On the road again
11. Mai 2020

Das gibt‘s doch nicht! Wir dürfen tatsächlich wieder mit dem MoMo unterwegs sein. Das Reise­verbot für touris­tische Fahrten wegen der Corona-Lage ist zumindest für NRW und Nieder­sachsen aufge­hoben und wir wollen wieder auf die Straße. Das fühlt sich reichlich unwirklich an. Beim Beladen des MoMos fühlen wir uns wie Schmuggler, die heiße Ware an Bord bringen. Und stellen fest, dass auch das MoMo uns einen Augen­blick fremd vorkommt. So eine Art Verbotene Stadt auf Rädern.

Wir haben ein bisschen überlegt, wo es uns hinzieht. Eher in die nähere Umgebung oder doch weiter weg? Bergi­sches Land oder anderes Bundesland? Wir entscheiden uns für einen Mittelweg. Ostwest­falen haben wir bis jetzt nur sehr lückenhaft kennen­ge­lernt. Wir wollen daher mal die Region erkunden, wo die Weser NRW und Nieder­sachsen trennt und feststellen, wie düster der Teuto­burger Wald nun wirklich ist.

Warburg

Fachwerk­stadt Warburg

Als wir aufbrechen, haben wir strahlend-stürmi­sches Wetter mit drama­ti­schen Wolken und es ist gehörig abgekühlt. Auf der Autobahn merkt man bei einigen Böen, dass das schon ein heftiger Seitenwind ist. Daher sind wir eher gemütlich unterwegs. Hetzt uns ja keiner. Und die Strecke nach Warburg, unserem Etappenziel, ist mit 2 Stunden ja auch überschaubar.

In Warburg finden wir einen feinen Übernach­tungs­platz am Waldbad, das wegen Corona, aber auch wegen des kühlen Wetters traurig verwaist auf bessere Zeiten wartet.

Unser Weg führt uns zunächst hinab zur Diemel, dem kleinen Fluss, der unterhalb von Warburg entspannt in Richtung Weser fließt. Und die Diemelauen tragen ihren Namen absolut zurecht. Ein breites grünes Flusstal mit größten­teils schon verblühten Obstbäumen. Das macht alles schon einen sehr feinen Eindruck. Und wir merken, wie sehr uns das in den letzten Monaten gefehlt hat: Einfach aufbrechen und etwas Neues entdecken!

Diemel
An der Diemel
Schlagbaum

Gelun­genes Stadt­pan­orama

Und Warburg entpuppt sich als Volltreffer für uns. Das Stadt­pan­orama, wenn man an der Nepomuk-Statue steht, wirkt so, als wäre es kompo­niert. Genau richtig viele Türme, geschmackvoll verteilte Bäume, uriges Fachwerk. Gefällt uns sehr!

Warburg Panorama
Nepomuk

Aber auch am Wegesrand gibt es viel schönes. Es fällt uns leicht, uns hier wohlzu­fühlen.

Pusteblume
Treppauf

Als wir schließlich über mehrere Treppen zur Stadt empor­steigen, werden wir mit weiteren tollen Fachwerk­häusern belohnt. Es ist ganz berechtigt, dass die Stadt wohl auch als Rothenburg Westfalens bezeichnet wird. Nur mit deutlich weniger Touris­ten­massen. Und das sicherlich nicht nur wegen Corona. Denn was man leider auch feststellen muss: Viele Geschäfte stehen leer. Und das wohl auch nicht erst seit ein paar Wochen…

Group Therapy
Blüte
Kirchdach
Mauerblume

Noch mehr Fachwerk

Nachdem wir uns mit einem leckeren italie­ni­schen Eis gestärkt haben machen wir uns an die Erkundung der Altstadt — die liegt nämlich im unteren Teil Warburgs und hat vielleicht noch mehr schnu­ckelige Fachwerk­häuser.

Warburg Altstadt
Altstadt Warburg
Abwärts

Und unterwegs lernen wir noch, dass Warburg eine Hanse­stadt ist. Ist in der Straße unter dem Sacktor vermerkt. Und da es auch einen Sackturm gibt, frage ich mich, warum es dann eine Sackstraße sein musste und nicht die viel näher liegende Sackgasse…

Sackturm
Making of Sacktor
Making of “Sacktor”
Sacktor
Warburg Bodenplatte

Wir sind von den vielen Fotomög­lich­keiten ganz berauscht und können uns auch hier an den Details von Blumen und Türbe­schlägen nicht sattsehen.

Friedhof Warburg
Dächer Altstadt Warburg
Fachwerkhaus
Rosenblüte
Türornament
Türverzierung
Trabbis

Gelun­gener Auftakt

Und auf dem Heimweg durch die Diemelauen kriegen wir dann noch frühlings­hafte Sonnen­un­ter­gangs­stimmung geboten. Nicht schlecht für unseren ersten Reisetag nach den zweimo­na­tigen Corona-Einschrän­kungen!

Abendstimmung

Blöd nur, wenn die Sorge immer mitreist, dass die Covidioten und Verschwö­rungs­theo­re­tiker uns das ganz schnell wieder kaputt machen können und der nächste und vielleicht längere Lockdown kommen könnte. Wir beschließen daher, jede Möglichkeit zu nutzen, solange es geht.

4 Kommentare

  1. Schöne Bilder! Uns geht es ganz genauso und sind schnell los nach Nieder­sachsen!

    Antworten
    • Aber nicht in unsere Ecke, oder? Sicher irgendwas mit Meer… 😉

      Antworten
  2. Hallo ihr vier schön, euch Mal persönlich getroffen zu haben. Die Bilder sind wunder­schön und wir wünschen euch weitere entspannte Tage und spannende Eindrücke in dieser Region

    Antworten
    • Das war super, mal von Lesern angesprochen zu werden! Noch mal Danke für eure Tipps und ebenfalls gute Reise!

      Antworten

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