Goldenster Oktober
13. Oktober 2019

Wir wachen auf und strahlen. Denn wir gucken hinaus über die sanft-hügelig wirkende Landschaft des Jura und schauen der Sonne beim Aufgehen zu. Herrlich friedlich hier!

Jagdfieber

Wir starten mit einem tollen Ausblick beim Frühstück in den Tag und sehen plötzlich ein paar Hunde über die Wiese flitzen. Und Männer mit neono­ran­genen Westen. Und wir hören Böller. Es ist Jagd! Wir verfolgen das Treiben auf den Wiesen vor uns, stellen aber fest, dass unsere Sensa­ti­onslust wohl nicht befriedigt wird. Hier ist wohl nur der Rand des Jagdge­bietes, wo man aufpasst, dass das (angeschossene) Wild nicht entfleucht. Spannend ist es aber trotzdem, zu gucken, wie die Jäger mit Stöcken auf die Büsche schlagen, um eventuell unter­ge­schlüpfte Tiere aufzu­scheuchen. Und wenn man nach einem Schuss eine besonders aufge­regte Hunde­meute bellen hört, kann man sich vorstellen, dass da wohl gerade ein Tier sein Leben ausge­haucht hat.

Privat­konzert

Aber als wäre das noch nicht genug, geht die Show bald weiter. Nachdem die Jäger das Weite gesucht haben, kommen auf einmal viele Autos hinter­ein­ander an, parken auf dem Parkplatz hundert Meter weiter und die Insassen bauen sich neben der Marien­statue auf. Das örtliche Harmo­nie­or­chester spielt auf!

Zunächst irritiert es uns, dass immer das gleiche Stück gespielt wird. Aber mit dem x‑ten Durchgang bleibt einem die wehmütig-majes­tä­tische Melodie dann doch in den Gehör­gängen kleben.… Ein junger Mann hat seine Kamera auf einem Stativ aufgebaut. Ob hier gerade ein YouTube-Clip für das Orchester gedreht wird?

Tolle Wanderung

Eine zeitlang haben wir auf einmal einen dritten Hund. Einer der Jagdhunde beschließt, dass er es bei uns auch ganz schön findet. Er hat einen Funksender mit langer Antenne an. Ob er dann per Fernsteuerung zurück­ge­rufen werden kann?

Uns gefällt es mittler­weile so gut hier, dass wir beschließen, es ruhig angehen zu lassen und noch eine Nacht hier zu verbringen. Annette muss zwar ein bisschen gebremst werden, weil sie schon andere tolle Sachen in Aussicht hat, aber auch sie ist von der Idee schnell begeistert.

Wir haben die Auswahl zwischen Wanderung „1“ oder „5“. Wir entscheiden uns gegen den histo­ri­schen Weg von Belvoir und für „Les Hautes Roches“, zu den hohen Felsen. Was eine gute Entscheidung!

Denn wir finden hier einen äußerst abwechs­lungs­reichen Weg vor, der uns nur auf den ersten und letzten Metern über Asphalt führt. Ansonsten ist praktisch alles dabei: Wald, Kuhweide, Alm. Und das alles im steten Wechsel, so dass es einem auch nicht langweilig wird.

Und vor allem die hohen Felsen sind wirklich sehenswert. Ich bin fast schon ein wenig enttäuscht, dass sich nicht noch ein paar Kletterer in der steilen Wand befinden. Das müsste doch ein Paradies für Kletterer sein!

Und gut, dass ich die Hinweis­schilder am Wander­park­platz abfoto­gra­fiert habe. Denn heute lernen wir, dass das Wander­zeichen „gelb-blau-parallel“ den Weg zeigt, und gelb-blau-überkreuz bedeutet, dass man sich auf dem Holzweg befindet(mauvaise=schlecht). Was eine geniale Idee, an einer Kreuzung auch mal wie bei einer Schnit­zeljagd zu markieren, wo es definitiv nicht weitergeht!

Windiger Nachmittag

Der letzte steile Anstieg bringt uns dann noch mal gehörig ins Schwitzen. Denn heute ist wirklich der vorletzte richtig warme Tag des Jahres. Weit über der 20°-Marke! Für morgen ist es ähnlich schön angekündigt und ab dann decken wir den Mantel des Schweigens über den Wetter­be­richt…

Und daher wollen wir den Sonnen­schein einfach noch mal genießen. Die eigentlich geplante Schloss­be­sich­tigung wird als dann doch nicht so wichtig einge­stuft und statt­dessen setzen wir uns an die zum Stell­platz gehörende Picknickbank, trinken Sirop, später Bierchen und freuen uns des Lebens. Die einzige Überra­schung ist der doch ausge­sprochen starke (aber warme) Wind, der uns fast die Trink­becher vom Tisch weht!

Gegen Abend kommt noch eine Familie aus Australien vorbei. Die Kinder haben große Hunde­s­ehn­sucht, weil sie ihre Hunde von Zuhause vermissen. Da ist Elli genau der richtige Kandidat! Und wir bewundern die ausge­dehnte Reise der Australier: Seit Anfang September hier und „home for Christmas“ — die machen es richtig!

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