Dünen­berg­be­steiger
24. Mai 2018

Morgens ringen wir lange mit der Entscheidung ob wir noch einen Tag dran hängen — so gut gefällt es uns hier! Aber letzten Endes lässt uns dann doch unser Nomadenblut weiter­ziehen — wir möchten ja schon noch etwas von Dänemark sehen!

Als Kompromiss nutzen wir den Late-Checkout, den der Camping­platz uns anbietet. Man muss zwar bis 12 Uhr bezahlt haben, kann dann aber noch bis 18 Uhr auf seinem Platz stehen bleiben. Ein mehr als fairer Deal!

Wir bleiben dann aber doch nicht bis Ultimo, sondern setzen uns 15 Uhr als Aufbruchzeit, was wir dann um 16 Uhr auch perfekt geschafft haben.

Luxus­park­platz

In den Dünen gibt es mehrere Wanderwege. Wir haben uns den an der Kaergård Klitplantage ausge­sucht. Schon der Wander­park­platz ist beein­dru­ckend perfekt. Reichlich Platz? Check. Picknick­bänke en masse? Check. Toilet­ten­häuschen? Check. Freies WLAN? Ja, wirklich: Check.

Schade (aber verständlich), dass Womos hier über Nacht unerwünscht sind.

Sandeichen

Nach einer kleinen Stärkung geht es los in die Dünen. Also genau gesagt: In den Wald. Denn es geht durch ein kleines Birken­wäldchen in Richtung Meer. Annette fragt sich zurecht, ob hier vielleicht gleich ein paar Hobbits um die Ecke kommen.

In den Dünen ist eine besondere Vegetation. Neben der bekannten Heide und dem gelb leuch­tenden Ginster gibt es hier auch versandete Eichen, von denen quasi nur noch die Krone den Kopf über Wasser halten kann. Sachen gibt’s!

Sieht mit dem frischen Frühlingsgrün der Eichen­blätter nur etwas höher als mannshoch sehr ungewöhnlich aus.

Dünenberg

Als wir schließlich am Gråmu­lebjerg ankommen sind wir verblüfft: Hier geht es ja wirklich bergauf! Immerhin 30m über den Meerspiegel machen eine steile Treppe nötig, um dort hinauf zu kommen.

Oben werden wir dann von frischem Wind und einer pracht­vollen 360°-Aussicht belohnt. Das wäre sicherlich auch zum Sonnen­un­tergang ein herrlicher Fleck!

Planloses Suchen

Wir wollen jetzt noch ein wenig weiter­fahren. Aber eben nur „ein wenig“. Also haben wir uns Ziele ausge­guckt, die eventuell reizvoll sein könnten. Der große Strand­park­platz direkt an den Dünen hinter Nymin­degab (oder, laut Annette „Nomadengrab“) wäre eigentlich toll. Aber es gibt einen Haken: Ein „Camping verboten“-Schild und die Tatsache, dass der Platz nahezu komplett leer ist. Das muss doch einen Grund haben, dass hier keiner steht…?

Wir entscheiden uns dafür, Schisser zu sein und fahren weiter. Landein­wärts in Bork Havn soll es laut Womoführer einen einfach, kosten­losen Stell­platz geben. Wäre uns recht. Aber als wir dort ankommen, finden wir genau: nichts. Hm, blöd. Aber am Hafen sollte es doch auch einen Stell­platz geben. Nee, haben wir auch falsch in Erinnerung. Das einzige, was es hier gibt, ist der Camping­platz. Und auf dem herrscht, genau wie in Børsmose, himmli­scher Frieden. Zwar reichlich Dauer­camper, die hier ihre Wohnwagen mit Zelt und allem Piffpaffpuff aufgebaut haben, aber die meisten von ihnen sind halt (noch) nicht da.

Wir suchen uns also einen Stell­platz auf dem uns zugewie­senen Zeltge­lände aus, was sich nur deswegen schwierig gestaltet, weil wir die komplett freie Wahl haben. Was ein Horror! Wir schaffen es mit Mühe, uns auf der riesigen Fläche für eine Stelle zu entscheiden.

Sonnen­fjord

Abends brechen wir mit den Rädern dann noch mal zum Hafen auf. Und dänisch hyggelig gibt es reichlich Bänke mit schöner Aussicht auf den Sonnen­un­tergang.

Wir suchen uns die schönste aus und sehen der Sonne beim Unter­gehen zu. Manchmal kann es wirklich so einfach sein.

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