Radelduschen und Waldbaden
16. Juni 2020

Ups. Da haben wir wohl etwas verschlafen. Erst nach 9 Uhr wachen wir auf und wundern uns. Aber das gleichförmige Rauschen der Kyll direkt nebenan hat uns wohl regelrecht eingeschläfert. Egal! Wir feiern stattdessen lieber, dass wir das erste Mal seit gefühlten Ewigkeiten vor dem MoMo frühstücken können. Mit frischen Brötchen vom Bäcker um die Ecke.

Und auch der Wetterbericht scheint gelogen zu haben. Zunächst ist es gar sonnig und auch die aufziehenden Wolken haben so gar nichts bösartiges an sich. Also lassen wir uns alle Zeit der Welt, bevor wir einen kleinen Abstecher per Rad nach Kronenburg machen wollen. Denn dort waren wir ja gerade noch auf unserem Trip in den Jura im vergangenen Herbst gewesen.

Halb ins Wasser gefallen

Wir wechseln noch schnell auf den Parkplatz am Kyllradweg und schnallen die Räder ab. Da der Weg nur ein kleiner, halbstündiger Abstecher ist, lassen wir die Hunde für diesmal im MoMo und fahren los.

Abfahrt Kyllradweg

Und es kommt natürlich, wie es kommen muss. Aus den anfänglichen paar Tropfen wird zunächst ein aushaltbarer Landregen, der sich aber auf genau halber Strecke zu einem ausgewachsenen Guss steigert. Da macht das Radfahren auf einmal gar nicht mal so viel Spaß!

Unterstand

Wir haben aber wieder mal Glück im Unglück: Kurz hinter Stadtkyll gibt es einen richtigen Rastplatz am Radweg. Mit einem ausgedienten Eisenbahnwaggon als Schutzhütte. Voll cool! Wir stellen uns also unter und können den Guss zumindest so lange abwarten, bis der Regen heller wird.

Nass aber glücklich
Regentropfen

Als wir kurz darauf am Kronenburger See ankommen, ist es bereits trocken und sogar ein Hauch Sonne schafft es durch die Wolken. Wir machen es uns auf einer der XL-Liegebänke gemütlich.

Kronenburger See
Annette und Micha

Die Rückfahrt ist dann nur noch Formsache und wir kommen tatsächlich trocken wieder am MoMo an.

Kyllradweg

Waldbaden

Wir überlegen kurz, wie wir den Tag weiter gestalten. Zum Stellplatz und chillen, oder noch etwas unternehmen? Wir entscheiden uns für Letzteres. Denn Annette hat in Schönecken eine Wanderung zum Waldbaden ausfindig gemacht. Und nicht nur hört sich Schönecken nach einer schönen Ecke an, auch das mit dem Waldbaden wollen wir jetzt genauer wissen.

Wanderparkplatz Schönecken

Die Idee dahinter hat nichts mit Schwimmen zu tun, sondern viel mehr mit „in den Wald eintauchen“, ihn bewusst wahrnehmen. Wir sind uns zwar nicht sicher, warum das hier so viel besser als anderswo sein soll, aber Versuch macht kluch.

Wanderung Schönecken

Das mit dem Eintauchen wäre in den Bächen, die auf der Karte vermerkt sind, auch wirklich schwierig geworden. Denn die sind alle trockengefallen. Wie wir später lernen, weil dies hier ein Karstgebiet ist, wo das Wasser schon mal im Boden versickert.

Wanderung Schönecken 6

Spätestens ab dem Wegekreuz Meiers Ruh wird es dann richtig toll. Denn tatsächlich ist das hier ein ausgesprochen schöner, sehenswerter Mischwald mit vor allem Buchen, Ahorn und den unvermeidlichen Fichten. Immer wieder bieten sich schöne Ausblicke, die ein Walddesigner entworfen haben könnte. Toll hier! Und wie das duftet!

Wanderung Schönecken 2

Wolkenberge

Nach einem kurzen Anstieg sind wir auf einmal auf freiem Feld und können mächtige Wolkenberge bestaunen. Ein toller Kontrast zu dem dichten Blätterdach des Waldes.

Endloser Himmel
Fotobombing
Fotograf
Endloser Himmel 2

Wir finden am Wegesrand noch mördergroße Löwenzahne. Oder vielmehr deren Pusteblumen. Echt riesig!

Riesenlöwenzahn

Nach diesem Abstecher unter freien Himmel geht es dann wieder unter das Blätterdach des Waldes im Altburgtal. Wow! Annette findet die richtigen Worte: „Das ist, als würde man in eine Kirche gehen!“ Nur mit dem Unterschied, das unsere Kirche sich ganz schön in die Länge zieht! Wir sind absolut begeistert.

Wanderung Schönecken 3
Wanderung Schönecken 4

Zumindest so lange, bis wir heftiges Donnergrollen hinter uns hören. Kommt jetzt doch eines der angekündigten Gewitter auf uns zu? Wäre gar nicht mal so toll, denn es sind noch 45 Minuten zu wandern…

Wanderung Schönecken 5

Aber auch hier haben wir wieder Glück. Der Himmel hinter uns ist wirklich beeindruckend schwarz, aber bis auf ein paar Tröpfchen als wir am MoMo ankommen, bleibt es trocken.

Stellplatz am Bahnhof

Unser Tagesziel ist der Stellplatz in Pronsfeld, einem kleinen Eifeldorf direkt am Prümradweg. Die haben nämlich aus der großen Fläche am ehemaligen Bahnhof einen ordentlichen Womo-Stellplatz gemacht. Hier ist wirklich mehr als genug Platz!

Stellplatz Pronsfeld
Stellplatz Pronsfeld 2

Und nachdem Annette uns eine leckere (zur Abwechslung mal vegane) Bolognese gekocht hat, können wir die Füße hochlegen.

Vegetarische Bolognese

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