Sonnen­wind
11. Juli 2020

Die Nacht kriegt kurz vor Sonnen­auf­gang um 4 Uhr eine fast schon erwar­tete Unter­bre­chung. Der angekün­digte Sturm ist da. Dieser schafft das Kunst­stück, unter die Rollele­mente unseres Tisches zu fahren und so die Tisch­platte aus den Ankern zu heben. Man hört dann bei jeder neuen Böe das Rattern der gelös­ten Elemente auf dem Tisch­ge­stell. Zum Glück fliegt die Tisch­platte nicht komplett weg und ich kann sie wieder befes­ti­gen. Zur Sicher­heit drehe ich den Tisch einfach um…

Neuer Stell­platz

Da wir heute noch mal das MoMo bewegen müssen, um Frisch- und Grauwas­ser zu erledi­gen, beschlie­ßen wir, nach der Rückkehr einen Platz weiter nach links zu wandern. Der sah bei den Nachbarn gestern so perfekt eben aus!

morgendlicher Ausblick

Ich probiere an der Versor­gungs­sta­tion den neuen Watert­win aus, den wir uns gekauft haben, um den Gardenaan­schluss unseres Spiral­schlau­ches auf beiden Seiten zu nutzen. Denn durch die Spirale stand der Schlauch immer etwas unter Spannung und es war immer spannend, zu sehen, ob der Schlauch wohl im MoMo veran­kert bleibt. Vor allem, wenn man alleine Wasser tankt…

WaterTwin

Der Watert­win wird wie ein Tankde­ckel am Wasser­tank verschraubt und verfügt über den Gardena-Standard­an­schluss. Und ich muss sagen: Passt für unseren Anwen­dungs­fall perfekt!

Nicht ganz so perfekt ist dann unser neuer Stell­platz. Also, eigent­lich schon, aber eben nicht, was das Austa­rie­ren des MoMos angeht. Auch mit Keilen stehen wir immer noch leicht schief. Dafür aber weitest­ge­hend windge­schützt. Und das scheint uns bei den teilweise hefti­gen Böen das Wichtigste.

Bei einem formi­da­blen Lachs­k­nä­cke­brot schmie­den wir Pläne.

Knäckebrot mit Lachs

Salzblind

Heute wollen wir uns Løkken einmal angucken. Und natür­lich gehen wir bei diesem blauen Himmel und der fantas­tisch aufge­schäum­ten Nordsee am Meer entlang.

Auf der Bank

Auch heute gibt es wieder viel zu sehen. Im vollen Sonnen­licht haben die Bunker aus dem zweiten Weltkrieg wieder eine ganz andere Wirkung. Und so makaber und traurig der Anlass für diese Beton­ko­losse ist: Irgend­wie haben die was. Vor allem mit den Graffit­tis, die ihnen irgend­wie den Schre­cken nehmen.

Bunker
Løkken Bunker
Yes

Was uns heute beson­ders auffällt: Als Brillen­trä­ger sind wir wirklich gearscht. Schon nach wenigen Minuten hat sich ein feinsal­zi­ger Nebel auf unsere Brillen­glä­ser gelegt. Das kann man die erste Zeit noch kompen­sie­ren, aber erst wenn man die Brille dann geputzt hat, merkt man, wie wenig man nur noch gesehen hat. Und das Spiel wieder­holt sich bei diesem Wind regel­mä­ßig.

Qualle
Strand
Beach Bar Überreste
Passt
Das meistfotografierte Haus Dänemarks

Entspann­tes Løkken

So schön wie die Strand­häu­ser auch ausse­hen: Wir freuen uns, als wir mal aus dem stärks­tem Wind rauskom­men und in Richtung Løkken-City abbie­gen. Und dafür, dass wir Baller­mann befürch­tet hatten, ist es vom Betrieb her genau richtig. Belebt, aber nicht überfüllt.

