Versuchs­ka­nin­chen

23. April 2021

Es gibt einiges zu berichten!

Wir sind wieder auf Reisen und können es immer noch nicht so ganz fassen. Aber das ist bei Weitem noch nicht alles – deshalb erst mal der Reihe nach.

Gestatten, Toffi

Noch einmal vielen Dank für die lieben Kommen­tare zu Mias Tod. Das hat gerade in den ersten Tagen richtig gut getan. In diesen ersten Tagen haben wir dann in uns hinein­ge­horcht und auch Elli beobachtet. Wir hatten den Eindruck, dass wir alle drei unser viertes Crewmit­glied vermissen und uns irgendwie unvoll­ständig fühlen. Vorsichtig begann Annette, mal auf den bekannten Vermitt­lungs­seiten für Hunde aus dem Tierschutz zu stöbern. Denn eines war uns klar: Es soll kein Zucht­hund sein, sondern wenn noch mal ein weiterer Hund dazu kommt, dann wieder, so wie Mia, einer aus dem Tierschutz. 

Schließ­lich fand Annette eine wunder­hüb­sche junge Hündin mit karamell-schwarzem Fell und himmli­schen Wabbel­ohren auf der Seite von Seelen für Seelchen. Ein 5 Monate altes Baby aus Rumänien, das gerade in Deutsch­land angekommen war. 

Toffi

Annette schrieb eine „Bewerbungs“mail an den Verein, aber einen Tag später war der Hund schon als „reser­viert“ gekenn­zeichnet, ohne dass wir eine Antwort bekommen hätten – schade! Es stellte sich dann aber heraus, dass sie für uns reser­viert worden war. Und nach dem wirklich vorbild­li­chem Proze­dere mit erstem Besuch bei der Pflege­fa­milie von Nicole und Michael und anschlie­ßendem Gegen­be­such bei uns war dann klar: Das passt!

Toffi

Aufgrund des toffee­far­benen Fells war der Name schnell gefunden: Toffi. Und sie ist wirklich ein großes Schätz­chen, das auch schnell lernt. Sie hat sich schnell bei uns Zuhause zurecht­ge­funden und läuft schon flott und gut an der Leine – wenn nichts dazwi­schen­kommt, vor dem man Angst haben könnte. Und Angst hat Toffi momentan noch vor ziemlich vielen Dingen – da wird dann schon mal sehr energisch gekläfft, wo es eigent­lich keinen Grund gibt. Wir sind an dieser Stelle froh, dass wir mit Mia schon die Erfah­rung gemacht haben, dass sich das nach einiger Zeit legen wird. Wenn alles gut läuft.

Toffi

Modell­pro­jekt Schlei-Region

Vor 10 Tagen hörte ich davon, dass Schleswig-Holstein aufgrund der anhal­tend niedrigen Inzidenzen unter 50 einen Modell­ver­such zum Reisen in Corona-Zeiten gestartet hat, an dem vier Regionen teilnehmen: Sylt und Nordfries­land, Schlei-Region, Innere Lübecker Bucht und Büsum.

In diesen Regionen wird Reisen unter Corona-Bedin­gungen mit hygie­ni­schen Standards, Kontakt­nach­ver­fol­gung mit der (umstrit­tenen) Luca-App und einer Testver­pflich­tung im 3‑Tagesabstand für einen Zeitraum von insge­samt 4 Wochen getestet und wissen­schaft­lich begleitet.

Nach einem so langen Verzicht aufs Reisen wäre uns jedes dieser Ziele mehr als Recht gewesen. Aber die Schlei-Region mit dem Ostseefjord und der beschau­li­chen Landschaft gehört definitiv zu unseren Lieblings­re­gionen in Deutsch­land. Also fiel die Wahl nicht schwer.

Und bei meinem Anruf beim Camping­platz Hellör hatte ich noch mal richtig Glück: Wir kriegen quasi einen der letzten Plätze – der Run auf die Modell­re­gionen ist wohl enorm!

Ja, nein, ich mein Jein

Unsere Haltung zum generellen Reise- bzw. Übernach­tungs­verbot war immer folgende: Wir halten unsere Art des Reisens generell für wenig gefähr­lich oder pande­mie­trei­bend, weil wir im Kontakt mit Anderen Masken tragen und ansonsten einfach gerne für uns allein sind – wo ist also der Unter­schied zu Zuhause? Aber allein schon aus Solida­rität mit allen, die in der Pandemie ein ungleich schwe­reres Leben als wir haben, haben wir bisher aufs Reisen verzichtet. An uns soll es einfach nicht liegen, dass diese Pandemie nicht endet.

Mit der Teilnahme am Modell­pro­jekt erhoffen wir uns, dass sich das bestä­tigt, was wir vermuten: 

Reisen als Camper (oder in Ferien­woh­nungen) mit Aktivi­täten im Außen­be­reich: Wandern, Radfahren, Kajak fahren führt nicht zu einer Erhöhung der Inzidenz.

