Womodinner mit Aussicht

24. Mai 2021

Erstaun­lich, wie wenig uns die Kirchen­glo­cken, die nur wenige Meter entfernt von uns läuten, um den Schlaf bringen. Denn die bimmeln hier gnadenlos alle Viertelstunde.

Wir befinden uns hier genau zwischen Luzern und Bern in der Napfre­gion. Was nicht bedeutet, dass hier jedes Essen aus dem Hundenapf serviert wird, sondern dass der höchste Berg hier der Napf ist. Den werden wir nicht ganz besteigen, aber zumin­dest einen Rundweg von Luthern Bad aus wollen wir schon machen.

Steil bergauf, steil bergab

Die herzför­mige Runde, die wir hier machen, führt zunächst mal steil bergauf. Wir kommen trotz des kühlen Wetters ganz schön ins Schwitzen.

Wanderung oberhalb Luthen Bad

Auf der Höhe wundern wir uns mal wieder, in welcher Höhe hier dann noch große Bauern­häuser stehen und gehen ansonsten über breite Forst­wege durch den Wald. Zunächst mal ist es gar nicht so spekta­kulär, wie wir das erwartet haben. Da sind die Puste­blumen das Huflat­tichs schon das Spannendste.

Wanderung oberhalb Luthen Bad
Wanderung oberhalb Luthen Bad

Das ändert sich aller­dings massiv, als wir das letzte Drittel des Weges beginnen. Auf einmal finden wir uns auf einem Grat wieder, von dem man einen weiten Überblick über die umlie­gende Landschaft hat. Das sieht schon ganz schön gut aus!

Wanderung oberhalb Luthen Bad

Von einem Gehöft aus beginnt dann der außer­or­dent­lich steile Abstieg hinunter nach Luthern Bad. Spannend wird es, als wir eine Kuhweide überqueren müssen, Toffi sich etwas anstellt und die Kühe immer neugie­riger näher kommen. Oder als wir eine Brücke überqueren, die mehr etwas von einer quer gelegten Leiter hat. 

Wanderung oberhalb Luthen Bad

Was. Eine. Aussicht!

Nach ein bisschen Erholung starten wir für einen kleinen Hüpfer hinüber zur Ahorn Alp. Dort gibt es ein Restau­rant, wo man wieder ein Womodinner machen und anschlie­ßend übernachten kann. Ich habe sicher­heits­halber mal reser­viert, aber bei dem bedeckten Wetter heute wäre das auch egal gewesen.

Wir klettern mit dem MoMo Höhen­meter um Höhen­meter durch ein Wäldchen nach oben und können überhaupt nicht abschätzen, was uns erwartet. Das einzige, wo sich Annette sicher ist: Die Abfahrt wird für sie ein beträcht­li­cher Nerven­kitzel werden, so steil wie es hier bergauf geht…

Aussicht von der Ahorn Alp
Aussicht von der Ahorn Alp

Als wir dann die Aussicht sehen, die sich von hier oben bietet, sind wir leicht sprachlos: Das gehört zu den spekta­ku­lärsten Stell­plätzen, die wir bisher gesehen haben. In der Ferne Schnee­riesen (wenn sie aus den Wolken auftau­chen), unter uns geht es ordent­lich steil runter und das Ganze mit einer fast 360°-Rundumsicht über Hügel- und Bergketten. Ein sicherer Anwärter auf die Großen 12!

Aussicht von der Ahorn Alp
Aussicht von der Ahorn Alp
Aussicht von der Ahorn Alp
Aussicht von der Ahorn Alp

Freund­liche Wirtsleute

Und als wäre das noch nicht genug: Wir fühlen uns auch von Reto Roos und Familie mehr als herzlich willkommen geheißen. Alle Modali­täten bezüg­lich des Womodin­ners bespre­chen wir entspannt und man hat immer den Eindruck, dass auf jeden Fall das Wohl des Gastes im Mittel­punkt steht. Und für uns ist das schlechte Wetter wohl auch ein Segen – an den vergan­genen beiden sonnigen Tagen wäre alles picke­pa­cke­voll gewesen – heute haben wir mit einem anderen Womo die Ahorn Alp nur für uns. Was ein Luxus!

Aussicht von der Ahorn Alp

Ausblicke zum Niederknien

Wir haben pfiffig mit dem Heck zum Abgrund einge­parkt und freuen uns mal wieder wie Bolle über die Hecksitz­gruppe: Man hat wirklich aus jeden Fenster einen großar­tigen Ausblick und durchs geöff­nete Heckfenster beson­ders. Ausblick auf den immer noch schnee­be­deckten Pilatus und die Bergkette drumherum, die ich mit der genialen Peak Finder-App sogar beschriften kann. 

Aussicht von der Ahorn Alp

Gegen Nachmittag wird es dann sogar etwas freund­li­cher und ein Hauch von Sonne kommt heraus. Und damit wird es dann noch einmal deutlich schöner hier. In uns reift der Gedanke, einfach zwei Nächte hierzu­bleiben. Ein viel schöneres Ende für die Schweiz­reise ist kaum denkbar.

Aussicht von der Ahorn Alp
Aussicht von der Ahorn Alp
Aussicht von der Ahorn Alp

Isch’s guat gsi?

Da hier der Restau­ra­ti­ons­be­trieb eher tagsüber läuft, gibt es unser Dinner schon um 17.30 Uhr. Das ist uns aber ganz recht, da wir tagsüber nicht viel gegessen haben. 

Und auch hier kann die Ahorn Alp punkten. Unsere Flamm­ku­chen vegeta­risch und klassisch würden auch im Elsass als gelungen durch­gehen und das Ahorn Plättli mit Trocken­wurst, Napf-Käse und Fleisch ist gut bestückt und lecker. Runter­ge­spült wird es mit dem lokalen Napf-Bier und wir sind am Ende pappsatt. 

Das einzig Schlechte: Morgen ist Ruhetag und wir kommen daher nicht noch mal in den Genuss, uns das Essen ans MoMo bringen zu lassen. 

Womodinner Ahorn Alp
Womodinner Ahorn Alp

Wetter macht Show

Als es sich so langsam gegen Sonnen­un­ter­gang bewegt, zeichnet sich ab, dass es nicht so eine Licht­stim­mung wie gestern werden wird. Dafür sorgt dann das Wetter mit den dunklen Wolken und der Sonne, die dann doch noch mal ganz kurz unter der Wolken­decke hervor­lugt, für ganz anders spekta­ku­läres Licht. Ist das toll hier oben!

Womodinner mit Aussicht
Aussicht von der Ahorn Alp
Aussicht von der Ahorn Alp
Aussicht von der Ahorn Alp
Aussicht von der Ahorn Alp

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Der wilde Westen von Mull

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2 Kommentare

  1. Guten Morgen ihr Schweiz-Entde­cker, schön dass es euch bei uns so gefallen hat. Es stimmt, bei uns hats ganz schöne Flecken, bei uns hats leider auch etwas höhere Preise. Nun gilt es dies abzuwägen. Da in der Schweiz die Distanzen eher kurz sind, ist dafür der Treib­stoff­ver­brauch nicht gar so hoch. Ich wünsche euch noch viel Vergnügen und gute Fahrt.
    Werner

    Antworten
    • Wir werden in Zukunft wieder häufiger in die Schweiz fahren, Werner. Es ist einfach zu schön bei euch!

      Antworten

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