Løkken
Kirche Løkken
Antike Kästen

Und für unser corona-gestör­tes Empfin­den auch nicht zu eng. Was hier in Dänemark auffällt: Es gibt durch­aus social-distancing Hinweise und Handdes­in­fek­tion in den Läden. Wie bei uns. Aber keine Masken­pflicht. Und auch keine Zettel mit Kontakt­da­ten, wenn man sich in ein Restau­rant setzt. Haben wir mal in der Eisdiele auspro­biert.

Fredis Eis

Süßes Løkken

Ansons­ten gibt es hier das übliche Sorti­ment an Seaside-Shops: Mode, unseli­ger, aber schöner Unsinn und Restau­rants. Und die Bolche­riet. Eine Bonbon­ma­nu­fak­tur, auf die mich Renè aus dem Womofo­rum hinge­wie­sen hat (danke, Renè!). Man kann vor dem Betre­ten des Shops zusehen, wie die Bonbon­masse für die Hartbon­bons vorbe­rei­tet wird. Norma­ler­weise drängeln sich hier anschei­nend Massen. In Corona­zei­ten wird man gebeten, hier doch bitte vorbei­zu­ge­hen und den Laden zu betre­ten, wenn dort weniger als 12 Perso­nen anwesend sind. Und erstaun­li­cher­weise klappt das auch.

Bolcheriet

Ich lasse es mir natür­lich nicht nehmen, ein paar Tüten Bonbons einzu­sa­cken. Und nach dem ersten Probie­ren lässt sich schon festhal­ten: Lohnt sich!

Black lives matter
Black lives matter — auch in Løkken!

Weißes Løkken

Auf dem Heimweg gehen wir noch mal an den weißen Badehäu­sern vorbei, die im Sommer wie Perlen auf der Kette am Strand aufge­stellt werden. Leider werden sie als kostba­res Gut von Genera­tion zu Genera­tion vererbt. Und Vermie­ten ist verbo­ten. Es gibt bestimmt unsin­ni­gere Sachen, die man verer­ben kann!

Weiße Strandhäuser

Und auch heute ist unser Eindruck, dass die Zahl der Menschen am Strand durch­aus überschau­bar ist. Hier ist Social Distancing also nicht nervige Notwen­dig­keit, sondern passiert quasi neben­bei. Super!

Qualle
Rettungsring

In der Ferne können wir auf dem Rückweg wieder den Leucht­turm von Rubjerg Knude sehen. Und anschei­nend wird der Sand dort regel­recht über die Dünen gepeitscht. Es sieht aus wie ein Sandsturm!

Gechill­tes Camping­platz­le­ben

Als wir zum MoMo zurück kommen, wollen wir uns bei diesem sonni­gen Wetter natür­lich rausset­zen. Aber man sollte sich nicht vertun: Es ist durch den Wind auch empfind­lich kalt. Und die Rollele­mente unseres Tisches werden bei jeder Böe hochge­ho­ben, selbst als wir ein paar Bücher zum Beschwe­ren darauf legen. Und nach unserem Nachmit­tags­kaf­fee verzie­hen wir uns ins mucke­lige MoMo. Und was ist das schön! In der Rundsitz­gruppe den Blick schwei­fen lassen, Sonne tanken, aber nicht frieren. So machen wir das!

kuschelige Elli
Ausblick

Kurzer Sonnen­un­ter­gang

Annette kocht uns noch ein feines Abend­essen, wir schrei­ben Blog bzw. Offline-Tagebuch und ehe wir uns verse­hen ist auch schon Sonnen­un­ter­gang.

Abendessen

Wir begeben uns zum Strand­ab­gang, wo auch schon der halbe Camping­platz steht. Irgend­wie hat das ein Feeling von Silves­ter — auch von den Tempe­ra­tu­ren her. Denn wir freuen uns, aus dem mittler­weile doch recht kühlen Wind bald wieder ins MoMo zurück­zu­keh­ren. Und trotz­dem: Unser Sommer muss gar nicht so viel anders ausse­hen…

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