Fabrik­ver­kauf bei Leksands Knäcke­bröd gefreut. Wir waren gespannt, was uns dort wohl angeboten würde. Aber als wir an der Fabrik ankommen, staunen wir nicht schlecht: Es gibt einen großen Besucher­park­platz, der ordent­lich gefüllt ist. Aber vor allem: eine lange Schlange von Leuten, die auf Einlass warten. Wahrschein­lich auch wieder Corona geschuldet. Für uns ist aber klar: Nur für einen Knäcke­brot­kauf wollen wir uns dann nicht „stunden­lang“ in die Schlange stellen. So wichtig ist das nicht.

Leksands Knäckebröd
Schaumparty in Rättvik
Schaum­schlacht in Rättvik

Pause am Strand

Da wir zumin­dest noch ein bisschen was vom Siljansee sehen wollen, hat Annette uns einen Picknick­platz am See heraus­ge­sucht. Dort haben wir Gelegen­heit, den Lax aus der Butik auf seine Qualität zu überprüfen und können mit voller Überzeu­gung sagen: Megal­e­cker! Wir hatten ganz vergessen, dass ein frisch geräu­cherter Fisch so saftig und aroma­tisch schme­cken kann. Und dazu noch diese Honig-Senf-Dillsauce!

Lachs aus der Laxbutik

Auf einer kleinen Hunde­runde bewun­dern wir die Schwe­den­idylle der dortigen Häuschen und die fotogenen Wellblech­dä­cher der Hütten am Ufer. 

Steine
Blechdach
Blechdach

Und Elli bringt Toffi bei, dass man auch an einem kleinen Strand nicht vorbei­gehen darf, ohne fleißig zu buddeln. 

BHunde buddeln am Strand

Kindheits­er­in­ne­rungen

Der weitere Weg führt uns nach Nusnäs, dem Ort, der berühmt ist für die geschnitzten und handbe­malten Dalapferde, von denen ich als Kind natür­lich auch eins bekommen und geliebt hatte. 

Dalapferde

Dem Ort sollte man aus vielerlei Gründen eine Besuch abstatten. Der geringste davon wäre der hübsche Name, der einfach gute Laune macht. Was mich überrascht, ist, dass Nusnäs wirklich ein Dorf ist. Ich hatte hier, am touris­ti­schen Siljansee, erwartet, dass da richtig der Bär steppt. 

Schwedenidylle

Es ist aber vielleicht noch ungewöhn­li­cher. Denn bis kurz vor dem großen Parkplatz, auf dem locker 100 Fahrzeuge unter­kommen ist das ganze eine komplette Bullerbü-Idylle. Mehr Schwe­den­k­li­schee geht kaum. 

Ledig­lich an den beiden Läden mit Schau­werk­statt knubbelt sich das touris­ti­sche Interesse. 

Dalapferde
Dalapferde

Wir haben ein bisschen Glück und ein bisschen Pech. Glück ist, dass eine Stunde vor Geschäfts­schluss schon nicht mehr der ganz große Run auf die Geschäfte herrscht. Pech ist, dass die Handwerker alle schon im Wochen­ende sind. Wir können uns also nur die Gerät­schaften anschauen. Aber das ist auch schon ganz schön gut und fotogen.

Dalapferde
Farbwerkstatt Dalapferde

Angenehm überrascht sind wir vom unver­meid­li­chen Touri-Shop, durch den man zum Schluss gelotst wird. Denn die aller­meisten Sachen finden wir dann doch durchaus geschmack­voll, auch wenn wir nichts davon „dringend“ kaufen müssen. Nur bei einem Pferde-Filz-Kissen muss ich auf die bei unseren Kindern altbe­währte Technik zurück­greifen, um Annette vom Kauf abzuhalten: Wir machen zumin­dest mal ein Erinnerungsfoto…

Dalapferde
Dalapferde
Dalapferde

Wolken­bruch in Mora

Unser letztes Ziel am Siljansee ist Mora, wo ich mal eben Geld kaufen will, damit wir den heutigen Camping­platz mit Cash bezahlen können. Ich lasse mich vom Navi in die Innen­stadt lotsen, nur um dann festzu­stellen, dass ich an einer Fußgän­ger­zone gelandet bin und zu Fuß weiter­gehen muss, während Annette mit den Hunden im MoMo wartet.

Natür­lich fängt es just in dem Moment heftig an zu regnen, als ich mich auf den Rückweg mache. Was tun? Ich entscheide mich dafür, zum MoMo zurück­zu­gehen, bevor es noch schlimmer wird. Denn die nassen Klamotten kann ich dann ja sofort ausziehen. Gute Wahl. Denn es folgt ein Wolken­bruch vm Feinsten, als ich am Wohnmobil ankomme. Die Straßen stehen unter Wasser, die Feuer­wehr rückt pausenlos aus und Donner und Blitz gibt es auch noch. Holla! Wir machen erst mal eine Kaffee­pause und gucken uns das Natur­schau­spiel aus dem gemüt­li­chen MoMo an.

Wolkenbruch in Mora

Ab in die Wildnis

Als das Unwetter durch ist, starten wir den Motor. Wir haben noch ein gutes Stück vor uns. Es geht nordost­wärts zum Fulufjället-Natio­nal­park. Schon bald sind wir in der schwe­di­schen Waldein­sam­keit und machen Kilometer um Kilometer. Die Wälder haben hier schon eine andere Qualität als im Süden. Alles wirkt schon einen Tacken wilder, urwüch­siger und reiner. 

Ledig­lich im hübschen Städt­chen Älvdalen schnup­pern wir noch mal an der Zivili­sa­tion. Und gleich­zeitig landen wir im nächsten Unwetter. Der Himmel vor uns ist mehr schwarz als grau und nach wenigen Minuten schüttet es wieder wie aus Kübeln. Wir freuen uns, dass die Straße in einem wirklich guten Zustand ist, sodass es nur selten größere Pfützen gibt, die man mit großem Radau durch­fahren muss. Elli findet das gar nicht lustig.

Als wir von der RV70 zum Fulufjället abbiegen wird alles noch mal einen Tacken urwüch­siger. Wir finden am Camping­platz in Mörkret sogar noch einen Platz direkt am Fluss und schaffen gerade noch recht­zeitig eine kleine Runde mit den Hunden, bevor das nächste Gewitter mit beein­dru­ckendem Donner­rollen über uns hinweg­zieht. Toll hier!

Camping Mörkret

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Der wilde Westen von Mull

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3 Kommentare

  1. Euch weiterhin einen schönen Sonntag
    Gute Fahrt
    Das Wetter wird besser…alles wird gut 👍
    Danke das wir an Bord sein dürfen..beneiden euch ein bisschen 😊
    Hier auch Regen 🌧

    Antworten
  2. Hallo Ihr beiden schön das man wieder mit reisen kann.
    In Mörkret standen wir vor 3 Jahren auch.
    Der Fulufjället ist schon beein­dru­ckend. In 3 Wochen werden wir euch dann folgen 😉

    Antworten
    • Freut euch mal schön vor. Es wird genauso toll, wie ihr euch das vorstellt. 🙂

      Antworten

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