Oder aber (was wir nicht hoffen wollen): Es gibt einen eindeu­tigen Beleg dafür, dass wir noch länger die Füße still­halten müssen, weil unsere Art des Reisens tatsäch­lich gefähr­lich ist. Dann soll uns das schweren Herzens auch recht sein.

Als ich meiner Freundin Nicole davon erzählte, dass wir an die Schlei fahren, freute sie sich: „Wie schön, dann bloggst du ja wieder! Dann habe ich ja eine morgend­liche Lektüre, auf die ich mich freuen kann.“ Ich war mir zunächst nicht so ganz sicher. Will ich das wirklich? Kommt das nicht blöd rüber? Ist das nicht ein Lange-Nase-machen für all die Leute, die sich das genau so wünschen, aber jetzt eben noch nicht können? Schwie­rige Frage. Aber ich hoffe, dass alle Leser es so lesen, wie es gemeint ist: Ein bisschen Mut machen, ein bisschen Hoffnung geben, dass es bald auch für euch Leser wieder möglich ist, sich auf Reisen zu begeben und die Natur zu genießen.

Test geht vor

Jetzt aber genug der erklä­renden Worte: Es geht los. Tatsäch­lich. Und es fühlt sich absolut unwirk­lich an. Das erste Mal seit 7 Monaten bewegen wir das MoMo eine längere Strecke als nur zu einem Womo-Dinner.

An dieser Stelle kann man auch die Stadt Remscheid mal loben: In Lennep gibt es einen Womo-Stell­platz unmit­telbar an der Teststa­tion, wo man mit Termin­re­ser­vie­rung im Nullkom­manix fertig getestet ist. Fast schon ein Drive-in.

Corona-Testzentrum Lennep

Und als wir schon auf der A1 Richtung Norden unter­wegs sind, kommt per Mail das ersehnte negative Testergebnis – Hurra!

Hunde auf Reisen

Jetzt kann wirklich nichts mehr schief­gehen – außer, dass ich nichts Gutes mehr gewöhnt bin und solche langen Autofahrten schlicht und einfach nicht mehr schaffe, ohne mehrere Pausen zu machen, in denen ich mich ausruhen kann. Aber das ist ja im Womo kein nennens­wertes Problem.

Hunde auf Reisen
Hunde auf Reisen

Schlei-Glück

Als wir den obliga­to­ri­schen Stau in Hamburg hinter uns lassen, beginnt das Kribbeln. Wir cruisen durch die flache norddeut­sche Landschaft und werden immer aufge­regter, je näher wir dem Ziel kommen – dass wir das noch erleben dürfen!

Am Camping­platz werden wir auf einen Überbrü­ckungs­platz einge­wiesen, da wir erst am kommenden Tag unseren endgül­tigen Stand­platz am vielver­spre­chend klingenden „Strandweg“ kriegen können. Aber für ein Provi­so­rium finden wir die Aussicht von dort schon ziemlich gut!

Camping Hellör

Auf einer ersten kleinen Platz­runde, die nach dem langen Sitzen richtig gut tut, gehen wir hinunter ans Ufer und sehen Schilf, Schlei und Schiffe – mehr braucht man nicht, um uns glück­lich zu machen!

Camping Hellör

Und völlig überra­schend kommt dann noch eine treue Leserin des Momoblogs aus ihrem Strand­korb und spricht uns an – damit hätten wir jetzt nun wirklich nicht gerechnet! Danke für deine freund­li­chen Worte, Anja!

Camping Hellör

Da es trotz des freund­li­chen Wetters sehr kühl ist, verziehen wir uns nach der Platz­runde doch lieber ins MoMo und genießen den Ausblick von drinnen.

Camping Hellör

Angekommen in der Modell­re­gion! Und die Aussicht auf 5 Tage Sonnen­schein bei frischen Tempe­ra­turen um die 10 Grad.

Wetter Schlei
Prachtberge

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5 Kommentare

  1. Ha, seeeehr schön! Wir hatten auch das unfass­bare Glück und durften dort eine Woche verbringen! Bericht ist in Arbeit 😉

    Antworten
    • Boah, bist du schnell!
      Wir haben gestern begeis­tert euer Video gesehen und haben kurz überlegt, ob es am Meer doch besser gewesen wäre. Aber hier ist es halt auch sehr schön — vielleicht fahren wir mal für einen Tag an die Ostsee rüber.

      Antworten
  2. Yipeeee! Es gibt was zu lesen! Ich freue mich und vor allen Dingen auch, dass ihr unter­wegs seid! Ganz viel Spaß!

    Antworten
    • Danke! Es ist so schön hier, dass Annette gerade ein paar Tränchen im Auge hatte…

      Antworten

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