Crap Time
26. März 2018

Wir werden wirklich schon besser mit der Jetlag­ver­ar­beitung. Heute klappt das mit dem Schlafen schon besser und wir sind pünktlich nach dem Frühstück in der Lobby für unseren gebuchten Early-Bird-Transfer zur Womover­mietung.

Wer nicht da ist? Der Shuttlebus. Nach einer Dreivier­tel­stunde sind wir uns sicher, dass da keiner mehr kommt und als nach einer weiteren halben Stunde niemand auf unsere Beschwerde antwortet, nehmen wir auf eigene Faust ein Uber, um zu unserem Womo zu kommen.

Verlass auf Saeid

Wir entscheiden uns Gottseidank für ein Uber-XL, indem wir unsere ganzen Koffer unter­bringen können. Und auf der Fahrt unter­halte ich mich nett mit Saeid, der aus dem Iran kommt und über Dubai nach Kalfornien gelangt ist. Wir quatschen über sein Leben als Uberfahrer, was wegen der großen Konkurrenz mitter­weile nicht mehr lustig ist, und über Fußball, da er sich als fundierter Kenner der Bundesliga zu erkennen gibt. Und überhaupt sei Deutschland sein Lieblingsland, weil er dort so großartige Erfah­rungen mit der Hilfs­be­reit­schaft der Deutschen gemacht habe. Und es hört sich nicht so an, als würde er jedem Fahrgast das gleiche über seine Nation sagen.

Der Knaller passiert aber zum Schluss. Denn wir haben vor lauter Aufregung tatsächlich meinen Fotorucksack im Auto vergessen und er kommt noch mal extra zurück, um ihn uns wieder­zu­bringen. Klasse Typ!

OMG

In der Station setzt sich dann das Elend mit unserem Vermieter fort. Zwar sind alle ausge­sprochen freundlich und hilfs­bereit, aber in der Praxis halt auch wenig hilfreich. Der Station Manager Tom ist komplett überfordert, weil er 2 Stationen (Phoenix und LA) betreut und angeblich nicht damit hinterher kommt, alles zu kontrol­lieren. Seine deutsche Mitar­bei­terin kann außer freundlich sein auch nicht wirklich viel. Nicht mal einen Rückruf an meine deutsche Rufnummer kriegte sie auf die Kette, weil sie die falsche Länder­vorwahl gewählt hat…

Und auch wenn ich weiß, dass ameri­ka­nische Womos eher rustikal gestrickt werden, bin ich von der Qualität des Ausbaus echt entsetzt. Vieles wirkt so dermaßen billig oder undurch­dacht konstruiert, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Und vieles ist schlicht und einfach nicht vorbe­reitet. Da sind die zwei fehlenden Schrauben an der Mikro­welle noch das kleinste Problem.

Dafür, dass Best Time uns als „Premium-Vermieter“ verkauft worden ist, ist das ein absolutes Armuts­zeugnis. Nothing special here.

Nach etlichen Nachar­beiten (Dumpen(!), vergessene Conve­nience Kits, fehlende Stühle, wacke­liger Tisch) rollen wir bereits entnervt erst gegen 13 Uhr vom Hof. Geplant war 10 Uhr…

Nachdem wir 20 Minuten auf dem Highway unterwegs waren, wirft Annette einen Blick nach oben stößt einen Fluch aus: „Da ist ein fettes Loch im Alkoven­dach­fenster!“ Ja nee, is klar…

Bevor wir wieder zurück­fahren, eine Reparatur abwarten und der Tag endgültig zum Teufel ist, schlagen wir unsere bewährte Torla-Reparatur vor: Mit Panzertape abdichten und gut ist. Regnen soll es ja voraus­sichtlich in den nächsten Tagen nicht… Wird uns von der nun wirklich am Boden zerstörten deutschen BestTi­merin auch so gestattet.

Best Time? Crap Time!

Großeinkauf mit Folgen

Also fahren wir zum nächst­ge­le­genen Vons und erledigen neben dem Duct-Tape-Kauf auch gleich noch unseren Großeinkauf. Was wir haben, haben wir. Aber bis wir alles beisammen haben, dauert es auch hier wieder ewig, so dass wir erst gegen viertel vor 4 weiter­kommen.

Und wo landet man um 16 Uhr in LA? Natürlich im Stau… Und zwar fett. Alles, was man über die schreck­lichen Staus in LA gehört hat, stimmt. Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass es auch so weit außerhalb des Zentrums noch so derbe ist. Also: Wir reden hier von 100km vom Zentrum entfernt…

Geister­camp­ground

Als wir dann endlich relaxter unterwegs sind, kommt sogar ein bisschen Urlaubs­stimmung auf. Durch die Ödnis des ameri­ka­ni­schen Hinter­lands zu fahren, hat immer etwas.

Mittler­weile ist es natürlich so spät, dass unser eigent­liches Ziel, die Alabama Hills, in unerreich­barer Ferne liegt. Also kundschaften Annette und Sofie die Geister­stadt von Calico als mögliches Ziel aus, da es hier auch einen Campground gibt.

Und im schönen warmen Licht der unter­ge­henden Sonne kommen wir genau recht­zeitig an. Sofie klärt noch mal telefo­nisch für uns ab, welches die korrekten Plätze für unsere Bedürf­nisse sind und schließlich finden wir uns an einem Platz mit gelber Stange wieder, die den Strom­an­schluss signa­li­siert.

Und wenn der ganze Ärger nicht gewesen wäre, wäre das eine richtig schöne, entspannte Sonnen­un­ter­gangs­stimmung geworden.

So aber verschieben wir das unbeschwerte Abenteu­er­feeling mal lieber auf morgen…

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