Vertreibung aus dem Paradies

20. Juli 2020

Vertreibung aus dem Paradies

Vertreibung aus dem Paradies

20. Juli 2020

Hach, was ist das toll hier! Die Nacht war unbeschreiblich ruhig. Aber auch kalt. 10° zeigt das Thermometer an. Jedoch scheint die Sonne und als wir endlich aus den Federn kommen ist sie schon so stark, dass wir in der Sonne frühstücken können. Was ein Luxus!

am Onevatn

Paddelfortschritte

Wir wollen heute noch mal die Scubis aufbauen und auf dem See an unserer Paddeltechnik feilen. Also weniger etwas erkunden, sondern lernen, wie wir das Boot auch zielgerichtet steuern können. Ein Youtube-Video leistet da mal wieder wertvolle Hilfe.

Annette im Scubi

Wir üben fleißig und versuchen, das umzusetzen, was uns erklärt wird. Es klappt immer besser und wir sind mit unseren Fortschritten wirklich zufrieden. Ein Fortschritt, den ich mache: Schwimmweste vernünftig anlegen. Auf den Bildern vom Nomevann sieht das ja schlimm aus!

Seerosen

Nebenbei genieße ich es auch, vorsichtig näher an die Seerosen heranzupaddeln und Fotos zu machen. Wie einfach das ist, wenn man vom Wasser her kommt!

Onevatn
Seerosen
Seerosen

Aber auch der Rest des Sees macht uns glücklich. Viel mehr braucht es nicht, um uns zu befriedigen. Wir sind da sehr einfach gestrickt.

Der erboste Nachbar

Als ich von meinem zweiten Kajak-Trip zurückkomme, winkt mir Annette aufgeregt zu. In meiner Abwesenheit war wohl ein gar nicht mal so netter Norweger bei ihr und hat einen Platzverweis ausgesprochen. Das sei Privatgelände, wir würden campen und sollten machen, dass wir Land gewinnen. Sofort.

Ups.

Wir sind uns eigentlich keiner Schuld bewusst. Es gab keinerlei Verbotsschilder an der Seezufahrt und auch keine Häuser in der Nähe – außer am anderen Ufer des Sees. Und die große Fläche, auf der wir stehen, sieht auch eher so aus als würde sie regelmäßig für eine Übernachtung genutzt. Na ja, wir sind ja friedfertige Camper und suchen keinen Streit. Also packen wir leicht betrübt unsere Plörren zusammen und verabschieden uns mit einer Träne im Knopfloch von unserem kleinen Paradies.

Bezauberndes Tovdal

Wir haben aber direkt einen Plan B zur Hand und ziehen einfach unseren Plan für morgen einen Tag vor. Denn der Rjukanfossen im Tovdal hört sich spannend an. Übrigens, Achtung: es handelt sich hier nicht um den ungleich bekannteren Rjukanfossen in Tinn, Telemark. Dieser hier ist nur über eine einstündige Wanderung zu erreichen.

Tovdalselva

Wir sind schon auf den ersten Kilometern des Tovdals begeistert. Bei diesem schönen Wetter sieht das ganze aus, als könnte es auch in der kanadischen Wildnis sein. Zu Beginn ist das Tal noch eher weit und der Tovdalselva fließt hier in erstaunlicher Breite durch.

Tovdal

Im „Hauptort“ des Tals in Hillestad machen wir an der hübschen Kirche Station. Zum einen, weil sie einfach unheimlich fotogen gelegen ist, zum anderen, weil ihr gegenüber die Galleri liegt. Es gibt eine kleine Kunstausstellung, die kostenlos besichtigt werden darf und jede Menge geschmackvolles Kunsthandwerks-Schnickschnack.

Hillestad Kirche
Hillestad Galleri
Hillestad Galleri

Abenteuerweg zum Wasserfall

Am Ende des Tals befindet sich ein kleiner Wendekreis, an dem wir das MoMo parken und uns auf die einstündige Wanderung zum Rjukanfossen machen. Ich hatte vorher gelesen, dass es eine Familie mit 3 kleinen Schulkindern locker geschafft hat und auf der Karte führt der Weg quasi immer am Fluss entlang. Das machen wir doch mit links!

Rjukanfossen Tovdal

Nun, ganz so einfach wird es dann nicht. Wir sind schließlich in Norwegen. Und da heißt neben dem Fluss schon mal, dass man einen steinernen Hang hinaufgeht, um ihn dann durch ein Wäldchen mit Wurzeln und Wasserlöchern hinunterzuwandern. Es ist ein rechtes Gekraxel. Nicht schwer, aber so, dass man permanent schauen muss, wo man seinen nächsten Schritt hinmacht. Und obwohl es nur 3 Kilometer sind, brauchen wir genau die auf der Wandertafel angekündigte Stunde für den Weg bis zum Aussichtspunkt auf den Rjukanfossen.

Micha wandert
Nette wandert

Es ist ein kleines Rennen gegen die Zeit. Eigentlich ist es kein Problem, in Norwegen im Sommer erst um halb sechs abends zu einer Wanderung aufzubrechen. Es ist ja schließlich lange hell. Wir checken erst unterwegs, dass wir in einem Tal unterwegs sind, wo die Sonne gerne schon mal deutlich früher hinter dem Bergrücken verschwindet. Unterwegs bin ich mir fast sicher, dass wir kein Sonnenlicht mehr auf dem Wasserfall sehen werden.

Tovdalselva
Tovdalselva
Tovdalselva
Tovdalselva

Die Möglichkeiten, den Wasserfall zu sehen und zu fotografieren sind sehr übersichtlich. Man kann ihn eigentlich nur vom Endpunkt der Wanderung an einer Wandertafel aus sehen. Oder von einem kleinen Plateau etwas unterhalb. Da stelle ich mich dann hin und habe Glück: Ein bisschen Sonne scheint auf die obere Hälfte des Wasserfalls.

Rjukanfossen Tovdal
Rjukanfossen Tovdal
Rjukanfossen Tovdal
Micha und Annette am Rjukanfossen

Platz am Ufer

Auf dem Hinweg hatten wir schon die Augen offen gehalten, ob wir am Wegesrand eine Stelle finden, an der man übernachten kann. Viele Möglichkeiten gibt es da nicht. Entweder sind in der Nähe von möglichen Stellen Häuser oder es sind sehr unattraktive Schotterflächen. Aber an einer kleinen Anlegestelle mit Booten finden wir dann doch einen Platz, der sich hervorragend zum Übernachten eignet. Nur auf die Mücken muss man hier etwas genauer aufpassen!

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Dänemark/Norwegen Sommer 2020 | Norwegen

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