Goodbye, California!
7. April 2018

Irre, wie schnell 2 Wochen vergehen können. Waren wir nicht gerade erst in LA gelandet? Aber auf der anderen Seite: Was haben wir in der Zeit alles erlebt: die entspannte Stadt­rund­fahrt durch LA, Streit mit Crap Time, Alabama Hills, Wüste, Joshua Trees, Segeln, Blumen­träume, Seelöwen und Shopping. Aber vor allem die Menschen, die uns hier mehr als nur willkommen geheißen haben!

Abschied

Und so nehmen wir zwar schweren Herzens Abschied von Sofie und „ihrer“ US-Familie, sind aber gleich­zeitig unheimlich glücklich, dass wir so tolle Leute rund um Sofie wissen. Ich möchte nicht wissen, wie es uns gegangen wäre, wenn wir uns in irgend­einer Form hätten Sorgen machen müssen, wie sie die restlichen Monate bis zum Sommer rumkriegen solle.

Entspre­chend fahren wir mit einem leicht schizo­phrenen Gefühl von absolutem Glück und Traurigkeit los, winken noch einmal und dann verschwinden alle Personen hinter der nächsten Kurve und wir sind das erste Mal in diesem Urlaub zu zweit unterwegs.

Crap Time? You bet!

Über den Highway, der sich Richtung LA immer mehr füllt, fahren wir, mit letztem Blick auf den Pazifik zur Womo-Übergabe zu Best Time.

Brav füllen wir kurz vorher noch das Gas wieder auf und auch getankt wird noch einmal. Mein erster Versuch mit 50$ füllt es aber nur zu ¾. Also nach mal nachschießen: 30$ müssten doch reichen…? Naja, wir liegen so gut wie auf der weißen „Full“-Markierung. Wird wohl reichen.

Tut es natürlich nicht. Denn auch die Rückgabe gestaltet sich Crap-Time-gemäß. Es wird nämlich nicht nur der nicht ganz gefüllt Tank moniert (wofür ich ja durchaus Verständnis habe, mir aber bei dem ganzen Ärger eine etwas kulantere Abwicklung gewünscht hätte) sondern auch ein paar Streif­spuren, die sich unterhalb der Aufbautür befinden.

Wir können uns nicht mal ansatz­weise an eine Situation erinnern, wo etwas geschehen sein könnte, was an genau dieser Stelle Kratzer verur­sacht haben könnte. Und auch die Stelle ist uns suspekt — hätte man das wirklich bei der Begehung in Las Vegas sehen und vor allem monieren müssen? Es stinkt alles ein bisschen sehr nach Abzocke.

Ich schlage vor, dass ich mich sehr gerne darüber mal mit Martin oder Neil unter­halten würde, aber wie immer ist gerade keiner zuständig oder erreichbar. Erst nachdem ich sehr deutlich gemacht habe, dass ich keinen Cent für so einen Quatsch auf den Tisch lege und nach plötzlich doch möglicher Rücksprache mit Neil wird auf ein Einbe­halten der 1000$-Kaution verzichtet.

Und es passt dann einfach ins Bild, dass auch die Schluss­ab­rechnung am PC nicht funktio­niert, sondern der Rechner einfriert.

Während also alle anderen Mieter schon im Shuttlebus zum Flughafen sitzen, versucht Pablo, das Ding ans Laufen zu bringen. Ich kann aber berichten, dass mittler­weile tatsächlich eine korrekte Rückerstattung der Kaution erfolgt ist. Irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass nicht mal das klappt…

Relax in LAX

Der Rest des Tages gestaltet sich erstaunlich unspek­ta­kulär. Der Shuttlebus fährt uns durch trübes LA-Wetter. Recht­zeitig zur Ankunft im LAX kommt aber tatsächlich noch einmal die Sonne durch.

Und dann heißt es Gepäck aufgeben, Warten, Security, Warten. Die letzten Dollars in Cash setzen wir fast punkt­genau in Kaffee um.

