Regen und Daten­schreck
15. Oktober 2019

Manchmal muss man den Profis einfach glauben. Der Wetter­be­richt ist geradezu beängs­tigend korrekt. Zunächst ist es nur grau, aber pünktlich zum Vormittag gesellt sich dann noch Dauer­regen dazu.

Naja, machen wir uns halt einen gemüt­lichen Tag im MoMo. Ist doch auch schön.

Daten­we­ge­la­gerer

Für meine Daten­karte im iPad beginnt heute ein neuer Abrech­nungs­monat. Damit sollte also einem erfolg­reichen Bloggen nichts mehr im Wege stehen. Ich will ja schließlich endlich die Beiträge der vergan­genen Wochen hochladen.

Aber als ich mehr aus Interesse mal in der Vodafone-App nachgucke, trifft mich fast der Schlag. Zusätz­liche Verbin­dungs­kosten: 595€. Was zum Teufel…?

Schnell dämmert es mir: Grenz­gebiet? Schweiz? Und genau: Im Feld für den Mobil­funk­be­treiber steht Swisscom…

Und da wählt der sich einfach ohne zu fragen ins Schweizer Netz ein, obwohl wir auf der franzö­si­schen Seite stehen und obwohl es 5 franzö­sische Netzbe­treiber zur Auswahl gibt? Und ohne mich auf die dadurch anfal­lenden Kosten hinzu­weisen? Und für 120MB soll man dann allen Ernstes fast 600€ zahlen? Wo ich gestern noch über Congstar geschimpft habe, die für 1GB 9€ sehen wollen. Ich werde abwech­selnd blass und rot vor Wut. Denn das stinkt schon mächtig nach Abzocke.

Ich stelle fest, dass so ziemlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen kann. Durch die Automatik bei der Netzbe­trei­ber­auswahl kann es halt tatsächlich passieren, dass sich das Gerät ins „böse“ Netz über der Landes­grenze einwählt. Notlösung für diesen Fall: Automatik ausschalten und fest einen definitiv franzö­si­schen Netzbe­treiber einstellen.

Auch die Option „Vodafone Data Roaming Limit“, die Daten­nutzung außerhalb der EU auf einen Maximal­betrag von 50€ deckelt, ist standard­mäßig nicht aktiviert gewesen.

Und mein sofor­tiger Anruf beim Vodafone-Service beruhigt mich dann auch nicht wirklich. Es sei ja schon ein alter Vertrag (von 2018…). Und man müsse als Vodafone ja schließlich diesen Betrag so auch an die Schweizer bezahlen. Man fragt sich manchmal, für wie dumm die einen verkaufen wollen… Immerhin nimmt der (immerhin freund­liche) Mensch am anderen Ende der Leitung meine Beschwerde entgegen und will sie an das Rekla-Team weiter­leiten. Wann ich von denen eine Antwort bekommen würde? Och, das könne schon bis zu 10 Tage dauern… Und ich mache in Gedanken schon mal einen fetten Vermerk: Vodafone als Mobil­funk­be­treiber? Never again!

Herbst­zauber

Nachdem wir diesen Tiefschlag verdaut haben, brechen wir unsere Zelte am Doubs lieber mal ab. Denn auch wenn man weiß, dass mit dem manuellen Festlegen eines franzö­si­schen Mobilfunk-Providers eine weitere Kosten­ex­plosion ausge­schlossen ist, hat man gefühlt den Eindruck, dass da durch das nächste dumme Missge­schick die nächsten Hunderte von Euros zum Fenster rausfliegen.

Wir fahren durch die trübe, aber trotzdem irgendwie passende Herbst­stimmung den Berg wieder hinauf. Der Blick zurück ins Tal ist bedeutend schöner als es die Bilder vermitteln können. Alles leuchtet trotz der tiefhän­genden Wolken.

Wir fahren ins Tal des Cirque de Conso­lation. Passt ja irgendwie. Conso­lation heißt ja auf deutsch Trost… Die Abfahrt auf der D128 hinunter ins Tal ist bei dieser toll-herbst­lichen Stimmung Weltklasse. Vor und über uns Felsen und gelb-orange-braune Blätter. Und bei der kurvigen Abfahrt ist es mir ganz recht, dass hier eher kein Verkehr herrscht.

Als wir am ehema­ligen Kloster Notre-Dame-de-Conso­lation ankommen, sind wir aber etwas unter­wältigt. Hier ist echt tote Hose. Alles sieht verlassen und verwaist aus. Auch der ehemalige Womo-Stell­platz ist nur noch ein pfützen­über­säter Kiespark­platz ohne jede Vorrich­tungen. Hier wollen wir nicht bleiben.

Lediglich eine Kaffee­pause mit den Rosinen­schnecken, die Annette unterwegs gekauft hat, gönnen wir uns.

Großartige Aussicht

Obwohl das Wetter nicht viel verspricht, fahren wir zum Aussichts­punkt La Roche du prêtre. Es geht reichlich steil hinauf zu dem Belvedere, den wir von unserem Parkplatz im Tal schon erahnen konnten.

Und dieser Ausblick ins Tal ist trotz des niese­ligen Regens wahrlich grandios. Da geht es steil hinunter und alle Farben unten im Tal schreien laut HERBST! Wirklich toll. Und, bei dem Wetter auch kein Wunder: Wir stehen komplett alleine auf dem großen Parkplatz

Stell­platz mit Plan C

Zum Übernachten ist es uns hier aber dann doch zu schräg und zu ungemütlich. Wir klappern weitere Stell­platz­emp­feh­lungen ab und sind erst mal wähle­risch. Plan A am Schwimmbad von Les Fins? Och nö. Plan B an einem Hof für Kutsch­fahrten? Ungemütlich an einer Durch­fahrt­straße. Aber Plan C ist dann ein Volltreffer. Direkt am Ufer des Doubs in Chaillexon.

Wir parken direkt unter den Bäumen und fühlen uns fast schon geborgen unter dem dichten gelben Blätterdach. Und der abend­liche Blick auf die Schweizer Seite ist dann mit abgestellter Netzau­to­matik auch wieder stressfrei zu genießen. Obwohl ich unsin­ni­ger­weise des abends öfter noch mal kontrol­liere, ob die Kosten auch wirklich nicht noch gestiegen sind…

 

1 Kommentar

  1. (Kommt hoffentlich nicht doppelt- die Kommen­tar­funktion ist mäßig… „ungül­tiger Sicher­heits­token“ 🤭🙄?)

    Oh je, hoffentlich hattest du Erfolg mit deiner Beschwerde. Das ist heftig!!
    Vodafone habe ich vor langer Zeit nach schlechten Erfah­rungen den Rücken gekehrt…,
    Bei der Telekom gehört die Schweiz (und Liech­ten­stein und Island) zum Inlandroaming, genau wie EU-Länder.

    Antworten

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