Hebri­den­vor­freude
20. Mai 2019

Wir haben gestern schon mal vorge­ar­beitet. Die Fähre nach Lochbo­isdale auf South Uig ist für morgen gebucht — es geht auf die Äußeren Hebriden! Jetzt müssen wir nur noch überlegen, was wir bis dahin machen. Aber die Auswahl ist reichlich! Wir müssen uns nur entscheiden, was wir auf dem Weg nach Mallaig alles sehen wollen.

Local Shopping

Kurz hinter Ardshe­alach ist das schnu­ckelige kleine Tioram Café, in dem wir kurz Halt machen und mit “Fisherman’s Blues” aus den Lautspre­chern begrüßt werden. Schin mal gut! Hier hätte man ein schönes Scottish Breakfast kriegen können — aber wir waren leider schon satt. Und der Shop hat tolle Fotos im Angebot. Ich hoffe aber, dass ich noch ein paar ähnlich gute hinkriege…

Wenig weiter ist dann in Acharacle der Village Store. Ein kleiner Laden, in dem wir aber das meiste unseres Einkaufs­zettels abarbeiten können.

Tioram castle

Von hier geht es weiter zum toll gelegenen Tioram Castle. Auf einer “uneven road” (schöner Euphe­mismus für: kaputt) geht es langsam und malerisch für 2 Meilen voran.



Am Ende des Loch Moidart steht dann ein bisher nur halb verfal­le­nenes Schloss auf einer Insel. Aber leider ist es schon so kaputt, dass es für die Öffent­lichkeit aus Sicher­heits­gründen gesperrt ist. Bei Ebbe kann man aber zumindest bis zu den Außen­mauern gelangen. Und wir haben Ebbe!

Nachdem wir alles wegge­guckt haben und uns darüber freuen, dass die Sonne zumindest zaghaft wieder­kommt, geht es weiter Richtung Norden. Dafür fährt man aber erst mal einen großen Schlenker, denn der Loch Moidart hat sich hier weiter ins Land gefressen als man denkt. Ausglei­chende Gerech­tigkeit: Es ist eine sehr schöne Strecke mit tollen Aussichten auf die hohen Berge im Hinter­grund.

Deutsche Smokery

In Glenuig sehen wir den Hinweis für die Räucherei, die auch im Müller-Reise­führer erwähnt wird. Können wir natürlich nicht links liegen lassen. Und zu unserer Überra­schung wird uns angeboten, ruhig deutsch zu sprechen — die nette Eigen­tü­merin Christine Ewers ist vor 14 Jahren ausge­wandert und betreibt mit ihrem Mann nun das Ardshe­alach Smoke­house. Wir kaufen fleißig ein. Sie verschicken aber wohl auch nach Deutschland…

Sound of Arisaig

Von hier geht es jetzt wirklich ans Meer. Der Sound of Arisaig bietet tolle Ausblicke. Und es gibt mehrere Parkplätze, um diese wunderbare Aussicht in Ruhe genießen zu können. Ich genieße es, nach den ganzen (tollen!) Single-Track-Roads das MoMo auf einer breiten Straße einfach mal nur entspannt laufen zu lassen und auch wieder mehr von der Landschaft zu sehen.

Flamm­neuer Campground

Ab Arisaig benutzen wir die scenic coast route. Und an dieser Route liegen viele Camping­plätze. Und wir sind wieder ein bisschen entsetzt: An fast allen prangt das Schild “no vacancies”. Auch am von uns nach den Empfeh­lungen favori­sierten “Bunacaimb”. Was ist denn hier los?
Gut, man muss zur Erklärung sagen, dass wir uns in der Nähe der Sands of Morar befinden, die uns unsere schot­tische Bekannt­schaft auf dem Ben A’an empfohlen hatte. Und die Strände hier sind wirklich top. An der Sunnyside Croft Touring Site gibt es dann doch noch freie Plätze. Und der Platz ist wirklich tiptop angelegt und gepflegt. Da gibt’s nix zu meckern. Außer beim Preis: 34£/Nacht? Really? Puh!
Annette hat noch ein As im Ärmel: Sie hat bei park4night einen Platz auf einem Bauernhof in Back of Keppoch gefunden. Für die hier üblichen 20£. Den steuern wir an und sehen schon von der Ferne die Womos. Direkt an einem tollen Strand aufge­reiht. Und als wir näher kommen, sehen wir auch noch perfekt und liebevoll angelegte, ebene Plätze mit eigener Strom- und Wasser­ver­sorgung. Das ist aber ein doller Bauernhof!



Die Ernüch­terung folgt, als wir den Preis erfahren. Auch hier sind 30£ fällig. Denn es ist nicht der Bauernhof, sondern ein flammneu eröff­neter Stell­platz namens “Tigh na Mara”. Da die Lage unschlagbar und der Stell­platz mehr als großzügig ist (und wir keine wirklich sinnvolle Alter­native sehen), zahlen wir leicht zähne­knir­schend den hohen Preis und freuen uns alsbald über die großartige Aussicht hinüber auf die Insel Skye und zu den kleineren Inseln Eigg, Rum und Muck.



Wenn das jetzt schon mal ein Vorge­schmack auf die Strände auf den Äußeren Hebriden ist, dann wird das in den kommenden Tagen sehr, sehr lecker!


2 Kommentare

  1. Hallo , schön fast live aus Schottland euren Bericht zu lesen. Wir starten am Freitag mit der Fähre Hoek van Holland nach Harwich. Wir planen am Samstag Abend an der schot­ti­schen Grenze zu sein. Ich habe euren Block aboniert . Werde mich von unterwegs des Öfteren mal einklinken und mich melden.

    Bisher vielen Dank für den schönen Bericht.

    Schöne Grüße aus dem verreg­neten Bad Münster­eifel.

    HSH

    Antworten
    • Hallo,

      Wie schön, dass ihr alles noch vor euch habt! Die Hebriden toppen bis jetzt alles vorige — und das ist verdammt schwer! Wenn ihr eure Pläne also noch ändern wollt…

      Liebe Grüße und schönen Urlaub,
      Michael

      Antworten

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