Eins, Zwei oder Drei
14. Mai 2020

Unser letzter Tag an der Weser. Der Plan für den Tag ist simpel: Noch mal was Schönes unter­nehmen und dann entspannt nach Hause zurück fahren. Denn morgen müssen wir in Hattingen sein, da Elli zugewachsen ist und hunde­fri­siert wird.

Wir fahren auf der rechten Weser­seite in Richtung Norden. Wir sehen unterwegs den Radweg auf dieser Weser­seite und bedanken uns im Nachhinein noch einmal für den gestrigen Tipp. Auf dieser Seite ist der Weg zwischen­durch mal gepflastert statt asphal­tiert und wirkt auch deutlich hügeliger. Und tenden­ziell scheint er weiter von der Weser weg zu sein und näher an der Landstraße zu verlaufen. Da scheint der andere Weg deutlich angenehmer zu sein.

Ölmühle Solling

Wir steuern einen Tipp an, der uns neugierig gemacht hat: die Ölmühle Solling. Die hat nämlich Womo-Stell­plätze, die aber aber momentan noch wegen Corona gesperrt sind. Parken können wir dort trotzdem problemlos.

Ölmühle Solling 2

Und in der Ölmühle sind wir dann im Nirvana. So viele leckere Produkte! Und das kann man tatsächlich sofort sagen. Denn wir finden hier z.B. die leckeren Crêpe Dentelles von Gavottes, die wir bisher nur in Frank­reich kriegen konnten. Aber auch die Öle und Essige überzeugen. Es gibt nämlich eine Verkostung. Das ist mit Maske, die hier natürlich auch Pflicht ist, aller­dings nur bedingt lustig. Vor allem, wenn man, so wie ich, vergisst, dass man maskiert ist. Dann hat man nachher nämlich einen leckeren Ölfleck auf der Maske…

Ölmühle Solling

Wir packen mehr in unsere Einkaufs­körbe als das Essens­budget empfiehlt, aber wenn man doch schon mal hier ist… Außerdem werden wir hier auf Landver­gnügen aufmerksam. Das ist die deutsche Version von France Passion oder BritStops, welche wir beide schon mit Begeis­terung auspro­biert haben. Das Prinzip ist simpel: Bauernhöfe, Weingüter oder Gaststätten bieten einen kosten­losen Stell­platz für Landver­gnügen-Kunden und freuen sich im Gegenzug, wenn bei ihnen einge­kauft wird. Ein Kaufver­pflichtung gibt es nicht, aber wir haben es eigentlich noch nie bereut, wenn wir auf dem Hof einge­kauft haben. Echte Highlights waren für uns z. B. der Hof an der Route du Cidre oder das köstliche schot­tische Breakfast am Loch Katrine. Wenn es in Deutschland dann so tolle Sachen wie die Ölmühle hier gibt, dann ist der Kauf des Buches echt ein No-Brainer. Vor allem, wenn man weiß, dass man dieses Jahr viel in Deutschland unterwegs sein wird…

Qual der Wahl

Auf der Weiter­fahrt (wir wollen eigentlich zum Schloss Corvey, was immerhin ein Weltkul­turerbe ist) kommen wir an die Weser­brücke in Höxter. Auch hier eine Baustelle mit einer Breiten­be­grenzung von 2,10m. Hm, vielleicht doch ein bisschen zu knapp mit dem MoMo? Wir gehen lieber kein Risiko ein und fahren Richtung Naturpark Solling-Vogler.

Wanderparkplatz Boffzen

Auf einem Wander­park­platz kurz hinter Boffzen halten wir an und checken unsere Möglich­keiten. Wenn wir doch hier schon in einem Naturpark sind, können wir doch auch einfach aussteigen und wandern? Denn das Wetter ist weiterhin bewölkt freundlich und mit den kühlen, aber nicht kalten Tempe­ra­turen doch ideal zum Wandern.

