Peaks and Pies

4. April 2018

Unser ungeplanter Camping­platz erweist sich bei Tages­licht als sehr brauchbar und vor allem als sehr gut gelegen.

Denn es starten die scheinbar spannendsten Trails des State Parks genau hier.

Wir haben die Qual der Wahl und entscheiden uns für den Aufstieg auf den Stone­wall Peak.

 

   

Feuer­land­schaft

Das Wetter ist wie fürs Wandern gemacht. Strah­lend blauer Himmel, aber nicht zu heiß und ein leichter Wind geht auch noch. Perfekt!

Und so bewun­dern wir schon beim Aufstieg die skurrile Landschaft, die leider eine traurige Ursache hat. Denn beim Cedar Fire im Jahr 2003, dem größten Waldbrand in Kalifor­niens Geschichte, wurden 90% des Baumbe­stands zerstört. Daher gibt es hier so gut wie ausschließ­lich grau-schwarz verkohlte Baumske­lette, die traurig-stolz in den Himmel ragen.

Gemischt mit den rötli­chen-beigen Steinen und dem Grün der Büsche aber eine tolle Szenerie.

Gipfel­hörn­chen

Der Anstieg zum Gipfel ist nicht sehr schwer und wir entde­cken neben einer tollen Rundum­sicht auch noch ein paar Gipfel­hörn­chen, die sich anschei­nend auf Touristen spezia­li­siert haben. Zumin­dest zeigen sie keine Scheu. Von uns gibt‘s aber trotzdem nix. Auch nicht fürs Posen als Fotomodel…

Langer Abstieg

Auf dem Abstieg kommt es uns merkwürdig vor, wie langsam wir voran kommen. Denn so lange sollte der Hike doch gar nicht dauern! Aber wir stellen fest, dass wir a) die Entfer­nung nicht richtig abgeschätzt haben und b) gerade echt keine Kondi­tion haben. Die 8,5km fühlen sich auf jeden Fall an wie 8,5 Meilen!

Aber die Ausblicke auf diese ungewöhn­liche Landschaft entschä­digen für die Anstrengung.

 

Diner Deluxe

Unser Plan ist simpel. Als Beloh­nung für die Mühe soll es in Julian, der nächst­ge­le­genen Stadt, einen Pie geben. Denn für ihre Kuchen ist die Stadt ziemlich berühmt.

Aber als wir dort ankommen, meint Sofie, dass ihr ganz schön der Magen knurren würde und etwas herzhaftes jetzt auch nicht verkehrt wäre. Und Annette entdeckt kurzer­hand den Miner‘s Diner, der zu vielver­spre­chend aussieht, als dass wir ihn auslassen wollten.

Und wir werden sowas von belohnt für unsere Flexi­bi­lität. Denn dieser Diner serviert nicht nur gute Burger und Fries sondern ist wirklich origi­nell einge­richtet und atmet förmlich „American Diner“-Atmosphäre. Die nette Eisen­bahn, die oberhalb der Gäste durch den Diner fährt, ist da nur das Tüpfel­chen auf dem i.

Takeaway Pie

Jetzt sind wir natür­lich so satt, dass es Sünde wäre, den Pie einfach noch obendrauf zu setzen. Also kaufen wir kurzent­schlossen in der Julian Pie Company einen ganzen Pie, den wir dann als Dessert für alle heute abend bei den Millers einplanen.

Aber auch sonst gefällt es uns in Julian ausge­spro­chen gut. Ein nettes Örtchen, wo die Zeit ein bisschen langsamer zu vergehen scheint und keiner in Eile ist. Und es gibt tatsäch­lich auch ein paar nette Lädchen in denen man es gut aushalten kann, weil die angebo­tenen Sachen nicht all zu geschmacklos sind und uns im Gegen­teil so manches richtig gut gefällt.

Fast schon Schweiz

Die Rückfahrt nach San Diego ist dann ein herrlich entspannter Trip durch ungewöhn­lich grüne Landschaft. Mit den sanft geschwun­genen Hügel und grünen Wiesen fühlt sich das ein bisschen wie Schweiz an.

Plan B am Abend

Nachdem wir wieder zuhause gelandet sind (und tatsäch­lich ist Sofies Zuhause in den paar Tagen auch schon ein bisschen unser Zuhause geworden), wollen wir sofort wieder aufbre­chen, um zu den Sunset Cliffs zu fahren.

Aber als wir nach ein paar Kilome­tern sehen, dass a) ein Mörder­stau ist und b) sich düstere Wolken vor den Sonnen­un­ter­gang schieben, kehren wir einfach wieder um und verbringen einen netten Abend mit der Familie.

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