Grünes Wasser

19. Mai 2021

Unsere Nacht war sehr ruhig. Sogar so still, dass wir erst um halb neun aufwa­chen! Gerade noch recht­zeitig für unseren heutigen Masterplan.

Unser Camper­ti­cket für den Stell­platz berech­tigt uns nämlich zusätz­lich, auch auf dem Platz in Brione zu stehen. Bis zu 24 Stunden nach Ausstel­lung. Wir können also noch eine Wande­rung in Brione machen, bevor wir das Tal verlassen.

Und unser Plan geht auf: Es gibt genau einen freien Platz in Brione, den wir uns schnappen können. Direkt neben dem Dixi-Klo, aber wer wird da schon so zimper­lich sein?

Toffi
Stellplatz Brione

Entlang der Verzasca

Wir starten Richtung Süden, wo nach wenigen Minuten eine Brücke über die sanft grünlich schäu­mende Verzasca zum anderen Ufer führt. 

Verzasca
Verzasca
Verzasca
Verzasca
Verzasca

Hinter jeder Ecke lauern neue Fotomo­tive und wollen abgelichtet werden. Was für ein Vergnügen! Und mir graut schon beim Fotogra­fieren vor der Endaus­wahl für den Blog. Das ist doch alles schön hier!

Verzasca

Der Weg lässt sich gut laufen und ist entspre­chend gut besucht. Nicht so, dass es lästig wird, aber schon so, dass man im Minuten­takt auf Leute trifft. 

Annette und Hunde im Verzascatal
Verzasca
Verzasca
Verzasca
Verzasca
Verzasca
Annette und Toffi
Verzasca
Verzasca

Boulder-Weg

An der Brücke, wo Annette gestern unser Titel­bild geschossen hat, überqueren wir den Fluss, verlassen die Verzasca und begeben uns auf komplett anderes Terrain. 

Ab jetzt geht es ordent­lich bergauf. Auch hier gibt es wieder die vielen kleinen und mittel­großen Steine auf dem Weg, der, ganz schweiz­un­ty­pisch, mit einem hellgrünen Punkt gekenn­zeichnet ist. Es ist der Boulder-Weg, auf dem es einige tolle Felsen zum bouldern geben soll.

Brione Boulder

Uns fällt auf, dass hier praktisch niemand mehr unter­wegs ist. Und das, obwohl es ein toller Wanderweg ist, wie wir noch sehen werden.

Namen­loser Wasserfall

Wir hören schon einige Zeit das Rauschen eines Wasser­falls, können ihn aber immer nur bruch­stück­haft sehen. Und abseits des Weges geht es dann auch gerne mal steil runter. Als wir die Hoffnung schon fast aufge­geben haben, sehen wir die Stelle, wo man zum Fuß des Wasser­falls hinab­klet­tern kann. Aller­dings nicht mit Hunden. Während ich die kurze Kletter­partie mache, wartet Annette geduldig mit einer fiependen Toffi, die sich immer große Sorgen macht, sobald das Rudel nicht beisammen ist.

Der Wasser­fall ohne Namen ist super. In drei Kaskaden fällt er in ein Becken, in dem man problemlos baden könnte. Und dann verschwindet er über ein kurzes Plateau­stück im Nirgendwo unter uns ins Tal. Sehr fein!

Wasserfall
Wasserfall

Steine und verlas­sene Dörfer

Im Folgenden sehen wir ein paar mächtige Felsbro­cken, auf denen man sicher munter klettern kann – wir sehen aber niemanden, der das gerade macht.

Als wir schließ­lich den Wald verlassen, kommen wir auf ein breiteres Wiesen­stück mit verlas­senen Stein­häu­sern. Eine urige Vorstel­lung, dass hier früher jemand gelebt haben mag.

Verlassenes Dorf
Micha und Elli

Alsbald haben wir dann auch wieder einen Blick hinunter ins Tal und stoßen auf ein paar nicht mehr ganz so unbewohnt wirkende Häuschen. Ob das wohl Sommer­do­mi­zile sind? Falls ja, muss man seine Koffer dann aber ganz schön den Berg hinauf schleppen. Aber die Lage ist wirklich reich­lich schön!

Verzascatal
Verlassenes Dorf
Verlassenes Dorf

Planän­de­rung

Schon während der Wande­rung bespre­chen wir, wie es weiter­gehen könnte. Morgen wird wohl der letzte schöne Tag sein, bevor es pünkt­lich zu Pfingsten eine deutliche Wetter­ver­schlech­te­rung geben soll. 

Eigent­lich wollten wir noch ins Maggiatal weiter­fahren. Aber wir haben keine rechte Lust, das Verzas­catal schon wieder zu verlassen. Wir haben eine tolle Wande­rung hinter uns und ein Nachmittag zum Ausspannen würde uns auch mal ganz gut tun. Außerdem könnte man dann später noch mal an den Fluss gehen und einfach genießen, hier zu sein. 

Guter Plan. Aber wie für eine weitere Nacht zahlen? Der Automat scheint nur auf dem Papier kontakt­loses Bezahlen anzubieten. Und 24 Franken in Münzen tragen wir nicht mit uns rum. Prakti­scher­weise kommt da gerade ein Polizist vorbei, der Falsch­parker aufschreibt. Nein, das mit der Karte würde nicht funktio­nieren, erklärt er mir mit dem Unterton, dass das ja auch völlig verrückt sei, wenn das so einfach gehe. Aber ich könnte die Camper­card im Restau­rant die Straße runter kaufen. Und indem er wohlwol­lend auf das MoMo zeigt, in dessen Scheibe noch die Camper­card aus Sonogno hängt, erklärt er mir: „So muss das dann aussehen.“ Wir sind also Musterschüler.

Herrliche Verzasca

Wir setzen uns nachmit­tags dann einfach mal ohne die Hunde an den Fluss und während Annette die schönsten Glitzer­steine sucht, kann ich mich mit der Kamera austoben. Das ist schon sehr, sehr fein hier!

Verzasca
Micha an der Verzasca
Verzasca
Verzasca
Verzasca
Verzasca
Verzasca
Annette an der Verzasca

Schön, dass du ein Stück mit uns mitgefahren bist!

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Der wilde Westen von Mull

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4 Kommentare

  1. Danke für den schönen Bericht und die tollen Bilder. Ich reise gerne mit.
    Weiterhin gute Reise

    Antworten
    • Willkommen an Bord, Waltraud!

      Antworten
  2. Na ihr Ticino­ent­de­cker, jaja der Ticino ist sehr schön, man muss ihn entde­cken, erwan­dern. Die kleinen Häuschen ‚die ihr entdeckt habt nennt man Rustico, und dienen als Ferien- und Weekendhäuser. Die jetzt unbewohnten kleinen Stein­häuser sind Ställe, wurden früher von den Hirten als Unter­schlupf bei schlechtem Wetter benutzt. Auch das Maggiatal ist sehr schön, zuoberst ein Stausee oberhalb Fusio, dem Stausee könnt ihr entlang­fahren zu einer Alp. Viel Vergnügen und gute Fahrt. Werner

    Antworten
    • Danke für die Infos, Werner!
      Ich sehe schon, du kennst dich richtig gut aus — wir lernen gerne dazu.

      Antworten

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