Heimreise mit Umwegen
20. April 2017

Letzter Tag in der Bretagne. Wir wollen/müssen heute die Rückreise antreten, damit das Ganze nicht in Arbeit ausartet.IMG_4204-Bearbeitet.jpg

Zunächst aber machen wir nach dem Frühstück noch eine Hundepi­pirunde und entdecken dabei die wirklich schön-schlichte Chapelle mit den wunderbar im Sonnen­licht leuch­tenden Fenstern. Und auf dem Rückweg decken wir uns noch mit weiteren Flaschen des gestern Abend immer noch für äußerst lecker befun­denen Philomenn.IMG_4203-Bearbeitet.jpg

Als wir uns dann auf den Weg machen steht das Standard­pro­gramm auf dem Tagesplan: Vorräte im SuperU kaufen und tanken. Aber als wir dann sehen, dass das Navi uns eh an unserer Partner­stadt Quimper vorbei­lotst, die wir gedanklich schon wieder auf die nächste Breta­gnetour verschoben hatten, sind wir ganz spontan und entscheiden uns um. Statt dem 200km entfernten Rennes wird dann halt Quimper besucht.IMG_4207.jpg

Und wir finden, dass das eine gute Wahl war. Zum einen, um das schlechte Gewissen zu beruhigen, weil man jedes Mal die Partner­stadt links liegen gelassen hat. Zum anderen, weil Quimper einen wirklich sehr hübschen Stadtkern hat. Viele alte Gemäuer und nette Lädchen. Und so etwas wie die überdachte Markt­halle hätte ich zuhause auch gerne! Besonders schräg finden wir die übertrieben vielen Brücken über die L’Odet. Praktisch alle 10 Meter gibt es eine von den Dingern. Wirkt so ein bisschen, als hätten die Stadt­väter damals Papa-ante-Portas-mäßig einen Großeinkauf getätigt…IMG_4211.jpg

Jetzt soll es aber wirklich Richtung Osten gehen. Also ab auf die Schnell­straße Richtung Lorient. Da wir die Hunde in Quimper nicht mitge­nommen hatten, ist der Plan, am nächsten Rastplatz anzuhalten und ihnen ein bisschen Auslauf zu verschaffen. Nur: Es kommt keiner. Und an der Tanke, die wir in unserer Not ansteuern, ist es auch so ungemütlich, dass man nicht wirklich raus will. Da habe ich die rettende Idee: Nur 10km von hier ist doch der Strand von Guidel Plages, wo wir im Herbst vor 2 Jahren standen. Also kurz das Navi umpro­gram­miert und abgebogen!

Es ist schon ein etwas anderes Gefühl, wenn man genau weiß, was einen erwartet. Wir steuern „unseren“ Stell­platz am Strand an und nach einer Kaffee­pause mit der leckeren Brioche aus Locronan dürfen die Hunde sich ein letztes Mal am Strand austoben. Insbe­sondere Elli hat das Buddeln zu einer neuen Kunstform weiter­ent­wi­ckelt. Sie wartet brav damit, bis wir uns hinge­setzt/-legt haben, um uns dann zielsicher mit dem schwungvoll nach hinten gebud­deltem Sand zu beglücken. So ein kluger Hund!

Wir stellen fest, dass der Strand deutlich windge­schützter ist als der auf Crozon, so dass wir alle schüt­zenden Jacken­hüllen fallen lassen, um noch mal Sonne zu tanken. Die Wetter­aus­sichten für Zuhause sehen grausig aus – wir wollen hier nicht weg!

Aber die Vernunft siegt dann doch. Den kurzfris­tigen Plan, einfach zu bleiben und dann entspre­chend längere Etappen für die Rückfahrt in Kauf zu nehmen, verwerfen wir dann doch wieder, steigen ein, winken dem Meer ein letztes Adieu zu und befinden uns alsbald auf der Autobahn Richtung Rennes und Caen.

Als nicht sehr anspruchs­volles Etappenziel haben wir eine France-Passion-Farm ca. 25km südlich vom Mt. Saint Michel auser­koren. Sah auf der Karte noch recht nah an der Autobahn aus, entpuppt sich aber dann doch als ein Trip über die Dörfer. Aber schöne Dörfer! Es wirkt wirklich alles sehr friedlich, urig und irgendwie aus der Zeit gefallen.

Auf dem Hof melden wir uns brav an, was vom Sohn des Hauses aber nur mit einem freund­lichen Achsel­zucken quittiert wird. Er muss sich mehr darum kümmern, den immensen Berner Sennenhund festzu­halten, der uns freundlich begrüßt, aber nur aufgrund seiner enormen Ausmaße auch ein bisschen bedrohlich wirkt. Der muss nur einmal auf Elli drauf­springen, dann ist sie platt wie eine Flunder! Entspre­chend vorsichtig fällt dann auch die abend­liche Hunde­runde aus…IMG_4219-Bearbeitet.jpg

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