Eisige Höhen und indisches Debakel

28. Oktober 2017

Heute müssen wir doch tatsächlich mal ein bisschen früher als gewohnt aufstehen. Ein Treffen mit unseren Freunden Carmen und Bernd, die in Colmar Urlaub machen, steht auf dem Programm.Elsass0001.jpgWir haben uns den Lac Noir in den Vogesen ausgesucht, um von dort zu Lac des Truites zu wandern. Auf der Fahrt dorthin sind wir erneut baff, wie schnell man von der lieblichen Weinstraße in die raue Berglandschaft der Vogesen gelangt. Hier oben ist nichts mehr vom Betrieb in der Ebene zu spüren. Aber trotzdem ist der Parkplatz am Lac Noir bereits gut gefüllt. Scheint ein beliebtes Wandergebiet zu sein. Ein Parkplatz fürs MoMo und auch für Carmen und Bernd findet sich dann aber schon noch.

Elsass0002.jpgWas wir hier oben vor allem merken: Es ist frisch! Vom Sturm mit Orkanböen, der für Nord- und Ostsee angekündigt ist, sind wir zwar weit entfernt, aber zusammen mit den niedrigeren Temperaturen hier in der Höhe ist das schon ganz schön eisig. Mütze und Handschuhe habe ich leider daheim gelassen… Wir packen uns daher so gut ein und machen uns an den Aufstieg.

Es ist ein lustiger Weg: Zunächst ordentlich bergauf, dann noch ordentlicher bergab. Den Abstecher zum Gipfel am Altenkraehkopf machen wir auch noch, werden hier aber dafür dann auch ordentlich durchgepustet. Brrr!

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Die Einkehrhütte am Forellensee bietet sich als perfekte Zwischenstation an, ist aber in der molligen Hütte leider voll besetzt. Immerhin gibt es eine halbwegs windgeschützte Terrasse, auf der sich hin und wieder mal die Sonne blicken lässt. Aber nach unserer Rast mit elsässischer Wurst- und Käseplatte sind wir trotzdem ein bisschen eingefroren.Elsass0005.jpgElsass0010.jpg

Gut, dass man beim Wandern dann wieder auf Betriebstemperatur kommt. Noch besser, wenn am Ende der Wanderung ein Tarte Myrtilles auf einen wartet. So üppig belegt habe ich die auch noch nicht gegessen – lecker!

Wir beschließen, getrennt nach Colmar zu fahren und uns dann zum Abendessen wieder zu treffen. Unterwegs machen wir noch einen kleinen Abstecher nach New York…Elsass0001.jpg

Der Stellplatz am Port Plaisance in Colmar ist sehr professionell geführt – alles gut organisiert und nachts regelrecht verriegelt und verrammelt. Stacheldraht und Tor mit Nummerncode inklusive.

Wir machen uns auf den 20-minütigen Weg in die Stadt, genauer gesagt zum Marché Couvert und zum Petit Venise mit seinen kleinen Kanälen. Ausgesprochen malerisch! Da kann man schon verstehen, warum die Leute von Colmar so schwärmen.

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Wir treffen uns dort wieder mit Carmen und Bernd und machen uns auf, die Stadt zu erkunden.

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Da wir alle guten Hunger haben, machen wir uns auf zu einem libanesisch-syrischen Restaurant, dem Palmyre, was Carmen und Bernd ausgekundschaftet hatten. Leider ist es eher winzig und daher ohne Reservierung nichts zu wollen. Schade! Naja, direkt nebenan ist ein Inder, das Maharaja. Nehmen wir halt das, ist doch auch exotisch! Um es vorweg zu nehmen: Größter Fehler des Urlaubs…

Wenn man einmal nicht vorher im Internet checkt, ob das was taugt… Wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen, also hier mal die Liste der ungewöhnlichen Erfahrungen, die man hier machen kann:

  • ein zweites Teelicht im Fenster anzünden? Wieso, ihr habt doch schon eins auf dem Tisch?
  • hohe Getränkepreise für Billigfusel
  • Vorspeisen, die von Menge und Qualität her beide lächerlich sind
  • labberiges Brot, das nach einer Dreiviertelstunde serviert wird und an dem die Bedienung mit ihren Fingern rumfummelt, um zu zeigen, welches Brot welches ist
  • ein falsch servierter Hauptgang für Carmen und anstatt einer Entschuldigung fängt die Bedienung noch an zu argumentieren und will Carmen ihren Block unter die Nase halten, damit diese doch bitte zur Kenntnis nimmt, was sie aufgeschrieben hat und das das gar nicht sein könne
  • alle Hauptgänge schmecken eher nach aufgewärmter Supermarktware als nach authentisch frisch gekocht
  • als Rechnung kriege ich den Endbetrag auf einen Kellnerblock geschrieben. Als ich ungläubig auf einer Rechnung bestehe, wird diese augenrollend erstellt

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Eine solch schreckliche Essenserfahrung haben Annette und ich zuletzt vor über 20 Jahren ebenfalls bei einem Inder im Quartier Latin in Paris gemacht, wo wir voll in die Touristenfalle getappt sind. Wir zahlen Lehrgeld, sind aber immerhin amüsiert, dass wir einen auf schräge Art „unvergesslichen“ Abend zusammen hier verbracht haben.

Elsass0014.jpgAuf der Suche nach einem heimeligeren Ort für den Rest des Abends bummeln wir ziellos durch das nächtliche Colmar. Auch im Dunklen sieht es hier sehr hübsch aus. Es stellt sich aber als schwieriger als erwartet heraus, einen Platz für einen Absacker zu finden.
Entweder wird gerade schon geschlossen oder es gibt nichts mehr zu essen (wir sind nämlich beim Maharaja auch nicht wirklich satt geworden…) wie im schnuckelig aussehenden Majessthé, oder es ist einfach voll (Schwendi) oder die Kneipe ist total leer – immer ein schlechtes Zeichen, wir wollen nicht schon wieder in eine Falle tappen!

Elsass0007.jpgSchließlich kehren wir noch im “Version Originale 68” ein, das mir direkt bei Ankunft am Marché Couvert schon als nett aufgefallen war. Auch hier wirkt alles ein bisschen touristisch (Colmar-Bleistift gefällig?), aber wir sind einfach froh, einen halbwegs akzeptablen Platz zum Klönen und im Warmen gefunden zu haben.

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