Zum Glück haben wir Pech
29. Oktober 2017

Es ist Sonntag und es ist Zeitum­stellung. Und irgendwie gehen unsere Uhren dadurch noch etwas langsamer als ohnehin schon. Das Wetter ist eher so-so, also nutzen wir die Zeit zum online und offline Tagebuch­schreiben.

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Gegen Mittag brechen wir dann doch noch mal in die Stadt auf und gucken uns ein bisschen bei Tages­licht um. Im charmanten Jugend­stilcafé AuDore kommt Annette endlich zu ihrer Tarte Citron — es gab schon erste Entzugs­er­schei­nungen!

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Wir bummeln noch etwas durch die Stadt und verab­schieden uns nach einem Crêpe­rie­besuch von Carmen und Bernd und gehen im Regen zurück zum Stell­platz. Dort machen wir noch einmal alles frisch und dann geht es los zum Geheim­tipp­stell­platz oberhalb von Riquewihr.

Auf dem Weg dorthin begegnen uns noch auf den letzten Metern mitten im Weinberg die örtliche Touri-Bimmelbahn und ein Gendar­me­rie­wagen. Als wir am Stell­platz ankommen, stellen wir 2 Dinge fest: Super­aus­sicht, aber auch ganz schön schief. Und als ich nachlese, ob dies auch der richtige Platz ist, lese ich auch den Kommentar, dass wohl jemand von der Gendar­merie des Platzes verwiesen wurde. Wir überlegen: Sind wir mit schief zufrieden? Wollen wir im Falle des Falles wirklich im Dunklen noch einen neuen Platz suchen? Die Antwort lautet Nein.

Also orien­tieren wir uns noch mal neu und ziehen unser France-Passion-Buch zu Rate. Denn bei einem Winzer haben wir ja noch gar nicht gestanden. Und wir sind doch schließlich an der Weinstraße! Die Wahl fällt auf Bergheim.

Die Route führt uns mitten durch die Weinberge und wir fahren von oben ins malerische Hunawihr hinein — wieder mal ganz schön eng hier! An einer Stelle bin ich wirklich froh, dass wir nur das kurze MoMo haben. Ab 7m wäre es in der Kurve bestimmt seeeehr eng geworden…

Auch in Bergheim müssen wir noch das Stadttor wegen unserer Höhe umkurven und rund um die hübsche Stadt­mauer zum Winzer namens Platz fahren.

Nachdem wir geklingelt haben, wird offen­sichtlich das Klingeln auf ein Handy weiter­ge­leitet und wir werden gebeten, ein paar Minuten zu warten. Und tatsächlich kommt uns ein verschmitzt grinsender älterer Mann auf dem Fahrrad entgegen, der uns den Platz auf dem Hof vor dem Haus anbietet und fragt, ob wir auch Interesse an einer Weinprobe hätten.

Und damit sind die nächsten 2 Stunden auch schon verplant. Denn Herr Platz ist mit einer Redse­ligkeit gesegnet, die wahrlich beein­dru­ckend ist — durchaus infor­mativ und sehr unter­haltsam. Und wir stellen fest, dass uns seine Bio-Rieslinge und Gewürz­tra­miner wirklich gut schmecken. Ist für mich bei Weißwein noch etwas ungewohnt, aber es gibt ja Schlim­meres…

Und auch Bergheim gefällt uns bei der anschlie­ßenden Hunde­runde deutlich besser als sein rheini­scher Namens­vetter. Viel vom elsäs­si­schem Fachwerk­charme, aber nur ein Bruchteil des Betriebs der „klassi­schen“ Touris­tenorte. Und der schön beleuchtete Kirchturm erinnert uns an die heimat­liche Lenneper Stadt­kirche. Schön hier!

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