Wer B sagt, muss auch Ah! sagen
20. Juli 2018

Wir setzen also unseren Plan B in die Tat um. Es geht nach Norwegen!

Etwas wehmütig, aber gleich­zeitig gespannt auf alles, was uns Norwegen wieder an grandiosen Erleb­nissen bescheren wird, brechen wir auf.

Im Tante-Emma-Laden kurz vor der Gränse (ich liebe es, wie ähnlich sich deutsch und schwe­disch manchmal sind!) machen wir kurz Halt, um die Vorräte aufzu­fri­schen, sind dann aber vom doch sehr übersicht­lichen Angebot sehr ernüchtert. Und der verspro­chene Systembo­laget bedeutet Schwachbier und nichtmal unsere Pfand­dosen werden wir hier los. Immerhin können wir sie für einen guten Zweck spenden, indem wir sie in die Tonne des örtlichen Vereins werfen, der sie beizeiten einlösen wird.

Die Landschaft wirkt hier im Grenz­gebiet teilweise schon kanadisch. Jede Menge Bäume, ein breiter Fluss, viel Landschaft.

Norwegen heißt uns dann mit dem gewohnten gelben Mittel­streifen willkommen — ansonsten könnte man fast verpassen, dass wir uns in einem anderen Land befinden. Stück für Stück zunächst mal wieder Richtung Oslo und damit auch Richtung Zivili­sation. Viel Landwirt­schaft, viel Verkehr!

Als wir unterwegs an einer Kirche eine kurze Pause einge­legen, finde ich per Google Maps unser Ziel für ein ausgie­biges Mittags­päu­schen: Die Kirchen­ruine von Nes, idyllisch gelegen direkt oberhalb des Zusam­men­flusses von Glomma und Vorma.

Der Weg dorthin ist schot­terig eng und gleich­zeitig ein guter Härtetest für unser provi­so­risch befes­tigtes Regal­brett: Alles fest!

Und der Platz an der Ruine könnte auch glatt ein netter Stell­platz für die Nacht sein, wenn man damit leben kann, dass ein Schlagbaum die Ruine von 23–7 Uhr versperrt.

Wir machen lieber eine Kaffee­pause mit kleinem Nickerchen im Kirch­garten und müssen uns allen Ernstes schnell einen Schat­ten­platz suchen, weil es in der Sonne einfach zu heiß ist. Auch hier: Tempe­ra­turen um die 30°!

Der Boden ist so ausge­trocknet, dass sich Risse gebildet haben — aber wir sind hier doch in Nor-we-gen! Was ist denn hier los?

Unser Weg führt uns weiter Richtung Randsfjord, wo wir mal wieder Bekannt­schaft mit ellen­langen Tunneln machen und den sonnigsten Blick auf den Fjord genießen dürfen.

An der Badebucht in Horns­linna machen wir Rast und gucken uns das Treiben am Strand an. Es weht ein herrlich kühlender Wind, der so manchen fetten Sonnen­brand erklärt — man merkt einfach nicht, wie sehr die Sonne knallt!

Unser Zielpunkt für heute liegt im Etnedalen, durch das sich das Flüsschen Etna schlängelt. Am Rastplatz Sandmo­vegen kann man sich unterhalb des Rastplatzes an den Fluss stellen und hat einen richtig feinen Stell­platz mit Fluss­rau­schen inklusive.

Noch besser ist aber der natür­liche kleine Badeplatz mit seinen Minikas­kaden nebenan. Wir steigen hinab und sind begeistert von der Erfri­schung, der Aussicht und dem sanft strömemden Wasser im Fluss.

Während Annette sich in den Bikini schmeisst, spiele ich mit meinem neuesten Fotospielzeug rum. Mit dem Selfiestick und dem wasser­dichten iPhone lassen sich schon ziemlich schräge Sachen veran­stalten!

Und weil es so schön war, begebe ich mich abends dann erneut an die Kaskaden — nur diesmal mit der dicken Kamera. Und das macht dann auf ganz andere Art und Weise Spaß.

So kann es mit Norwegen gerne weiter gehen!

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