Volle Dröhnung NatOur
19. Juni 2020

Nee, wat ist dat schön hier! Wir stellen fest, dass es wirklich nicht viel braucht, um uns glück­lich zu machen. Ein sonniger Morgen direkt am Fluss mit Ausblick auf Fisch­reiher und Libellen reicht uns da schon. Und macht es auch echt schwer, sich für unsere geplante Wande­rung zu motivieren. Wäre Rumsitzen am Fluss nicht viel attrak­tiver? Da ist es wirklich gut, dass das keine Option ist. Den Stell­platz konnten wir nur für eine Nacht kriegen und sowieso muss Annette morgen wieder zum Seminar nach Köln. Also: jetzt oder nie. Auf geht’s zur offiziell NatOur-Route II benannten Wande­rung von Tintes­mühlen in Richtung Süden.

Frühstück an der Our
Ourufer 2
Libelle

Luxem­burg kann was

Wir müssen zuvor noch das MoMo einmal zum winzigen Wander­park­platz am anderen Fluss­ufer umparken. Die Tour heute ist mir 18 Kilome­tern ein buchstäb­li­ches NoGo für Mia und wir sind froh, dass der Platz sich dank Tallage und Bäumen den ganzen Tag im Schatten befinden wird. So kann sie in Ruhe ihrer Lieblings­be­schäf­ti­gung im Alter nachgehen und sich erst mal wieder hinlegen.

Wanderparkplatz Tintesmühlen

Wieder folgen wir der Empfeh­lung unserer Platz­wartin und starten heute auf der Luxem­burger Seite. Eine gute Wahl, wie sich später noch heraus­stellen wird.

Wir setzen quasi unsere Wande­rung vom Vortag nahtlos fort. Es geht auf meistens schmalen Pfaden stetig auf und ab. Lange­weile kommt da nicht so schnell auf!

Auch hier machen sich die Ausblicke auf die Our oft rar, aber man hört sie fast immer rauschen und geht plötz­lich wieder doch in Fluss­nähe. Abwechslungsreich!

Wegmarkierungen

Fiese Steigungen

Zum Aussichts­punkt Kasselslei muss man ein paar Extra­meter in die Höhe. Aber die nehmen wir natür­lich mit. Und finden dort die unver­meid­liche Madonna vor und sehen auf der gegen­über­lie­genden Seite zwei Wege: Einer unten am Fluss, einer auf fast der gleichen Höhe wir jetzt. Wir wetten: Annette ist für die obere Variante, ich wünsche mir lieber die Flussroute.

Ourblick Kasselslei
Madonna Kasselslei

Von der Kasselslei hinunter geht man beein­dru­ckend viele Stufen hinunter. Die Höhen­meter darf man bald darauf (und kurz vor dem Wende­punkt an der Brücke in Dasburg) aller­dings wieder hinauf — an der Brücke angekommen bin ich nass…

Treppab
Steg über den Bach

Gute Nachrichten an der Brücke

Der Ortsname Dasburg verspricht mehr als er hält. Außer der unver­meid­li­chen Tanke und einem Cafe auf Luxem­burger Seite und einem Camping­platz auf Deutscher Seite gibt es hier nicht viel. Wir sind aber schon froh, ein kühles Weizen und etwas zu essen zu bekommen. Das Croque Monsieur und das Panini, was wir bestellen, schme­cken dann nach der Anstren­gung besser als sie es eigent­lich dürften.

durchgeschwitzt
Pausenbier
Croque Monsieur

Was wir aber gerne hören: Die weitere Route auf der deutschen Seite soll nicht mehr so anstren­gend sein wie das bishe­rige Stück, aber trotzdem sehens­wert. Genau das wollen wir hören.

Verlas­sene Gefährte

Und tatsäch­lich gibt es keine nennens­werten Steigungen, sondern wir können auf breiten Wegen etwas oberhalb der Our zügig voran­kommen. Was hier aber auffällt: Antike Fahrzeuge lässt man hier einfach stehen. Kunst auf der Wiese?

Altew Dampfwalze
Dampfwalze
Motorblock

Denn auch am offen­sicht­lich aufge­ge­benen Stein­bruch stehen mehrere Bagger und Front­lader einfach so rum, wie sie am letzten Arbeitstag geparkt wurden. Skurril!

Fotograf auf der Schaufel
Ourufer

Letzte Gemein­heit

Kurz darauf werde ich aber für meinen Optimismus gestraft. Ihr erinnert euch noch an unsere Wette von der Kasselslei? Ich verliere und es geht auf einmal stramms­tens bergauf. Puh! Im weiteren Verlauf sehen wir auch warum — der Hang fällt hier fast senkrecht zur Our hin ab. Blöd zum Wandern, aber sieht toll aus!

Kasselslei vom anderen Ufer aus
Suchbild Kasselslei vom anderen Ufer aus: Findet den Wegweiser unten rechts und die Bank mit der Madonna oben links!
NatOurroute

Das schwarze Loch

Schon seit einiger Zeit sehen wir einen Hinweis auf das „Schwarze Loch“ auf den Wander­weg­wei­sern. Kurz bevor wir dort ankommen, machen wir aber noch an einer beson­ders maleri­schen Stelle direkt am Fluss­ufer Rast. Wir stärken uns für den letzten Abschnitt noch mal mit unserem Proviant und impro­vi­sieren mit Russisch Brot die Buchstaben O, U und R. Seit wann gibt es eigent­lich Zahlen in den Tüten…?

