Awesome Alabama Hills
27. März 2018

Wir wachen immer noch verlässlich vor Sonnen­aufgang auf, fühlen uns aber fit dabei. Gut so!

Während Annette und Sofie mit einer Handvoll unserer gesam­melten Quarters Duschen gehen, nutze ich die Gelegenheit für einen ersten Fotospa­ziergang. Nicht spekta­kulär, aber einen Sonnen­aufgang mitzu­er­leben ist ja immer schön. Vor allem, wenn es nach der empfindlich kalten Nacht sofort ein bisschen wärmer wird.

Sofie machen wir mit unserem „deutschen“ Frühstück mit belegten Broten sehr glücklich — das hat sie lange nicht gehabt!

Begeistert ohne Geister

Anschließend geht es dann in die so früh am Morgen noch weitest­gehend leere Ghost Town von Calico. Und beim Umher­streifen stellt sich prompt dieses unnach­ahmlich Gefühl ein, dass wir vom Südwesten der USA so lieben.

Es ist eigentlich eine eher übersicht­liche Wüsten­land­schaft. Diese ist aber durch die Weite und die tollen Farbtöne in den diver­sesten Erdtönen, gesprenkelt mit dem gelegent­lichem grün der Sträucher, trotzdem grandios.

Und auch die Kulisse der Geister­stadt ist ein guter Einstieg in diesen Urlaub. Den tollen Geruch nach warmen Holz könne wir mit den Fotos aber leider nicht transportieren…

Und auch die schnu­ckelige Schule, die eher wie ein Kapelle aussieht, gefällt mir gut — vielleicht brauchen die noch einen Geisterlehrer?

Nachdem wir alles wegge­guckt haben geht es weiter Richtung Norden. Wir haben unsere Planung neu ausge­richtet und peilen für heute die Alabama Hills an. Die liegen nicht in Alabama, sondern westlich des Death Valley und waren Schau­platz für unzählige Western. Soll lohnend sein.

Und heute genießen wir tatsächlich das Cruisen auf den Highways. Denn der Verkehr ist übersichtlich und das Fahren auf diesen endlos geraden und weiten Straßen ist mit Tempomat ein wahres Vergnügen.

Da fliegt dir doch das Blech weg

Also: Könnte ein Vergnügen sein. Wenn wir nicht das Crapmobil hätten. Denn die Pleiten, Pech und Pannen­serie setzt sich heute nahtlos fort. Während der Fahrt öffnen sich die Dachluken selbständig, obwohl wir sie ordnungs­gemäß verschlossen hatten.

Viel verhee­render ist jedoch das merkwürdige metal­lische Scheppern, was wir nach einiger Zeit hören. Ist eine Stauklappe offen? Kann doch nicht sein! Also fahren wir vom Highway auf eine der vielen abzwei­genden Schot­terwege ab, um in Ruhe Fehler­ur­sache zu betreiben.

Annette entdeckt schließlich die Ursache: Ein 40x80cm breites dickes Blech, was offen­sichtlich den Gastank schützen soll, hat sich an einer Stelle, von Rost zerfressen, gelöst und schleift über den Boden. Auf den nächsten Meilen wäre es uns vielleicht um die Ohren geflogen. Was ein Dreck! Mit viel Geruckel kriege ich es schließlich komplett ab. Immerhin etwas.

Jetzt aber wirklich erbost rufe ich bei unserer Station an und möchte meinen Ärger bei Tom loswerden. Ich werde aber mit einem Schweizer in der Las Vegas-Station verbunden. Und er arme Kerl muss nun meinen ganzen Ärger auf sich nieder­gehen lassen. Denn beim Aufzählen der ganzen Sachen, die schon schief gelaufen sind, fällt uns auch noch auf, dass Tom vergessen hat uns die Fahrzeug­pa­piere, wie von ihm versprochen, hinter die Sonnen­blende zu stecken. Wir fahren also jetzt auch noch halbkri­minell hier rum. Crapmobil von Crap Time.

Tankaben­teuer

Erleichtert, dass uns das Blech nicht mehr um die Ohren fliegen kann, reisen wir trotzdem mit guter Stimmung weiter. Denn die Landschaft mit den mächtigen Bergen der Sierra zur Linken und der Panamint Range des Death Valley zur Rechten sieht einfach grandios aus.

