Durch­fahrtstag
5. September 2020

Nach einer fried­lichen Nacht wollen wir die Elbinsel noch etwas erkunden. Durch den südlichen Teil der Insel fließt die Taube Elbe. Hört sich irgendwie an wie der Name einer Magd auf einem Gutshof. Hier ist es aber nur ein toter Arm der Elbe, die rund um die Insel fließt.

Am Morgen haben wir beim Frühstück viele Womos an uns vorbei­fahren sehen, die offen­sichtlich am Stell­platz Yacht­hafen gestanden haben. Im Gegensatz zu denen haben wir aber fast allein gestanden. So wie es uns auch in der Regel lieber ist.

Auch heute sind bis auf gelegent­liche Radfahrer und Jogger kaum Leute in dem riesigen Parkge­lände unterwegs. Wir drehen eine Runde durch die schon leicht herbstlich wirkende Landschaft. Es sieht aber eher so aus als hätte der trockene Sommer auch hier seine Spuren hinterlassen. 

Stadtpark Magdeburg

Wir landen schließlich im Herzen des Stadt­parks, wo der Venus­tempel auf einem kleinen Inselchen liegt. Magdeburg hat wirklich bei uns gepunktet! Eine sehr entspannte Großstadt.

Venustempel
Stadtpark Magdeburg

Auf nach Brandenburg

Heute liegt noch mal ein längerer Fahrtag vor uns. Wir wollen schließlich bis an die deutsch-polnische Grenze kommen. Auf dem Weg von Magdeburg zur Autobahn kommen wir noch durch Möser, was wohl hier eine örtliche Womo-Händler-Meile ist und wir erinnern uns daran, dass unser MoMo I damals aus Möser ins Bergische trans­fe­riert werden musste. Schöne Erinnerungen!

Unterwegs haben wir die Qual der Wahl, welchen Stau wir uns gönnen: den südlich von Berlin oder den westlich von Potsdam? Die salomo­nische Entscheidung: keinen von beiden. Wir fahren ab und schlagen uns über die Dörfer durch.

Über die Dörfer

Das Ganze wird dann eine sehr, hm, abwechs­lungs­reiche Geschichte. Denn über topaus­ge­baute Bundes­straßen bis zu DDR-Platten­straßen und wunder­schönen Alleen ist alles dabei. Inklusive eines wahrlich bestia­lisch stinkenden Wartburgs…

Brandenburger Straße

Die Idee der Stauum­fahrung erweist sich aber trotzdem als goldrichtig. Nachdem das Navi irgendwann akzep­tiert hat, dass wir wirklich nicht in den Stau fahren wollen, zeigt es uns eine sehr akzep­table Restfahrzeit an. Und abwechs­lungs­reich ist es obendrein.

Hinein in den Nationalpark

Als wir in der Grenz­region ankommen wird die Landschaft immer weiter. Wir fahren durch sanft hügeliges Gebiet mit abgeern­teten Feldern links und rechts auf denen sich die runden Stroh­ballen tummeln. Und am Himmel sehen wir sogar schon einen Zug Kraniche – so hatten wir uns das vorge­stellt. Wir kriegen große Lust, diese Gegend in den kommenden Tagen zu erkunden.

Stell­platz­glück

In Schwedt kommen wir am Wasser­sport­zentrum an. Annette hatte sich vorab erkundigt, ob wir wohl einen Platz kriegen würden, da die Dame von unserer am Telefon gebuchten Kanutour darauf hinge­wiesen hatte, dass der Platz immer gut gefüllt sei. „Kein Problem“, war die Antwort, „das kriegen wir locker hin.“

Um so überraschter sind wir dann, als es an der Rezeption ungerührt heißt „Wir sind ausge­bucht.“ Aber dann kommt das, was wir im Osten schon häufiger erlebt haben, jedoch immer noch etwas gewöh­nungs­be­dürftig finden. Denn es ist gar nicht so böse gemeint, wie es in unseren Ohren klingt. Eher gedan­kenlos. Und dann wird impro­vi­siert, um doch noch eine Lösung zu finden.

Nach der doch etwas harschen Auskunft ohne ein „Tut mir leid.“ kümmert sich die Platz­wartin nämlich doch darum, dass wir noch irgendwo unter­kommen, auch wenn sie offen­sichtlich nicht ganz verstehen kann, warum wir zunächst so unangenehm überrascht waren. Sie geht mit uns hinunter zum Bereich, wo Wohnmobile stehen sollen und Boote angelegt sind und weist uns auf ein Fleckchen ein, was kein offizi­eller Stell­platz ist, uns aber fast noch besser gefällt als die anderen Plätze. Direkt an der Oder, hinter dem Schilf – echt idyllisch! 

Wassersportzentrum
Wassersportzentrum
Oderblick

Aber das aller­beste ist vielleicht, dass genau hier am Wasser­sport­zentrum morgen früh um 8 Uhr unsere Kanutour starten wird und wir praktisch direkt vom MoMo aus ins Kanu steigen können – perfekt!

Oderbrücke

1 Kommentar

  1. Freu mich schon auf die Fortsetzung!!

    Im kommenden Jahr ist für uns auch eine Rundreise durch Brandenburg geplant, sofern wir mit unserem neuen Haus in MV fertig werden und die Zeit finden.

    Ansonsten sind wir ja gut mit Euch unterwgs.

    Danke!!!
    Jupp und Andrea

    Antworten

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