Rømø, Ribe, Riesen

21. Mai 2018

Der Wetterbericht hat strahlenden Sonnenschein vorhergesagt. Das stimmt heute aber nur zu 90%. Denn es ist immer so ein Hauch von Wolkenschleier, so dass sich der strahlend blaue Himmel von gestern nicht sehen lässt.

Insofern ist es beim Frühstück eher frisch und der Abschied von unserem Campingplatz fällt uns nicht weiter schwer. Nach dem üblichen Ent- und Versorgen sind wir wieder on the road.

Planerfüllung

Auf unserem gestrigen Fahrradtrip haben wir schon einen genauen Plan geschmiedet, was wir auf Rømø noch erledigen wollen.

No.1: Bei der Landmetzgerei (dänisch: Slagter) solle es hervorragendes Lamm- und Ochsenfleisch geben. Glauben wir nach dem Betrachten der sehr ansprechenden Auslage gerne! Wir kaufen für ein abendliches Grillen ein und erledigen als nächstes unseren Punkt

No. 2: Bereits gestern hatten wir eine dänische Spezialität ausprobiert und für gut befunden: Den Hundewald. Es gibt ein eingezäuntes und gar nicht mal so kleines Wäldchen, in dem man die Hunde ohne Leine laufen lassen darf und wo sie dann mit den Artgenossen auch spielen können.

Elli kann ihr Glück kaum fassen und ist mit den anderen Hunden sofort mitten drin. Mia beobachtet das ganze lieber vom Rande. Und wir stellen fest, dass man mit Elli ganz prima auch ohne Leine durch den Wald laufen kann.

No. 3: Wir haben gestern noch die Fischbude von Otto&Ani in Havneby entdeckt und dort steppte regelrecht der Bär. Eine Schlange bis hinaus auf die Straße, damit man sich ein Fischbrötchen auf die Hand oder geräucherten Fisch kaufen kann.

Heute entdecken wir noch das dazugehörige Restaurant und weil der Seewolf, den es zum Mittagstisch geben soll, uns anlacht, kaufen wir ihn kurzerhand ein und verspeisen ihn. Sehr lecker! Und anschließend erledigen wir mit dem Kauf von Räucherfisch als Mahlzeit für später noch unseren eigentlichen Plan.

Next stop Ribe

Jetzt heißt es aber endgültig Abschied von Rømø nehmen und zurück ans Festland fahren.

Durch ziemlich plattes Land fahren wir Richtung Ribe, der angeblich ältesten Stadt Skandinaviens. Mann, macht dieses 80-Fahren auf schnurgeraden Straßen müde! So müde, dass ich nach der Ankunft in Ribe erst mal ein Mittagsschläfchen halten muss.

Dafür, dass das hier durchaus ein touristischer Hotspot sein könnte, ist es heute aber sehr entspannt. Keine Reisebusse auf dem Parkplatz und auch auf dem Weg in die Stadt marschieren wir erst mal durch menschenleere Kopfsteingassen. Alles nur falscher Alarm?

Aber als wir ins Zentrum rund um den Dom kommen, wird es dann doch etwas belebter. Also, eigentlich genau richtig belebt. Es herrscht ein munteres, aber komplett entspanntes Treiben.

Doller Dom

Während Annette mit den Hunden übt, einfach mal zu warten, besichtige ich den Dom. Ähnlich wie die Stadt ist er angenehm unaufgeregt und sich seiner Wirkung ganz selbstverständlich bewusst.

Um ihn herum stehen ein paar große Statuen, die aufpassen, dass er nicht wegläuft. Aber dazu ist er viel zu entspannt.

Schnuckelige Hauptstraße

An der Hauptstraße reihen sich jetzt nette Geschäftchen und Restaurants aneinander. Immer wieder unterbrochen von kleines Sträßchen oder Hofeingängen. Bunt, fröhlich und aufgeräumt.

Und einen Museumsgarten, den man kostenlos besuchen kann, gibt es auch.

Erreichen kann man ihn über ein Brücke und eine Insel, die gleichzeitig auch ein Vogelparadies zu sein scheint. Zumindest ist hier alles ganz schön zugeschissen… Und der arme Prominente, dem zur Ehre man eine Büste aufgestellt hat, darf sich zum Lohn regelmäßig vollkacken lassen. Auch nicht schön…

Wasser, Wasser, Wasser

Und am Wegesrand gibt es immer wieder Wehre, durch die das Wasser rauscht – an einer Stelle sogar mit waschechtem Mühlrad.

Aber auch der Blick auf die Hafenmauer hinaus ist sehenswert.

Hier gibt es sogar eine Pegelstandssäule, die die bisherigen Katastrophenhochwasser anzeigt. Ganz schön hoch war das vor 400 Jahren mal!

Bevor wir die Stadt verlassen, gibt es aber noch belgische Waffeln als Belohnung für die vom Stadtbummel mit beiden Hunden leicht entnervte Annette und für mich fürs Fotografieren.

Männer, die auf Wasser starren

Weiter geht’s. In Esbjerg machen wir natürlich Station bei der bekannten Skulpturengruppe „Mennesker ved Havet“.

Leider müssen die armen Kerle nicht nur die Touristen erdulden, die ihnen täglich auf die Zehen treten, sondern auch noch den hässlichen Anblick von Esbjergs Industriehafen erdulden.

Dafür haben sie aber auch immer eine frische Seebrise und können sich entspannt auf ihren Stühlen zurücklehnen, während alle versuchen, das ultimative Foto von ihnen zu machen.

Was uns auch hier auffällt: Es ist nicht so voll, wie wir es vorher in Rømø erlebt haben. Anscheinend haben wir ab jetzt doch eher Glück, dass eben noch kein Hochsommer ist.

Ho Bugt

An der Ho Bugt, einem Meeresarm nördlich von Esbjerg, finden wir einen Stellplatz, wie wir ihn uns kaum besser hätten wünschen können: Direkt am Strand, ruhig, eben – wunderbar!

Solange es die Sonne noch erlaubt, legen wir uns auf unsere Picknickdecke an den Strand und genießen einfach das Meeresrauschen, Vogelgezwitscher und das Nichtstun.

Und Elli macht es den Menschen nach und probiert auch mal die entspannte Rückenlage. Warum denn auch nicht…?

Und abends gibt es dann noch den geräucherten Fisch aus Rømø mit einer selbstgezauberten Senf-Dill-Sauce von Annette. Da kann man es dann auch verkraften, dass die Sonne sich heute ein bisschen ziert und nicht wie an den beiden letzten Abenden bis zum Schluss alles gibt, sondern schon früh hinter den Wolken am Horizont verschwunden ist.

Aber wie das schon mal so ist: Beim Sonnenuntergang kriegt der Himmel eine intensive Rosafärbung und auch das Wasser wirkt auf einmal Türkis mit rosa durchsetzt. Irre!

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