Wanderung BO

Auf der Tafel mit den Wander­wegen lässt man uns die Wahl zwischen BO1, BO2 und BO3. Wir wählen mit BO2 die golden Mitte und machen uns auf den Weg. Naturpark, das wird bestimmt aufregend!

Nunja. Geht so. Denn wir laufen auf breiten Forst­wegen. Schnur­gerade bergauf. Aber der spannende Teil kommt bestimmt noch!

Road to nowhere

Gefahr!

Nicht so wirklich. Denn als wir laut BO2 endlich vom Forstweg in den Wald abbiegen sollen, steht da ein Schild. Gefahr! Verboten! Und ein Flatterband sperrt den Weg notdürftig ab, damit unbedarfte Wanderer nicht von herab­fal­lenden Ästen und umstür­zenden Bäumen erschlagen werden.

Waldweg gesperrt

Und da wir keine Lust auf Totschlag durch Wald haben, kehren wir frustriert um. Und verstehen jetzt auch, warum der geschnitzte Waldmann so gries­grämig guckt. Bestimmt ein Scheißjob, wenn man an einer Stelle aufge­stellt wird, wo alle Wanderer sich ärgern…

Missmutiger Baummann

Wir wollen schließlich nicht ganz aufgeben und schwenken statt­dessen an der nächsten Kreuzung auf den BO1 ab. Aber auch hier ist es ein breiter Forstweg, auf dem man durch den Wald geht. Einen Aufreger gibt es dann aber doch noch: Wir kommen nämlich zu einem Teil des Waldes, der militä­ri­sches Übungs­ge­lände ist. Aber wir werden weder erschossen noch von einem Panzer überrollt.

Militärischer Bereich

Es passt zu diesem Wanderweg, dass das letzte Stück zurück zum MoMo dann komplett zugewachsen und kaum noch als Wanderweg erkennbar ist. Das war jetzt echt nicht so sehr der Hit…

Zugewuchert
Ausblick durchs Dach
Aber der Ausblick durchs Dachfenster vom MoMo ist schön!

A night in Sprock­hövel

Wir machen uns nun auf die Rückfahrt quer durch den Teuto­burger Wald, bevor wir in Paderborn wieder auf die Autobahn kommen. Unser Ausflug nach OWL hat sich voll gelohnt. Wir kommen gerne wieder!

Einen Stell­platz in der Nähe vom Hunde­friseur haben wir in Sprock­hövel gefunden. Auf dem Parkplatz Im Baumhof gibt es tatsächlich 2 ausge­wiesene Womo-Stell­plätze. Wir fragen uns nur, wer sich diese unwegsame Zufahrt zu den Plätzen ausge­dacht hat. Da ist noch Luft nach oben.

Wir haben uns für unseren schon letzten Abend auf dieser Minitour den örtlichen Griechen Sirtaki ausge­guckt. An uns soll es nicht liegen, dass es der Gastro­nomie schlecht geht! Hier setzt man im Service auf Plexiglas-Mundschutz. Schön, wenn man den Leuten ins Gesicht sehen kann. Aber die Verständ­lichkeit ist dadurch ähnlich reduziert wie bei der Stoff­maske.

Vorspeisenteller Sirtaki

Ob es daran liegt, dass wir. statt des bestellten kalten Vorspei­sen­tellers einen gemischten bekommen haben (aller­dings dann auch zum doppelten Preis…)? Wir haben uns jedoch nicht beschwert, da uns alles wirklich gut geschmeckt hat.

Haupgericht Sirtaki

Und auch die schön angerich­teten Haupt­ge­richte haben was herge­macht. Wir waren dann aller­dings über den angebo­tenen Absacker-Ouzo zum Verdauen sehr glücklich. Und beim Essen überlegen wir, ob man das nicht zu einer Tradition machen kann: Mit dem MoMo zum Hunde­frisör fahren und am Abend vorher lecker zu speisen. Wer sagt denn, dass man mit dem Wohnmobil immer auf große Fahrt gehen muss…?

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