Pause an der Our 2
Pause an der Our
Our

Ach ja, und das schwarze Loch ist dann genau das: Ein Loch. Schwarz. Vergit­tert. Und aus der düsteren Höhle fliegt Annette dann noch eine Fleder­maus an den Kopf…

Schwarzes Loch

Die letzte Meile

Die letzten Kilometer sind dann einfach nur noch zum Genießen. Keine größere Anstren­gung, dafür aber tolle und weitest­ge­hend unberührte Landschaft. Zumin­dest bis zu dem Zeitpunkt, als uns auf dem Fahrweg kurz hinter­ein­ander 4 Autos mit jungen Leuten entge­gen­kommen, die sich offen­sicht­lich ein schönes Wochen­ende im Niemands­land machen wollen. So viele Menschen haben wir die ganzen 6 Stunden nicht gesehen!

Als wir dann endlich das Camping­platz­ge­lände auftau­chen sehen qualmen die Füße schon ganz ordent­lich. Das wichtigste ist aber erst mal, dass wir Mia entspannt und zufrieden vorfinden und so können wir nach einer kurzen Verschnauf­pause auch nach Hause aufbrechen. 

Eifel, es war sehr schön bei dir!

Heimfahrt Eifel

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Eifel | Kurztrip
Radtour zum Naschikönig

Radtour zum Naschikönig

Ein bisschen vorab-wehmütig sind wir heute schon. Unser letzter voller Tag an der Schlei ist angebrochen. Aber wir wollen ihn noch mal so richtig genießen, bevor es morgen ins Corona-NRW zurückgeht. Frühpaddeln Annette macht es schon mal richtig. Sie schaut aus dem...

Negativ ist positiv

Negativ ist positiv

Das Dolce Vita an der Schlei setzt sich fort. Ausschlafen, Sonnenschein und frische Brötchen. Das einzig frustrierende sind die wirklich niedrigen Temperaturen und der frische Wind. Man möchte doch bei diesem Sonnenschein so gerne draußen frühstücken! Aber das...

Fisch­fri­ka­delle mit Aussicht

Fisch­fri­ka­delle mit Aussicht

Eine Sache kann man schon mal festhalten: Die in Schleswig-Holstein haben ganz schön gutes Wetter für ihr Modellprojekt bestellt. Auch heute begrüßt uns ein strahlend blauer Himmel und auch im Laufe des Tages sind die Wolken am Himmel eher malerisch als störend. Beste...

Schlei-Idylle

Schlei-Idylle

Unsere erste Nacht im MoMo mit Toffi. Es war nicht ganz einfach. Sie ist ein ganz schöner Angstbeller und hat uns (immer kurz vorm Einschlafen…) mit ein paar energischen Bellern, wenn jemand vorbeikam, noch mal aufgeschreckt. Aber irgendwann war dann auch gut und wir...

Versuchs­ka­nin­chen

Versuchs­ka­nin­chen

Es gibt einiges zu berichten! Wir sind wieder auf Reisen und können es immer noch nicht so ganz fassen. Aber das ist bei Weitem noch nicht alles – deshalb erst mal der Reihe nach. Gestatten, Toffi Noch einmal vielen Dank für die lieben Kommentare zu Mias Tod. Das hat...

Rund um die Our

Rund um die Our

Der heftige Regen hat in der Nacht nachgelassen und von einem Gewitter sind wir auch verschont geblieben. Und heute morgen scheint schon wieder die Sonne. So muss das sein! Wir lassen uns Zeit mit dem Aufbrechen und werden dafür mit bestem Fahrwetter belohnt. Klarer...

Verspä­teter Regen

Verspä­teter Regen

Den heutigen Tag hat uns der Wetterbericht als den schlechtesten der Woche präsentiert. Regen und Gewitter. Und das nicht zu knapp. Aber es bleibt auffällig trocken. Es ist zwar wie in den vergangenen Tagen alles reichlich auf der schwülen Seite, aber noch aushaltbar,...

Radel­du­schen und Waldbaden

Radel­du­schen und Waldbaden

Ups. Da haben wir wohl etwas verschlafen. Erst nach 9 Uhr wachen wir auf und wundern uns. Aber das gleichförmige Rauschen der Kyll direkt nebenan hat uns wohl regelrecht eingeschläfert. Egal! Wir feiern stattdessen lieber, dass wir das erste Mal seit gefühlten...

Eifel­b­lech

Eifel­b­lech

Unsere Nacht auf der Alpakafarm war friedlich. Das sanfte Tröpfeln des Regens auf den Alkoven war eher schlaffördernd. Das Wetter macht uns ja für die kommenden Tage eher Sorge. Im Wetterbericht werden jeden Tag Regenwolken angezeigt. Nicht das, was wir sehen wollen....

Im Zweifel: Eifel

Im Zweifel: Eifel

Diesmal haben wir brav nicht nur das Pfingst-, sondern auch das Fronleichnamswochenende abgewartet und starten erst am Sonntag zu unserem nächsten Kurztrip. Wir haben immer noch genug Ideen, was wir machen können, aber die Eifel ist wunderschön und liegt direkt vor...

Eierku­chen mal anders

Eierku­chen mal anders

Nach der zweiten Nacht brechen wir unsere Zelte in Ründeroth ab. Es geht weiter. Unser nächstes Ziel hat den freundlichen Namen Lieberhausen. Ein paar Kilometer östlich und oberhalb der Aggertalsperre gelegen. Wir parken an der Friedhofskapelle und machen uns...

Bergi­sche Lamas

Bergi­sche Lamas

Unser Stellplatz erweist sich als nicht hübsch, aber wunderbar ruhig. Wir haben sensationell geschlafen und werden auch nicht durch Eltern geweckt, die ihre Kinder in den Kindergarten bringen - wegen Corona ist der wunderschöne Naturkindergarten nämlich noch...