Schwanz in Sicht
27. Juli 2020

Der Regen setzt sich fort. Und bis Mittwoch ist da keine Besserung in Sicht. Wir passen also unser Reise­ver­halten an. Sprich: ausschlafen und gammeln. Man verpasst eh nicht viel.

Rekefjord

Erst gegen Mittag machen wir uns auf den Weg nach Egersund, dem westlichstem Punkt unserer diesjäh­rigen Reise. Die Landschaft ist auch hier wieder sehenswert, aber das trübe Wetter macht sie nicht so fotogen, wie sie eigentlich ist. Und wir sind froh, dass wir den deutlich spekta­ku­lä­reren Teil der Strecke Flekkefjord-Egersund mit seinen Engstellen und Steigungen noch bei besserem Wetter sehen durften.

Auf der FV44

Shoppen in Egersund

In Egersund machen wir Station, um tradi­tionell im Sport Outlet zu shoppen. Langjährige Leser wissen Bescheid: Wir können nicht an uns halten, wenn wir dort sind, weil die Preise erstaun­li­cher­weise günstiger als in Deutschland sind. Ich glaube, es gibt nicht viele Dinge, die billiger als bei uns sind. Aber im Draußen-was-machen-Land Norwegen sind Outdoor­pro­dukte erstaunlich preiswert.

Egersund

Wir müssen gestehen: Außer der Brücke vom Parkplatz zum Einkaufs­zentrum haben wir von Egersund dann auch nicht viel gesehen…

Famili­entrip zum Penis

Nördlich von Egersund gibt es eine geolo­gische Kurio­sität, die wir uns nicht entgehen lassen wollen. Der Troll­pikken hört sich auf Norwe­gisch doch sehr niedlich an. Die englische Version, der Troll Dick, kommt einem bekannter vor und wenn man dann weiß, dass ein Pikken ein Schwanz ist, kommt man der Sache schon näher.

Wanderung zum Trollpikken

Aber der Fels, zu dem hier alle hinlaufen, ist definitiv nicht mehr jugendfrei. Der hat Viagra bis zum Abwinken genommen und ragt stramm in die Höhe. Und anscheinend ist es in Norwegen ein fröhlicher Famili­en­ausflug, gerne auch mit kleinen Kindern, sich diesen steinernen Ständer zusammen anzugucken. Also prüde sind sie nicht, die Norweger!

Wanderung zum Trollpikken

Matsche­pampe

Vom Weg dorthin sind wir zunächst überrascht. Eine Fahrstraße? Das ist aber nicht sehr norwe­gisch. Ach, hätte ich bloß den Mund gehalten. Denn als der Weg dann doch querfeldein geht, wird es eine rechte Matsche­pampe, durch die wir uns bei leichtem Regen die Höhen­meter zum Troll­pikken empor­ar­beiten. Und Regen und Wind werden gefühlt mit jedem Meter mehr. Nicht so ganz gemütlich.

Wanderung zum Trollpikken
Wanderung zum Trollpikken

Als wir den Stein­penis schließlich erreicht haben, sind wir etwas unter­wältigt. Er ragt zwar, wie versprochen, angemessen steil empor. Aber das Wetter lädt jetzt nicht wirklich dazu ein, coole Dickpics zu schießen. Zum einen wegen der grauen Suppe, zum anderen möchte man nicht den steilen, matschigen Zugang zum Schwanz machen, um dort oben vom Wind wegge­pustet zu werden. Obwohl: Mit der Schlag­zeile „Blöd-Tourist stürzt von Troll­penis“ kommt man sicher in die Bild-Zeitung, oder?

Trollpikken
Trollpikken
Trollpikken
Trollpikken
Schaf
Waschen
Der ganze Schmadder will auch wieder abgewa­schen werden!

Wildes Gyadalen

Wir fahren weiter durch das Gyadalen ins Sirdal. Die Strecke erinnert uns ein bisschen an die Fahrt durchs Glencoe in Schottland. Nur mit dem Unter­schied, dass hier die Straße besser und der Verkehr geringer ist. Was bedeutet: mächtige Berge links und rechts, ein wild sprudelnder Fluss neben der Straße und graues Wetter. Wir sind trotz des Dauer­regens begeistert.

Gyadalen
Gyadalen
Gyadalen

Und als wir an die Terland-Klopp-Stein­brücke kommen, hat der Regen sogar mal ein Einsehen und wir können für einen kleinen Fotostop aussteigen.

Terland Klopp
Terland Klopp

Aber kurz darauf wird der Regen stärker und stärker und als wir in Tonstad, unserem Zielort ankommen, regnet es so ordentlich, dass wir gerne auf einen Abend­spa­ziergang verzichten. Aber der Stell­platz direkt am Sirdals­vannet ist super. Zwar keine Facilities, aber asphal­tiert und recht eben. Unsere einzige Sorge: Dass der Dauer­regen den See zum Überlaufen bringt…

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