Shoppen in Oban
14. Mai 2019

Frühstück im Sonnen­schein. Ein gutes Omen für den Tag. Denn der Frühling hat sich anscheinend in Schottland einge­nistet und ist mild bis warm.

Wir starten also entspre­chend langsam in den Tag, kommen erst gegen Mittag los und verlassen den Camping­platz Richtung Oban auf der landein­wärts führenden Straße, die sich aber als vielleicht sogar noch enger entpuppt als die Uferstraße gestern!

Fähre buchen

In Oban gehen wir erst mal zum Fährter­minal um uns nach Fahrplan und Tickets für die Fähre nach Mull zu erkun­digen. Der Fahrplan ist kein Problem — die Fähre verkehrt häufig. Aber wir kriegen erst ein Ticket für die Fähre um 18.10 Uhr! Auch hier wundert es uns, dass Anfang Mai die Fähren an einem Wochentag schon ausge­bucht sind.

Shoppingtour

Wir machen aus der Not eine Tugend und freuen uns über den Stadttag im netten kleinen Oban. Bei dem Pracht­wetter lässt es sich trefflich schlendern und dem Treiben im Hafen zuschauen.

Es gibt ein paar verlo­ckende Stände mit Seafood, aber wir verschieben das zunächst mal auf später. Vor der Abfahrt nach Mull wollen wir uns die Zeit mit leckerem Fisch am Hafen vertreiben.

Und in der Buchhandlung schlagen wir schon wieder bei Reise­bü­chern zu. Wir müssen doch verrückt sein! Aber die kleinen Büchlein mit Wander­touren von Paul&Helen Webster wirken zu verlo­ckend und sind so liebevoll gemacht, dass wir sie einfachen haben müssen.

Und das „Take the slow road“-Buch für Schottland von Martin Dorey ist nicht nur gut gemacht, sondern spricht uns auch von der Philo­sophie schon sehr aus dem Herzen. Slow. Das passt zu uns.

Ein paar Geschäfte weiter grinse ich noch über den Laden mit dem ungewöhn­lichen Namen Fatface. Mutig, mit dem Namen Frauen­kleidung verkaufen zu wollen… Aber tatsächlich finden wir deren Kollektion ausge­sprochen schön. Und wandern nach ausgie­bigem Anpro­bieren mit gefüllter Tasche wieder hinaus. Wieso gibt es die eigentlich nicht in Deutschland…?

Schlem­mereis

Und bei dem sonnigen Wetter fühlt es sich nur richtig an, dass wir ein paar Scoops in Cones schle­ckern. Oder auf Deutsch: Bällchen im Hörnchen. Denn im Pokey Hat gibt es Obans einziges hausge­machtes italie­ni­sches Eis. Und es lohnt sich wirklich sehr. Yummy!

Hunde­freunde

An dieser Stelle mal ein kleiner Exkurs zum Reisen mit Hunden in Schottland. Ein absoluter Traum! Nicht nur, dass es problemlos ist. Nein, man kommt wirklich ständig und überall schnell ins Gespräch mit den anscheinend größten­teils hunde­ver­rückten Schotten. Das Gute ist, dass sie freundlich und total angemessen mit den Tieren umgehen. Trotzdem muss Elli mittler­weile ganz schön einge­bildet sein — so oft, wie sie schon gehört hat, dass sie wonderful ist!

Es fällt aber auch auf, dass es so gut wie nie Kläffer oder unange­nehme Hunde gibt, denen man begegnet. Im Prinzip sind die schot­ti­schen Hunde ein Spiegelbild ihrer Herrchen und Frauchen. Extrem sozial und menschen­be­zogen. Man muss sie einfach gerne haben.

Gasproblem halb gelöst

Dank eines Tipps von „Sprin­ter­traum“ aus dem Womoforum fahren wir als nächstes zum Gashandel in Oban. Dort kann man uns zwar nicht mit einem Auffüllen der Gasfla­schen helfen, aber die drei von der Gastank­stelle geben sich größte Mühe, uns weiter­zu­helfen. Am PC wird uns mittels Google Maps gezeigt, wo genau eine Tankstelle in Richtung Fort William ist, wo angeblich Gasfla­schen vom Kontinent gefüllt werden könnten. Das wäre ja eine einfache Lösung unseres Gaspro­blems. Auch wenn es uns nicht mehr so sehr bedrückt. Denn die letzten schönen Tage und etwas weniger eisigen Nächte bedeu­teten auch anscheinend weniger Gasver­brauch. Gut so!

Frühe Fähre

Als wir schließlich nach einem Einkauf bei Tesco am Fährter­minal eintreffen, wundern wir uns erstmal reichlich doof, warum die Kontroll­häuschen alle auf der Beifah­rer­seite sind. Warum bloß, ist doch voll unprak­tisch? Ach so, das war ja was: sind ja alles Rechts­lenker, hier in Schottland…

Noch viel besser ist dann aber die Auskunft, dass wir die frühere Fähre nehmen können. Denn auf der 17-Uhr-Fähre sind noch Plätze frei und wir belegen den vorletzten! Dumm nur, dass ich dadurch meinen Fisch­teller am Hafen verpasse, da wir uns eigentlich gemütlich am Terminal hinstellen wollten, um vor der Überfahrt noch mal Fisch essen zu gehen.

Auf der Überfahrt zwischen den Inselchen hindurch wächst die Freude auf Mull. Das wird gut! Denn das Glitzern der Sonne auf dem Meer, der frische Wind und der Ausblick auf die erstaunlich bergige Insel machen Lust auf mehr.

30 Meilen Single Track

Vom Fährhafen Craignure geht es weiter in Richtung Westen nach Fionn­phort, dem Fährhafen zur heiligen Insel Iona. Die Fahrt durch die einsame Gegend bei Sonnen­un­ter­gangs­stimmung ist großartig. Während man im Inland eher die Gipfel rechts und links bewundert, wird es Richtung Westen noch zauber­hafter, da sich die Abend­sonne auf dem Loch Sridain spiegelt und für traum­hafte Aussichten während der Fahrt sorgt. Und skurrile Warnschilder sorgen dafür, dass man auf Enten(!) und Otter(!!) achtet, die die Straße kreuzen könnten…

Beach­camping

Unser Ziel für heute ist aber noch nicht Iona. Sondern der Strand von Uisken am südlichen Rand der Insel. Dort kann man für 2£/Nase campen. Das Geld wird zünftig von einer freund­lichen Bäuerin per Auto einge­sammelt, mit dem sie von Womo zu Womo fährt. Wir freuen uns über einen Platz in erster Reihe am Strand und Elli freut sich, dass sie ihre dollen 5 Minuten ausleben kann, indem sie tradi­tionell in Kreisen über den Strand rast.

Wir lassen es lieber etwas langsamer angehen und bewundern das diffus milchige Licht zum Sonnen­un­tergang. Hier kann man es aushalten!

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