Nachtflug

Und dann: Rückflug im riesigen Airbus A388. Hatte ich mir irgendwie mehr von versprochen. Wegen des Nacht­flugs ist alles eher gedämpft. Weniger Service, das In-Seat-Enter­tainment mit einem sehr zähen Touch­screen und nur 2 Mahlzeiten. Naja, schlecht ist immer noch anders.

Was aller­dings heftig unangenehm ist: Luftlöcher. Wenn das ganze Flugzeug ruckelt und wackelt als wäre es gerade von der Straße abgekommen und eine Böschung hinun­ter­poltern, rutscht einem echt das Herz in die Hose. Nach wenigen Minuten ist der Spuk zwar vorbei, aber es braucht schon ein bisschen, bis das Adrenalin abgebaut ist…

Einmal warten, bitte

In München haben wir dann noch mal einen längeren Aufenthalt, aber tatsächlich macht es uns gar nicht viel aus. Wir genießen dieses komplette „aus der Zeit gefallen sein“ und außerdem stelle ich nach 2 Wochen USA fest, dass es auch wieder schön ist, in Deutschland zu sein. Hat auch was.

Falscher Parkplatz

Die ganze Rückreise hat bisher (Crap Time jetzt mal ausge­nommen) so butter­weich funktio­niert, dass wir es selbst kaum glauben können. Da muss doch noch was schief gehen!

Hm, wir müssen ja schließlich noch unser geparktes Auto abholen. Also rufe ich in Düsseldorf brav die Handy­nummer an, die auf der Visiten­karte von Airparks steht und wir stellen uns anschließend an die verab­redete Pickup-Stelle.

Es kommt nach einiger Zeit auch der Shuttlebus und lädt unsere Sachen ein. Zu welchem Parkplatz wir denn wollten? Sie hätten ja zwei. Ich zeige die Visiten­karte vor und unser Fahrer weiß sofort Bescheid. Komisch nur, dass er uns nicht auf seinem Abhol­schein hat. Und auch mit meiner Buchungs­be­stä­tigung nichts anfangen kann.

Wir fahren also mit einem anderen Paar los und kommen an einem mir gänzlich unbekannten Parkplatz an. Habe ich wirklich so einen schlechten Ortssinn? Nein, es ist natürlich der falsche Parkplatz… Kann ja mal passieren. Wir sind beruhigt, als der Fahrer uns verspricht, dass er uns dann halt zum richtigen Parkplatz fährt.

Komisch ist nur, dass wir plötzlich wieder am Terminal ankommen. Hä? Ja, es käme gleich ein Vito, der uns abholen würde, erklärt der Fahrer, während er unsere Koffer ausräumt. Nee, ne?

Eine Horde anderer Kunden möchte ebenfalls zu ihren Auto gebracht werden. Und einer nach dem anderen sagt, dass er gerne zu unserem Parkplatz möchte. Also werden auf einmal alle Koffer wieder einge­laden und wir fahren erneut los…

Und tatsächlich erkennen wir hier alles wieder und auch unser Auto steht brav, wo wir es verlassen haben. Dann noch ein kleiner Schreck, als beim Anlassen so ungefähr gar nichts passiert. Batterie leer…? Aber nein, ich war es nur nicht mehr gewöhnt, beim Anlassen die Kupplung zu treten… Nach 2 Wochen Automatik kommt einem das dann richtig antiquiert vor.

Hunde und Grieche

Nachdem wir die Hunde unter großer Wieder­se­hens­freude bei Hannah abgeholt haben und ein bisschen quatschen konnten, kann es nach endlich nach Hause gehen. Aber da jetzt doch ein bisschen Hunger aufkommt, geht es kurz vor dem Ziel noch mal zu unserem Stamm-Griechen.

Und dann: Ist die Kalifor­ni­en­reise endgültig Geschichte. Aber was für eine!

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