Wilder Wald
7. September 2020

Wir fahren weiter ins Natio­nal­park­zen­trum in Criewen. Kurz vor dem Parkplatz fährt man an einem verlas­sen wirken­den LPG-Betrieb vorbei, der sich ideal als Drehort für einen Krimi eignen würde. Wenn da ein Psycho­path verschleppte Kinder gefan­gen hielt – würde mich nicht wundern.

Wilder Waldweg

Umso krasser ist dann der Kontrast zum Park von Schloss Criewen, der mit uralten Bäumen und einer kleinen Teich­an­lage punkten kann.

Schloss Criewen
Park Criewen
Park Criewen

Neben dem Schloss gibt es dann noch das Natio­nal­park­zen­trum mit einer Ausstel­lung zu diesem beson­de­ren Natur­raum. Beson­ders gefal­len hat uns der simulierte Flug auf einer Gans über die Polder. Nicht, eil er beson­ders realis­tisch wäre, sondern weil man da so gut Unfug mit machen kann…

Im Nationalparkzentrum
Im Nationalparkzentrum
Schloss Criewen
Warum bewegen die sich denn nicht…?

Auch cool war der Flutsi­mu­la­tor, bei dem man die Oderauen unter Wasser setzen und mit dem Schleu­sen­sys­tem spielen konnte.

Im Nationalparkzentrum

Dass wir uns hier im Natio­nal­park befin­den, merkte man daran, dass sich auf dem Parkplatz schon eine Ringel­nat­ter breit machte.

Schloss Criewen

Na ja, so breit wie ein Baby sich halt machen kann.

Kleine Ringelnatter

Holper­stol­per

Aber eigent­lich sind wir nicht fürs Sight­see­ing herge­kom­men. Wir wollen eine Wande­rung entlang des Wassers machen. Aber von dem werden wir gar nicht so viel sehen wie gedacht.

Der Weg nach Stütz­kow führt nämlich durch einen Wald. Und auf dem ersten Teilstück hat man das mit dem Natio­nal­park, in dem alles der Natur überlas­sen bleibt, sehr, sehr genau genom­men. Denn es liegen alle paar Meter umgestürzte Bäume über dem Weg, die überklet­tert werden wollen. Es ist also ein stetes Auf und Ab.

Wilder Waldweg

Aber Pause machen möchte man hier auch nicht unbedingt, denn von Zeit zu Zeit hört man über sich einen Baum bedenk­lich quiet­schen und knarzen. Da wird doch nicht gleich der nächste umfal­len?

Wilder Waldweg

Biber­spu­ren?

An einer Wegga­be­lung beschlie­ßen wir unseren Plan zu ändern. Der Weg entlang der Auen steht für morgen schon als Radtour auf dem Programm und wir folgen dann lieber dem Weg durch den Wald zurück zum Parkplatz. Denn mein Rücken ist von der gestri­gen Tour immer noch in Mitlei­den­schaft gezogen. Und der Waldweg ist jetzt auch wirklich so wild wie es der Wegwei­ser behaup­tet.

Wilder Waldweg
Wilder Waldweg
Biber? Eher Borken­kä­fer!

Links und rechts sehen wir Spuren von Wildschwei­nen und auch Biber soll es hier geben. Aber bis auf einen Baumstumpf mit den typischen Spuren können wir nichts von ihnen entde­cken.

Statt­des­sen stoßen wir auf merkwür­dige pfeil­för­mige Muster an den Kiefern­stäm­men. Können das ernst­haft Spuren von Bibern sein? Aber die sind doch bestimmt zwei Meter hoch und laufen so ordent­lich paral­lel, dass wir uns das kaum vorstel­len können. Des Rätsels Lösung: so wird Harz gewon­nen! Entlang der Rinnen fließt es dann in einen Topf, den man an den Stamm stellt.

Wilder Waldweg

Wisente

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz sehen wir dann noch die Wisente, die hier angesie­delt worden sind. Und damit mit diesen bulli­gen Bisons kein Unglück geschieht, gibt es nicht einen, nicht zwei, sondern drei Zäune, die das Gelände einzäu­nen. Ob die da nach jedem Unfall einen neuen Zaun gezogen haben? Nach dem Motto: „Jetzt ist es aber bestimmt sicher!“

Wisente

Single Track in Branden­burg

Wir fahren ein paar Kilome­ter weiter südlich nach Stolzen­ha­gen. Dort gibt es einen Stell­platz direkt an der Hohen­saa­ten-Fried­richstha­ler Wasser­straße, auf der wir gestern gepad­delt sind. Ein wunder­ba­rer kleiner Platz wie wir ihn lieben. Nicht beson­ders komfor­ta­bel, aber alles da, was man braucht.

Abendstimmung am Kanal

Der Weg dorthin ist ein kleines bisschen Schott­land. Nicht, was die Landschaft angeht, aber single-track-roads hat man in Deutsch­land ja auch nicht überall. Und zwischen­durch testen wir noch mal auf grobem Backstein­pflas­ter die Verar­bei­tungs­qua­li­tät unseres Euras. Das wackelt und schüt­telt alles durch!

Backsteinallee

Stolzen­ha­gen ist ein nettes kleines Dorf und unmit­tel­bar neben dem Stell­platz finden wir sogar mit dem „Huhn & Schaf“ einen kleinen Selbst­be­die­nungs­la­den mit Kasse des Vertrau­ens vor. Da bedie­nen wir uns gerne für das Abend­essen bei Frisch­käse und Leber­wurst und auch fürs Frühstück können wir neue Marme­lade und Honig gerade gut gebrau­chen. Ich finde, jeder Stell­platz sollte so einen Laden daneben haben!

Huhn und Schaf

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