Obwohl wir in Calico bereits einmal getankt hatten meldet sich die Tankuhr: In 40 Meilen wäre der Tank dann mal leer. Upsi. Damit würden wir zwar so gerade noch bis Lone Pine kommen, aber entspannt ist anders! Also peilen wir die nächste Tanke an, die netter­weise nur wenige Meilen entfernt ist. Dort geht das Spiel los, dass meine Kredit­karte nicht so ohne weiteres akzep­tiert wird. Das geht dann so: Tankstutzen bereits einführen, richtige Benzin­sorte auswählen, an die Kasse gehen. Dann dem Kassierer sagen, für wieviel Dollar man tanken will, Kredit­karte belasten lassen und wieder zum Womo gehen. Dort kann man dann endlich tanken. Schräges System. Ich hatte grob überschlagen, dass ich mit 100$ ungefähr richtig liegen müsste. Tue ich auch, aber bei 95$ ist dann der Tank auch endgültig bis zum letzten Tropfen gefüllt. Der Rest ist meine Spende für die Tanke. Bekloppt…

Sweet Home Alabama Hills

Das alles ist aber vergessen, als wir in Lone Pine in Richtung Alabama Hills abbiegen. Nach wenigen Kilometern ist man in einem Wunderland aus rundlichen Felsen und gelegent­lichen Arches — eine Mischung aus dem Arches-Natio­nalpark und dem Goblin Valley. Und das ganze vor der imposanten Kette der High Sierra mit dem Lone Pine Peak und dem Mount Whitney, dem höchsten Berg von Kalifornien. Wow!

Schon an unserem ersten Stopp mit dem lustigen Gesicht, was auf die Felsen gemalt ist, sind wir geflasht.

Und es kommt noch besser: Auf der Suche nach unserem Stell­platz für die Nacht stellen wir fest, dass man im Gebiet der Alabama Hills erlaubt Boondo­cking (Freistehen) machen kann.

Und tatsächlich: Als wir auf die „Movie Road“ fahren, sehen wir immer wieder links und rechts an den schönsten Stellen mitten in den Felsen Womos oder Pickups stehen. Wie cool ist das denn?

Unser erster Arch

Der bekann­teste Punkt an der Movie Road ist der Moebius Arch, zu dem ein markierter Rundweg führt.Machen wir natürlich und sind wie berauscht von den tollen Ausblicken und Ansichten, die sich hinter jeder Kurve bieten.

Und am Arch machen wir natürlich noch eine kleine Fotosession, da glück­li­cher­weise gerade keiner kommt.

Denn tatsächlich ist hier verhält­nis­mäßig reger Verkehr!

 

Boondo­cking Deluxe

Jetzt überlegen wir hin und her. Einfach am Parkplatz vom Moebius Arch stehen und dort boondocken? Oder doch ganz woanders? Wir entscheiden, dass wir die Movie Road noch ein bisschen weiter fahren und gucken, ob sich ein Plätzchen anbietet.

Und tatsächlich: Wenig später finden wir eine kleine Bucht mit Feuer­stelle die wie für uns gemacht scheint.

Nach links und rechts prächtige Ausblicke — ein Stell­platz topdeluxe!

Eye of Alabama

In meiner Pocke­tEarth-App entdecke ich, dass es ganz in der Nähe einen anderen Arch gibt: Das Eye of Alabama. Wir machen uns auf die Suche.

Aber zunächst finden wir es nicht. Wir sehen dafür jede Menge andere schöne Aussichten, aber keine mit Eye.

Schließlich finde ich es doch noch dank der genauen Koordi­naten in Google Maps. Wenn man einmal weiß, wo es ist, ist alles klar. Aber ansonsten kann man es glatt übersehen.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich es gefunden habe. So ein genialer Anblick — und dann auch noch mit aufge­hendem Mond!

Rosiger Abend

Annette zaubert uns ein erstaunlich leckeres Fertig­essen aus der Tiefkühl­ab­teilung. Hätten wir jetzt gar nicht so erwartet, aber mit Hilfe des Generators und der Mikro­welle wird es schließlich fertig.

Nach Sonnen­un­tergang mache ich mich noch mal Richtung Eye auf. Und tatsächlich gibt es auch hier ein kleines rotes Feuerwerk am Himmel.

Lediglich meine Entscheidung, statt des großen Stativs einen Gorillapod zu benutzen, ist bei dem doch recht heftigen Wind ein mittlerer Schlag ins Wasser. Da wird so manches Bild einfach doch verwackelt.

Aber egal — mit der Fotoaus­beute und den Erleb­nissen des Tages können wir mehr als zufrieden sein.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kalifornien Frühling 2018
Goodbye, California!

