Paddel­som­mertag
31. Juli 2020

Was wir heute erleben, ist unser erster richtiger Sommertag. Also, schöne Tage hatten wir ja schon viele. Sonnige auch. Aber ein schöner, sonniger und warmer Tag fehlte uns bis jetzt noch in der Sammlung. So ein Tag, wo man sich freut, dass man auch mal in den Schatten darf. Wo Sonnen­brand­gefahr besteht. Dieser Tag war heute.

Neset Camping

Der Wetter­be­richt hatte ihn schon angekündigt und für uns ist es eine willkommene Gelegenheit, die Kajaks aufzu­bauen und auf den See hinaus­zu­schippern. Das Ganze gelingt noch besser, weil wir schnell entschlossen einen der Stell­plätze in der ersten Reihe ergattern und somit die Boote direkt neben dem MoMo zu Wasser lassen können.

Neset Camping
Paddeln Byglandsfjord
Paddeln Byglandsfjord

Im Gegensatz zu gestern hat der Wind nachge­lassen und wir fahren über eine nahezu windstille, glatte Wasser­ober­fläche. Die einzige Heraus­for­derung, die es gibt, sind die Wellen, die die vorbei­fah­renden Motor­boote erzeugen. Wobei wir uns wundern: Für einen so populären Urlaubssee (ein Mitcamper sprach gestern vom Gardasee Norwegens) ist auf dem Wasser erstaunlich wenig los. Und was uns wirklich überrascht, ist das völlige Fehlen von Segel­booten. Ob man als Segel-Norweger, der was auf sich hält, natürlich wie ein Wikinger auf dem Meer unterwegs ist?

Paddeln Byglandsfjord
Paddeln Byglandsfjord
Paddeln Byglandsfjord
Paddeln Byglandsfjord

Wetten, dass…?

Es macht richtig Spaß, mit den Kajaks über den Byglandsfjord zu gleiten. Wir haben uns eine Insel am fern gegen­über­lie­genden Seeufer als Ziel ausge­guckt. Unterwegs zeigt Annette auf ein Haus, was wir etwas weiter rechts von dieser Insel auf einer Anhöhe sehen können. Annette ist sich todsicher: Das ist auch eine Insel. Ich bin schlau und checke das mal eben am Handy: Nein, am rechten Seeufer gibt es keine Inseln. Annette lässt aber nicht locker: „Wetten?“ Ich, sieges­gewiss: „Na klar!“ Ehrli­cher­weise sage ich ihr, dass ich das fachmän­nisch am Handy überprüft habe. Wir wetten trotzdem. Lakritzeis gegen Salzka­ra­melleis. Und je näher wir dem Haus kommen, umso mehr dämmert mir, dass ich bestimmt kein guter Kapitän wäre. Denn es ist natürlich eine Insel, die nur etwas weiter rechts von unserer ursprünglich angepeilten Insel liegt, sich aber eben immer noch auf der linken Seeseite befindet…

Paddeln Byglandsfjord

Wir umrunden die Insel, die laut Google Maps Sinesøya heißt, und beneiden ein wenig (nur ein wenig) die Leute, die das Haus auf der Insel bewohnen. Denn es sieht an diesem Sonnentag aus wie das perfekte Urlaubs­pa­radies. Die Kinder spielen auf den flachen, sanft ins Wasser absin­kenden Felsen und springen gelegentlich ins Wasser, die Eltern sitzen gemütlich am Tisch vor dem Haus. Und Blaubeeren sammeln kann man im Zweifelsfall dort auch noch.

Miniinsel für uns

Bei der Umrundung von Sinesøya müssen wir übrigens gut aufpassen. Denn die riesigen flachen Felsen liegen teilweise tückisch nur wenige Zenti­meter unter der Wasser­ober­fläche. Was aber mit gutem Hingucken kein Problem darstellt: Das Wasser ist glasklar.

Paddeln Byglandsfjord

Direkt neben Sinesøya gibt es eine kleine Miniinsel. Gerade groß genug, dass es ein paar Bäumchen, Heide­kraut und Moose darauf gibt, aber so klein, dass man sie mit wenigen Schritten durch­messen hat. Ideal für ein kleines Picknick. Und für Elli, die nach einer Stunde still­sitzen erst mal ihre dollen 5 Minuten kriegt und wie ein Berserker eine Runde nach der anderen dreht, um sich mal auszu­powern. Danach findet sie die Insel aber genauso gemütlich wie wir.

Paddeln Byglandsfjord
Paddeln Byglandsfjord

Wir gehen an Land und genießen diesen kleinen Ort, der für eine Stunde nur uns gehört. Da das Wasser im Byglandsfjord angeblich das Wärmste in ganz Norwegen ist, haben wir das für euch mal getestet. Nun ja. Es ist vielleicht wärmer als eisig, aber kälter als warm. Was es in jedem Fall ist: mords­mäßig erfri­schend!

Paddeln Byglandsfjord

Sonnenbad

Nachdem wir die guten 2 Kilometer wieder zurück­ge­paddelt sind, merke ich, dass das Paddeln Muskel­gruppen beansprucht, die ich wohl noch ausbauen sollte… Jetzt ist erst mal ausruhen angesagt.

Und es passiert etwas, was wir auf dieser Reise so auch noch nicht hatten: Es ist wirklich so sonnig und so heiß, dass wir nach einiger Zeit auch gerne etwas Schatten haben möchten. Und daher kommt das erste(!) Mal, seit wir das neue MoMo haben, die Markise zum Einsatz. Ein bisschen blöd ist nur, dass die Sonne schon so weit rum ist, dass der dadurch gewonnene Schatten eher minimal ist. Aber besser als nichts.

Abend­frieden

Abends schmeißen wir dann noch mal den Grill an. Wir haben nämlich eine neue Entde­ckung gemacht. Man kann im Super­markt Fisch­burger kaufen, die wirklich nach richtig gutem Fisch schmecken. Angeblich mit 85 % Fisch. Und wenn man reinbeisst, glaubt man das auch. Sehr lecker!

Auf der abend­lichen Hunde­runde komme ich noch dazu, eine Beson­derheit vom Neset-Camping­platz abzulichten. Es wimmelt hier nämlich von Kaninchen. Das waren ursprünglich mal Hauska­ninchen. Die sind dann angeblich aber irgendwann mal ausge­büchst und haben sich dann vermehrt wie die… Kaninchen. Und jetzt findet man sie verteilt über den ganzen Camping­platz. So scheu, dass sie sich nicht anfassen lassen, aber so entspannt, dass sie sich gerne auch mal langge­streckt unter ein Auto legen. Man hat den Eindruck: Das sind hier die wahren Hausherren.

Kaninchen

Da der Wind abends dann doch wieder empfindlich kühl wird, geben wir unseren Plan für eine Mondschein­pad­del­runde auf und packen die Kajaks wieder ein. Und wie das dann so ist: Pünktlich zum Sonnen­un­tergang lässt der Wind doch wieder etwas nach und diese tolle Sonnen­un­ter­gangs­stimmung hätten wir dann doch gerne auf dem Wasser erlebt.

Neset Sunset
Himmel
Neset Sunset
Neset Sunset
Neset Sunset
Neset Sunset
Neset Sunset

2 Kommentare

  1. Ich freue mich auf neue Fotos
    Wie lange seid ihr noch unterwegs?

    Antworten
    • Wir gehen jetzt in unsere letzte Woche. So wie‘s aussieht, jetzt noch ein paar Tage Meer. 🙂

      Antworten

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