Rund um die Our
18. Juni 2020

Der heftige Regen hat in der Nacht nachge­lassen und von einem Gewitter sind wir auch verschont geblieben. Und heute morgen scheint schon wieder die Sonne. So muss das sein!

Wir lassen uns Zeit mit dem Aufbrechen und werden dafür mit bestem Fahrwetter belohnt. Klarer blauer Himmel mit großen Blumen­kohl­wolken in verschie­denen Schat­tie­rungen. Wir cruisen in eifel­ty­pi­scher Manier bergauf und bergab. Wenn man bergauf fährt ist es bei diesem Wetter teilweise spekta­kulär, weil man meint, in die Wolken zu fahren.

Tintes­mühlen

Wir brauchen nur 30 Minuten bis an die luxem­bur­gische Grenze. Hier liegt, genau in der Mitte von zwei Wander­touren, auf luxem­burger Seite der Camping­platz Tintes­mühlen. Oder Tentis­mühlen. Oder Tintes­millen. Der Luxem­burger an sich sortiert Vokale in Worten anscheinend sehr freigiebig.

Wir haben offen­sichtlich Glück, dass wir an einem Donnerstag ankommen. Denn ohne Reser­vierung scheint hier an den Wochen­enden nichts zu gehen. Und unser Glück wird noch größer, als wir den uns zugewie­senen Stell­platz sehen: Direkt am Ufer der rauschend vorbei­flie­ßenden Our, auf fein gemähtem Rasen und mit viel Platz drumrum. Nehmen wir gerne an!

In Rekordzeit haben wir Tisch und Stühle aufgebaut und genießen die Toplage am Fluss bei deutlich sonni­gerem Wetter als wir uns erhofft haben. Läuft!

Tintesmühlen
Campingplatz Tintesmühlen
Tintesmühlen 2

Drei-Länder-Wanderung

Ein bisschen kämpfen wir mit uns. Denn es ist sehr verlo­ckend, einfach in der Sonne zu sitzen und es sich gut gehen zu lassen. Aber wir sind ja extra hierhin gefahren, weil die Wande­rungen entlang der Our so urig sein sollen. Und es wäre doch wirklich schade, das zu verpassen.

Mia an der Our
Wanderbereit

Von unserer netten Gastge­berin haben wir noch den Tipp bekommen, dass es vom Strecken­verlauf schlau wäre, auf der nördlichen Runde zunächst in Deutschland zu beginnen. Für die südliche Runde wäre dann Luxemburg der bessere Start. Salomo­nisch. Da wir beide Touren machen wollen, entscheiden wir uns zunächst mal für die kürzere Wanderung in Richtung Norden. 13 Kilometer sind ja auch ganz okay.

Ourbrücke

Wir überqueren also die Our und steigen den Hang hinauf. Und entfernen uns nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Weite von der Our. Die verschwindet nämlich für den Großteil der deutschen Seite komplett aus unserem Blick. Moment mal, so hatte ich mir das nicht vorge­stellt! Zwar lässt sich der Weg auf meistens breiten Forst­wegen gut gehen und der Wald ist jetzt auch nicht so schlecht, aber da hatte ich etwas komplett anderes erwartet.

Wald an der Our
Ourblick

Vor allem, dass es nicht dauernd stramm aufwärts und dann wieder abwärts geht. Nach dem Anstieg zur Königslei komme ich mir ein wenig vereimert vor. Statt der verspro­chenen Aussicht landen wir an einer Picknickbank mit Ausblick auf den Wald. Hrmpf. Ich bin leicht verschnupft. Die kleine Aussichts­hütte, von der wir ins Tal runter­blicken können, kommt nämlich erst ein paar Meter weiter bergab…

Bergauf an der Our
Königslei

Faulenzer-Tipp: Wer auf diese Aussicht verzichten kann, kommt deutlich zügiger voran, wenn er den Aufstieg zur Königslei auslässt und statt­dessen auf dem Weg parallel zur Our bleibt.

Drei-Länder-Eck

Erst gegen Ende des deutschen Teils kommen wir wirklich in die Nähe des Flusses. Das tut gut, denn es bedeutet auch Abwechslung.

Grenzbrücke

Nachdem wir die Georges-Wagner-Brücke überquert haben sind wir schon in Belgien. Und wenige Schritte später dann in Luxemburg. Es gibt bestimmt einen Bekloppten, der fürs Guinessbuch der Rekorde hier im Kreis gelaufen ist und die meisten überquerten Länder­grenzen an einem Tag für sich beansprucht…

Dreiländereck

Wir bleiben noch für eine Rast ein bisschen in Belgien und gehen die paar Schritte hinüber zum Europa­denkmal. Das hört sich aber bedeu­tender an als es dann in Wirklichkeit ist. Man könnte auch sagen, dass dort jemand einen recht schmuck­losen kleinen Park angelegt hat und 5 Stein­klopse und ein paar Infotafeln aufge­stellt hat. Zack, feddich, Denkmal.

Europadenkmal Deutschland

Uriges Luxemburg

Auf dem Rückweg auf luxem­burger Seite verstehen wir auch, woher die Our ihren Namen hat. Hier ist es nämlich deutlich uriger als auf der deutschen, eher gesit­teten Seite. Was bedeutet, dass der Weg abwechs­lungs­reicher und auch ein bisschen abenteu­er­licher wird.

Am Straßenrand fällt uns zunächst auf, dass es hier anscheinend früher mal eine größere Picknick­fläche gab, die heute aber entweder verboten, zumindest aber aufge­geben ist. Alles ein bisschen verlottert.

Lost Picknickplatz

Dafür wird der Weg eher zu einem Pfad, der sich durch Wald und Wiesen schlängelt. Und die Our ist immer nicht weit entfernt. So macht eine Fluss­wan­derung schon mehr Spaß!

Ouridylle
Rastplatz

Annette meint, sogar kurz einen Eisvogel gesehen zu haben. Für die schuss­be­reite Kamera lässt er sich aber nicht mehr blicken. Da sind die Marge­ri­ten­wiesen schon dankbarere Motive.

Margeriten
Wanderzeichen
Totes Blatt
Weg mit Hindernissen
Hinder­nisse gibt es auch hin und wieder.

Abend am Fluss

Wir kommen mit qualmenden Füßen am Camping­platz an und freuen uns, dass wir zunächst sogar noch gemütlich draußen sitzen und zu Abend essen können. Erst, als wir um 9 Uhr ins gemüt­liche MoMo gehen, merken wir, dass es am Fluss abends halt auch schneller kalt wird. Wir müssen uns erst mal aufwärmen.

Abendessen

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