Belvedere

Regen und Datenschreck

Manchmal muss man den Profis einfach glauben. Der Wetterbericht ist geradezu beängstigend korrekt. Zunächst ist es nur grau, aber pünktlich zum Vormittag gesellt sich dann noch Dauerregen dazu.

Naja, machen wir uns halt einen gemütlichen Tag im MoMo. Ist doch auch schön.

Datenwegelagerer

Für meine Datenkarte im iPad beginnt heute ein neuer Abrechnungsmonat. Damit sollte also einem erfolgreichen Bloggen nichts mehr im Wege stehen. Ich will ja schließlich endlich die Beiträge der vergangenen Wochen hochladen.

Aber als ich mehr aus Interesse mal in der Vodafone-App nachgucke, trifft mich fast der Schlag. Zusätzliche Verbindungskosten: 595€. Was zum Teufel…?

Schnell dämmert es mir: Grenzgebiet? Schweiz? Und genau: Im Feld für den Mobilfunkbetreiber steht Swisscom…

Und da wählt der sich einfach ohne zu fragen ins Schweizer Netz ein, obwohl wir auf der französischen Seite stehen und obwohl es 5 französische Netzbetreiber zur Auswahl gibt? Und ohne mich auf die dadurch anfallenden Kosten hinzuweisen? Und für 120MB soll man dann allen Ernstes fast 600€ zahlen? Wo ich gestern noch über Congstar geschimpft habe, die für 1GB 9€ sehen wollen. Ich werde abwechselnd blass und rot vor Wut. Denn das stinkt schon mächtig nach Abzocke.

Ich stelle fest, dass so ziemlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen kann. Durch die Automatik bei der Netzbetreiberauswahl kann es halt tatsächlich passieren, dass sich das Gerät ins „böse“ Netz über der Landesgrenze einwählt. Notlösung für diesen Fall: Automatik ausschalten und fest einen definitiv französischen Netzbetreiber einstellen.

Auch die Option „Vodafone Data Roaming Limit“, die Datennutzung außerhalb der EU auf einen Maximalbetrag von 50€ deckelt, ist standardmäßig nicht aktiviert gewesen.

Und mein sofortiger Anruf beim Vodafone-Service beruhigt mich dann auch nicht wirklich. Es sei ja schon ein alter Vertrag (von 2018…). Und man müsse als Vodafone ja schließlich diesen Betrag so auch an die Schweizer bezahlen. Man fragt sich manchmal, für wie dumm die einen verkaufen wollen… Immerhin nimmt der (immerhin freundliche) Mensch am anderen Ende der Leitung meine Beschwerde entgegen und will sie an das Rekla-Team weiterleiten. Wann ich von denen eine Antwort bekommen würde? Och, das könne schon bis zu 10 Tage dauern… Und ich mache in Gedanken schon mal einen fetten Vermerk: Vodafone als Mobilfunkbetreiber? Never again!

Herbstzauber

Nachdem wir diesen Tiefschlag verdaut haben, brechen wir unsere Zelte am Doubs lieber mal ab. Denn auch wenn man weiß, dass mit dem manuellen Festlegen eines französischen Mobilfunk-Providers eine weitere Kostenexplosion ausgeschlossen ist, hat man gefühlt den Eindruck, dass da durch das nächste dumme Missgeschick die nächsten Hunderte von Euros zum Fenster rausfliegen.

Wir fahren durch die trübe, aber trotzdem irgendwie passende Herbststimmung den Berg wieder hinauf. Der Blick zurück ins Tal ist bedeutend schöner als es die Bilder vermitteln können. Alles leuchtet trotz der tiefhängenden Wolken.

Wir fahren ins Tal des Cirque de Consolation. Passt ja irgendwie. Consolation heißt ja auf deutsch Trost… Die Abfahrt auf der D128 hinunter ins Tal ist bei dieser toll-herbstlichen Stimmung Weltklasse. Vor und über uns Felsen und gelb-orange-braune Blätter. Und bei der kurvigen Abfahrt ist es mir ganz recht, dass hier eher kein Verkehr herrscht.

Als wir am ehemaligen Kloster Notre-Dame-de-Consolation ankommen, sind wir aber etwas unterwältigt. Hier ist echt tote Hose. Alles sieht verlassen und verwaist aus. Auch der ehemalige Womo-Stellplatz ist nur noch ein pfützenübersäter Kiesparkplatz ohne jede Vorrichtungen. Hier wollen wir nicht bleiben.

Lediglich eine Kaffeepause mit den Rosinenschnecken, die Annette unterwegs gekauft hat, gönnen wir uns.

Großartige Aussicht

Obwohl das Wetter nicht viel verspricht, fahren wir zum Aussichtspunkt La Roche du prêtre. Es geht reichlich steil hinauf zu dem Belvedere, den wir von unserem Parkplatz im Tal schon erahnen konnten.

Und dieser Ausblick ins Tal ist trotz des nieseligen Regens wahrlich grandios. Da geht es steil hinunter und alle Farben unten im Tal schreien laut HERBST! Wirklich toll. Und, bei dem Wetter auch kein Wunder: Wir stehen komplett alleine auf dem großen Parkplatz

Stellplatz mit Plan C

Zum Übernachten ist es uns hier aber dann doch zu schräg und zu ungemütlich. Wir klappern weitere Stellplatzempfehlungen ab und sind erst mal wählerisch. Plan A am Schwimmbad von Les Fins? Och nö. Plan B an einem Hof für Kutschfahrten? Ungemütlich an einer Durchfahrtstraße. Aber Plan C ist dann ein Volltreffer. Direkt am Ufer des Doubs in Chaillexon.

Wir parken direkt unter den Bäumen und fühlen uns fast schon geborgen unter dem dichten gelben Blätterdach. Und der abendliche Blick auf die Schweizer Seite ist dann mit abgestellter Netzautomatik auch wieder stressfrei zu genießen. Obwohl ich unsinnigerweise des abends öfter noch mal kontrolliere, ob die Kosten auch wirklich nicht noch gestiegen sind…

 

1 Antwort
  1. Britta sagte:

    (Kommt hoffentlich nicht doppelt- die Kommentarfunktion ist mäßig… „ungültiger Sicherheitstoken“ 🤭🙄?)

    Oh je, hoffentlich hattest du Erfolg mit deiner Beschwerde. Das ist heftig!!
    Vodafone habe ich vor langer Zeit nach schlechten Erfahrungen den Rücken gekehrt…,
    Bei der Telekom gehört die Schweiz (und Liechtenstein und Island) zum Inlandroaming, genau wie EU-Länder.

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