Die Brücke des Grauens
25. Oktober 2017

Elsass0001.jpgAn so einem Camping­platz­morgen verfliegt die Zeit irgendwie. Auf jeden Fall ist es schon reichlich spät, als wir uns Richtung Drusenheim aufmachen.

Und der dortige Parkplatz am Fähran­leger ist ja fast zu schön, um wahr zu sein. Der Rhein fließt gemächlich an einem vorbei, die Sonne strahlt. Zeit zum Radfahren!

Wir haben uns eine schöne Strecke entlang der Rheinauen ausge­guckt. In Frank­reich hin, auf deutscher Seite zurück und zum Schluss eine Fährfahrt. Hört sich gut an!

Elsass0002.jpg

Auf franzö­si­scher Seite ist die Strecke perfekt asphal­tiert, aber leider immer hinter dem Deich. Ist uns aber relativ egal, da wir die Bewegung in der ungewohnten Sonne genießen. Zunächst sogar nur im T‑Shirt, was sich dann aber doch als etwas zu optimis­tisch gedacht heraus­stellt.

Elsass0001.jpgElsass0003.jpg

In Offenheim mit seinen pastell­far­bigen und teilweise grenz­wertig grell­bunten Häusern erspäht Annette auf der Wiese neben dem Wasser sogar eine Bisam­ratte — ob das die Bewohner des Ortes genau so putzig finden wie wir?

Hinter dem Ort werden Strecke und Landschaft deutlich ungemüt­licher. Landstraße mit Kies- und Beton­werken links und rechts. Huch!

Der wirkliche Schreck kommt dann aber bei der Rhein­über­querung.

Elsass0001.jpg

Die Straße ist so schmal, dass wir gerne auf den ebenso reichlich engen Fußweg ausweichen. Nicht schön, aber so lässt es sich für die kurze Etappe aushalten. Dumm nur, wenn man dann feststellt, dass auch dieser Fußweg wegfällt und man gezwungen ist, über die Straße zu fahren, auf der so gerade mal 2 LKWs neben­ein­ander passen. Wenn da einer meint „Passt scho!“, wo nix mehr passt?

Annette ist nicht begeistert — insbe­sondere mit dem Hunde­hänger kein Spaß. Wir dekli­nieren alle Möglich­keiten durch und Annette ist schon kurz vorm Umkehren, als plötzlich ein Rennrad­fahrer stoisch an uns vorbei­fährt. Wir beobachten das Schau­spiel der sich brav hinter ihm sammelnden Fahrzeuge und als sich kurz darauf eine große Lücke in unserer Fahrt­richtung auftut, fahren wir los. Überlebt!

Elsass0006.jpgAuch auf deutscher Seite gibt es zunächst mal wieder die nicht so hübschen Beton­werke. Aber nachdem wir das Indus­trie­gebiet hinter uns gelassen haben, kommen wir plötzlich an einem kleinen Park vorbei. Mit Bank. Und im Sonnen­licht um die Wette leuch­tenden Bäumen. Da kann man dann schon mal ein Mittag­s­picknick machen. Und auch die Hunde können sich erst mal die Beine vertreten.

Elsass0009.jpgElsass0007.jpgElsass0008.jpgElsass0010.jpg

Landschaftlich wird es auf der deutschen Seite dann anschließend deutlich abwechs­lungs­reicher und schöner als bei den Franzosen. Dafür haben wir hier häufiger Schot­terwege. Naja, man kann nicht alles haben.

Elsass0003.jpgElsass0002.jpgElsass0011.jpgElsass0004.jpgElsass0005.jpgElsass0012.jpg

Der Herbst fährt hier noch mal alles auf, um sich das Gütesiegel „Goldener Oktober“ zu verdienen. Tolle Herbst­farben!

Elsass0015.jpg

Und am Rhein, den wir kurz darauf wieder sehen können, können wir von einer Bank aus den gemäch­lichen Schiffs­verkehr beobachten.

Elsass0014.jpgElsass0013.jpg

Auf die Fähre warten so einige Autos und wir genießen es, mit den Rädern einfach so an ihnen vorbei­zu­ziehen und Minuten später schon auf die Fähre zu radeln. Und die positive Überra­schung zum Schluss: Das ganze ist sogar kostenlos!

