Gemüt­liche Rückreise
21. März 2019

Wetter­mäßig müssen wir uns um nichts kümmern. Es scheint einfach immer die Sonne. Was ein Luxus!

Annette hatte die gute Idee, dass wir vor der Abfahrt doch noch eine kürzere Wanderung machen könnten. Vom Rochers de Castelviel soll man einen schönen Ausblick auf das Tal der Ardèche haben.

Wir kleiden uns also wieder mehrlagig und machen uns auf den Weg. Da es heute aber wesentlich weniger windig, aber genau so sonnig ist und dazu noch bergauf geht, müssen wir das schnell ändern. Die Jacken wandern in den Rucksack und geschwitzt wird trotzdem noch. Aber wir wollen uns nicht beschweren!

Ardèche­blick

Auf dem Weg werden wir mit kleinen Raupen übersät. Diese hängen quasi an Fäden (oder sind es doch Spinn­weben?) mitten im Weg und reisen alsbald per Anhalter mit.

Als wir am Schild für den Rochers ankommen sind wir zunächst mal irritiert. Denn hier gibt es so ungefähr gar keine Aussicht. Statt­dessen: Bäume, Bäume, Bäume. Aber ein Hinweis­schild verrät den schmalen Pfad zum Panorama. Und von dort hat man dann wirklich gute Ausblicke auf Teile der Schlucht. Eine lohnende 2‑Stunden-Wanderung!

Belohnung bei Drillo

Als Belohnung folgt Annettes zweiter guter Einfall: Ein Mittagsmenu im Le Drillo. Dieses Restaurant an der tollen Brücke über die Ardèche bietet nämlich eine Formule unique midi (Mittagsmenü) für 17,50€. Müssen wir auspro­bieren!

Wir finden wieder mal ein gut gefülltes Restaurant vor und sind froh, dass wir noch einen Tisch kriegen ohne reser­viert zu haben.

Das Essen ist dann optisch ein absolutes Highlight. Und auch geschmacklich gut — nur leider ist mein Stier­gu­lasch (Gardiane de taureau) offen­sichtlich von einem Rentner­stier gewesen. Zäh und trocken. Aber immerhin mit leckerer Sauce!

Sprung ins Beaujolais

Jetzt heißt es aber Kilometer fressen. Wir fahren bis Montelimar auf der Landstraße und wechseln dort auf die Autobahn — es ist dort einfach entspannter zu fahren. Wenn man mal von Lyon absieht. Hier kommen wir in den Feier­abend­verkehr und können uns im Stau ein bisschen die Uferstraße an der Rhône angucken…

Als wir den schlimmsten Stau hinter uns lassen, können wir kaum glauben, dass unser Ziel im Beaujolais nur noch eine halbe Stunde entfernt sein soll. Aber es ist tatsächlich so. Die quälende Stadt­durch­fahrt ist schnell vergessen, als wir im unter­ge­henden Sonnen­licht in die Weinberge hinein­fahren. Schön hier!

Weinprobe mit Aussicht

Und der Stell­platz an der Domaine Croifolie ist dann tatsächlich so gut wie erhofft. Nein, eigentlich noch besser. Denn der Womo-Stell­platz ist ein kleines, extra für Womotou­risten angelegtes Plateau mit toller Luxus-Weitsicht. Der Winzer, Gérard Crozet, begrüßt uns freundlich und bietet sofort eine Weinde­gus­tation an. Und als wir nach einer Boulan­gerie fragen (die es im Ort aber leider nicht gibt), holt seine Mutter aus dem Tiefkühl noch ein halbes Baguette, damit wir nicht verhungern.

Und dann wird erst mal Wein gepichelt und in einem unbehol­fenen Mix aus Deutsch-Franzö­sisch unter­halten wir uns mit Gérard, der uns geduldig alles erklärt, was es zu wissen gibt. Am Ende wandern dann ein paar Flaschen Rosé, Roter und sogar ein süßer Aperi­tifwein ins MoMo. Hat sich für alle Betei­ligten gelohnt!

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