Goodbye, California!

Irre, wie schnell 2 Wochen vergehen können. Waren wir nicht gerade erst in LA gelandet? Aber auf der anderen Seite: Was haben wir in der Zeit alles erlebt: die entspannte Stadtrundfahrt durch LA, Streit mit Crap Time, Alabama Hills, Wüste, Joshua Trees, Segeln,...

Beach and Barbecue

Beach and Barbecue

Eine Sache haben wir in diesem Urlaub noch viel zu wenig gemacht: Strandurlaub! Da sind wir endlich am Pazifik und waren noch nicht einmal so wirklich für längere Zeit am Strand - das muss sich an unserem letzten Tag noch dringend ändern! Mission Beach Wir fahren also...

Next level shopping

Next level shopping

Bevor wir „unseren“ Tag starten, bringen wir Maddie noch in ihren Kindergarten. Oder, wie das hier heißt: „Child Development Center“. Und mir kommen schon ein bisschen die Tränen: So könnte also Vorschule/Schule aussehen, wenn man ein bisschen Geld in die Hand nähme....

Peaks and Pies

Peaks and Pies

Unser ungeplanter Campingplatz erweist sich bei Tageslicht als sehr brauchbar und vor allem als sehr gut gelegen. Denn es starten die scheinbar spannendsten Trails des State Parks genau hier. Wir haben die Qual der Wahl und entscheiden uns für den Aufstieg auf den...

Oldtown, Balboa Park und ein Abenteuer

Oldtown, Balboa Park und ein Abenteuer

Heute geht Maddie in die Preschool, was für Sofie bedeutet, dass sie sich als Au Pair nur um Sophia kümmern muss. Und daher packen wir die Kleine ins Auto und machen uns auf Sightseeingtour. Phantasia Oldtown Die Altstadt von San Diego ist nun wirklich so ganz anders...

Blumen­traum und Seelöwen

Blumen­traum und Seelöwen

Jetzt fängt der entspannte Teil des Urlaubs an. Für uns. Denn Sofie muss arbeiten und wir gucken unserer Tochter dabei zu, wie sie eine tolle Nanny für die kleinen Mäuse ist. Und mir gelingt es sogar, die ersten Blogposts fertig zu machen und unters Volk zu bringen....

Easter Surprise

Easter Surprise

Es geht direkt weiter mit der Feierei. Denn heute ist Ostersonntag! Und natürlich wurden im und um das Haus Dutzende von Ostereiern versteckt, die die Kinder jetzt jauchzend suchen dürfen. Und wieder eins gefunden! Frühstück läuft hier ähnlich formlos ab wie das...

Meeting the family

Meeting the family

Heute heißt es Abschied nehmen von der Wüste. Aber einen Vormittag im Nationalpark gönnen wir uns noch, bevor wir nach San Diego aufbrechen, um endlich Sofies Gastfamilie kennen zu lernen. Birthday Girl Und als allererstes steht sowieso erst Mal unsere...

“Sie haben ihr Ziel erreicht“

“Sie haben ihr Ziel erreicht“

Annette wird pünktlich kurz vor Sonnenaufgang wach und stupst mich an: „Boah!“ Es setzt sich nahtlos fort, was uns schon gestern begeistert hat - diese ohnehin schöne Landschaft ist bei Sonnenaufgang noch einen Tacken schöner! Also bewaffne ich mich mit der Kamera und...

In die Wüste

In die Wüste

Das ist doch schon ein ganz anderes Urlaubsgefühl: Eine himmlisch durchschlafene Nacht, perfekt sommerliche Temperaturen zum Frühstück und dieser wunderbare Blick auf Palmen, Lake Mead und Red Rocks. Sichtlich entspannter starten wir in den Tag, denn bis jetzt (toi,...

Showdown in Las Vegas

Showdown in Las Vegas

Und wieder mal ein Kapitel aus dem Buch „Geschichten die keiner braucht“. Als ich nachts aufs Klo gehe und die Spülung betätige, hört die (sehr laute) Wasserpumpe auf einmal nicht mehr auf zu pumpen. Bröööööm! Also das nächste Ding, was kaputt geht. Wir waren gerade...

Crap Time

Crap Time

Wir werden wirklich schon besser mit der Jetlagverarbeitung. Heute klappt das mit dem Schlafen schon besser und wir sind pünktlich nach dem Frühstück in der Lobby für unseren gebuchten Early-Bird-Transfer zur Womovermietung. Wer nicht da ist? Der Shuttlebus. Nach...