Düne mit Leuchtturm

13. Juli 2020

So langsam lässt der stürmi­sche Wind nach. Und ich finde, dass es T‑Shirt-Wetter ist. Zumin­dest in der Sonne. Von Annette ernte ich da nur einen ungläu­bigen Blick während sie sich in ihre Daunen­jacke kuschelt. Dänemark macht mich also zum Wikinger. Ha!

Ab aufs Rad

Nachdem wir die erste Hälfte des Tages extremst entspannt verbracht haben, schwingen wir uns nachmit­tags auf Rad. Wir haben einen Plan, der ans Geniale grenzt: Mit den letzten Resten des Sturms lassen wir uns nach Norden pusten, um dann in der angekün­digten Windstille am frühen Abend wieder entspannt zurück­zu­ra­deln. Denn wer fährt schon gerne bei Gegenwind?

Ich hatte schon ein wenig vergessen, wie fein es sich in Dänemark radeln lässt. Wenig Verkehr und/oder vernünf­tige Radwege machen es einfach. Und so ist es auch hier. 

Auf dem Rad

Echt antik

Unter­wegs machen wir noch Halt an einem Antik­shop, der wirklich ein umfas­sendes Angebot hat. Von dem üblichen Nippes, den es auf jedem Trödel­markt gibt, bis zu wirklich ausge­fal­lenen Sachen wie einem Düsenjet-Kinder-Auto. Apropos Auto: Mitten im Laden stehen dann noch echte (und nicht sehr gepflegte) Oldtimer rum. Ein echter Hingucker!

Antike Pferdchen
Im Antikshop

Rubjerg Knude Fyr

Unser Ziel für heute teilen wir mit hunderten anderen: Der Besuch des Leucht­turms Rubjerg Knude Fyr in den Dünen südlich von Lønstrup. Es ist aber auch zu verständ­lich: Der Anblick eines Leucht­turms, der mitten in einer sahara­wür­digen Sanddüne steht ist einfach unschlagbar. Und beein­dru­ckend auch. Denn der Leucht­turm wurde wegen akuter Absturz­ge­fahr im vergan­genen Oktober aufwän­digst um 70 Meter ins Landes­in­nere verschoben. Gut so! Denn der Anblick ist schon wirklich top.

Betrieb am Rubjerg Knude

Mit uns pilgern mehrere Leute den letzten Kilometer vom Parkplatz zum Leucht­turm. Und in der Ferne sieht man schon ameisen­gleich die Menschen durch die Düne wuseln. Aber das faszi­nie­rende ist, dass sich das alles in den Dünen wie von selbst verläuft. 

Rubjerg Knude
Rubjerg Knude

Die einen drehen nach rechts ab, um sich von einer steilen Dünen hinun­ter­zu­ku­geln. Wieder andere suchen sich in den nach links verlau­fenden Sandbergen einen möglichst einsamen Platz auf einer Dünen­kuppe. Und der Rest sucht sich so wie wir irgendwo in der Mitte einen Platz, um ein Selfie mit dem eckigen Leucht­feuer im Hinter­grund zu machen.

Selfie mit Rubjerg Knude

Man merkt hier schon sehr die Kraft der Natur. Selbst jetzt, mit immer nachlas­sen­derem Wind, wird hier ordent­lich Sand in Richtung Landes­in­nere geblasen und über allem Grün liegt auch ein leichter Sandton.

Rubjerg Knude
Rubjerg Knude
Rubjerg Knude
Rubjerg Knude
Rubjerg Knude

Wir verkneifen uns auch auf dem Rückweg die Trecker­tour zu nehmen, die damit wirbt, dass man den hier grasenden Schafen(!) ganz nahe kommt. Das ist ja mal echtes Wildlife hier! Und außerdem grasen die Schafe ganz fried­lich auf dem Rückweg neben uns. 

Schafe am Rubjerg Knude

Feier­abend

Die Rückfahrt ist dann nicht ganz so feder­leicht wie erwartet, da immer noch ein leichter Gegen­wind herrscht. Aber eben nichts im Vergleich zu den vergan­genen Tagen. 

Auf dem Weg zum Leuchtturm
Pferdchen

Und so errei­chen wir Løkken dann auch ohne uns zu veraus­gaben und kaufen noch mal für den Abend ein. Denn für Tortel­lini alla panna fehlt uns noch die Piske­fløde. Für alle Nicht­dänen: das ist die Schlagsahne…

Das Essen ist lecker

Und Elli guckt uns dann beim Essen so sehnsuchts­voll an, als wüsste sie, welche Leckerei ihr da gerade entgeht…

Elli hypnotisiert

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dänemark/Norwegen Sommer 2020
All inclu­sive

All inclu­sive

Unser letzter kompletter Tag in Norwegen ist leider grau und regnerisch. Aber es gibt auch Gutes zu berichten. Unsere Nacht neben der Kirche war friedlich und unspektakulär. Die Bauarbeiter, die hier letzte Arbeiten am neuen Parkplatz vornehmen, nehmen von uns...