Elsass0016.jpg

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pfalz und Elsass 2017
Keine Zeit zu verlieren

Keine Zeit zu verlieren

In diesem Herbst geht es für uns noch mal Richtung Frankreich. Als grobes Ziel haben wir uns das Elsass vorgenommen, aber auch Saarland, Pfalz und Jura sind in der Verlosung. Wir werden uns wie immer spontan entscheiden, wie es am kommenden Tag weitergehen soll. Da...

Locker bleiben

Locker bleiben

Der Tag fängt alles andere als verlockend an. Immer wieder Regenschauer, die mal mehr, mal weniger heftig über das MoMo hinwegziehen. Aber da wir auf einem Wanderparkplatz stehen, lassen wir uns die Route vorschreiben: Einmal auf den Berg, Blick auf die Saar und...

Einmal Vollpension, bitte

Einmal Vollpension, bitte

Überraschung! Das Wetter ist zunächst gar nicht mal so schlecht wie angekündigt. Dumm nur, wenn man sich einen gemütlichen Sonntagmorgen macht und einen Blogeintrag nachholt und mittags dann feststellt, dass jetzt das angekündigte Regengebiet tatsächlich angekommen...

Route barrée

Route barrée

Heute heißt es also Abschied nehmen von der Vollpension und raus in die herbstliche Pfalz. Wir wollen Richtung Dahn, wo das Felsenland auf uns wartet. Auf dem nicht sehr weiten Weg folgen wir dem kleinen Schlenker über die als landschaftlich schön angekündigte Strecke...

Sauer macht lustig

Sauer macht lustig

Frage an alle Wohnmobilisten unter den Lesern: Was passiert garantiert nachts, wenn es kalt ist und möglichst noch regnet? Na!? Richtig, das Gas ist alle. Und was gibt es schöneres, als nach erfolgter Umstöpselung wieder in den noch warmen Alkoven zu klettern…? Am...

Über den Wolken

Über den Wolken

Als wir aufwachen, herrscht eine verwunschene Nebelstimmung über dem Rhein. Die Sonne müht sich redlich, kommt aber nur ein bisschen durch. Aber kein Problem, da wir ja ohnehin weiterfahren wollen. Und in Obernai, unserem nächsten Zielort, scheint laut Wetter-App die...

Im Schlem­mer­weinland

Im Schlem­mer­weinland

Heute können wir es ruhig angehen lassen. Denn der Wetterbericht hält Wort: Im Laufe des Vormittags wird es richtig ungemütlich und wir machen es uns im MoMo bequem. Denn für Mittags haben wir uns vorgenommen, unserem neuen in Caillac angefangenen Hobby „Mittagsmenu“...

Eisige Höhen und indisches Debakel

Eisige Höhen und indisches Debakel

Heute müssen wir doch tatsächlich mal ein bisschen früher als gewohnt aufstehen. Ein Treffen mit unseren Freunden Carmen und Bernd, die in Colmar Urlaub machen, steht auf dem Programm.Wir haben uns den Lac Noir in den Vogesen ausgesucht, um von dort zu Lac des Truites...

Zum Glück haben wir Pech

Zum Glück haben wir Pech

Es ist Sonntag und es ist Zeitumstellung. Und irgendwie gehen unsere Uhren dadurch noch etwas langsamer als ohnehin schon. Das Wetter ist eher so-so, also nutzen wir die Zeit zum online und offline Tagebuchschreiben. Gegen Mittag brechen wir dann doch noch mal in die...

Wihr gewinnt

Wihr gewinnt

Gestern war es noch sehr praktisch, nach der Weinprobe einfach ins MoMo steigen zu können. Heute wundern wir uns, wie laut es in einem Weinbetrieb zugehen kann. Gut, dass wir durch die Winterzeitumstellung erstaunlich früh aus den Federn gekommen sind! Wir fahren...

Farben­feu­erwerk am Felsenpfad

Farben­feu­erwerk am Felsenpfad

Man merkt jetzt doch sehr, dass es kühler wird. Nachts erreichen wir sogar Minusgrade! Entsprechend kühl wird es mittlerweile im Alkoven und entsprechend schön ist es, die Heizung etwas höher zu drehen und es sich muckelig zu machen. Denn draußen sind die Wiesen nach...