Weiße Stadt

Weiße Stadt

Huch! Wir hatten ganz vergessen, dass es in Norwegen auch im Sommer nachts schon mal kalt wird. Anscheinend sind wir hier in einem Kälteloch: 7° zeigt das Thermometer morgens. Das Gute daran: Es war eine klare Nacht und morgens scheint die Sonne. Auf unserer...

Kajak und Knuten

Kajak und Knuten

Gestern haben wir das Paddeln ja wegen des auffrischenden Windes lieber mal verschoben. Zu hubbelig sah uns die Wasseroberfläche für uns ungeübte Anfänger aus. Heute Morgen ist es zwar kein spiegelglatter See, aber mit den kleinen Wellen werden wir wohl fertig. Die...

Tømmer­renna

Tømmer­renna

In der Nacht hat uns diesmal ein Tropfgeräusch auf Trab gehalten, von dem wir nicht sagen konnten, woher genau es kommt. Auf jeden Fall nicht aus dem Wasserhahn. Erst, als den Ausgleichskeil unter dem Vorderrad wegnehme, dämmert es mir. Es kommt nämlich ein Schwall...

Back to basic

Back to basic

Eine merkwürdige Nacht liegt hinter uns. Irgendwo auf dem Campingplatz wurde gefeiert. Sehr lauthals. Auch noch um 3 Uhr nachts. Zu unserem Glück so weit weg, dass wir nicht bei jedem „Hey!“ senkrecht im Bett stehen, aber auch so, dass man nicht wirklich ruhig...

Paddel­som­mertag

Paddel­som­mertag

Was wir heute erleben, ist unser erster richtiger Sommertag. Also, schöne Tage hatten wir ja schon viele. Sonnige auch. Aber ein schöner, sonniger und warmer Tag fehlte uns bis jetzt noch in der Sammlung. So ein Tag, wo man sich freut, dass man auch mal in den...

Flech­ten­steine

Flech­ten­steine

Wir befinden uns jetzt langsam aber sicher auf dem Heimweg. Von jetzt an geht es nach Süden. Und so wie es aussieht, für die letzte Woche wieder mit deutlich besserem Wetter. In Rysstad fragen wir im Fjellmuseum, ob wir wieder Wanderempfehlungen kriegen. Die sind...

Hochwas­ser­fall

Hochwas­ser­fall

Wir sind froher Hoffnung. Nach dem Aufwachen ist doch tatsächlich der Himmel blau und es sieht so aus, als würde die Sonne endlich zurückkommen. Na ja, fast. Denn bis wir aufbruchbereit sind, im Supermarkt eingekauft, an der Tankstelle getankt und ver- und entsorgt...

Regensee

Regensee

Es pladdert. In der Nacht so unaufhörlich und heftig, dass Elli sich wohl an das Unwetter in Torla erinnert und kläglich um unsere Aufmerksamkeit jammert, damit wir sie vor dem Regen beschützen. Das ist jetzt der Teil an einer Norwegenreise, der immer leicht nervt....

Schwanz in Sicht

Schwanz in Sicht

Der Regen setzt sich fort. Und bis Mittwoch ist da keine Besserung in Sicht. Wir passen also unser Reiseverhalten an. Sprich: ausschlafen und gammeln. Man verpasst eh nicht viel. Erst gegen Mittag machen wir uns auf den Weg nach Egersund, dem westlichstem Punkt...

Ruhetag deluxe

Ruhetag deluxe

Der Wetterbericht hat ja so was von recht. Nachts schüttet es, morgens schüttet es. Kein Wetter, bei dem man gerne raus möchte. Außer dem Norweger, der mit T-Shirt und Shorts an uns vorbeigeradelt kommt. Brrr! Wir machen zunächst mal einen gehörigen Hüttenbrumm und...

Verpasste Gelegen­heiten

Verpasste Gelegen­heiten

Wir tun uns schwer mit dem Abschied von einem unserer Lieblingsorte dieses Jahres. Zu schön ist der Platz neben dem Leuchtfeuer. Vor allem bei dem immer noch ausgesprochen guten Wetter. Blauer Himmel, Sonnenschein, leichte Brise. Aber der Wetterbericht kündigt nichts...