Kurz vor Schluss

19. April 2017

Nach dem grandiosen Tag gestern steht unser Plan für heute fest: Einfach hierbleiben und das ganze nochmal von vorne. Simpel. Zumindest so lange, bis es beim Frühstück an die Tür klopft. Und vor uns ein ausgesprochen gutaussehender junger Mann mit Locken und Sonnenbrille steht. Und mit einer Polizeiuniform. Und uns informiert, dass Campen hier nicht gestattet sei. Auf Annettes Einwand hin, dass wir hier ja nur stehen würden, deutet er wortlos auf unsere gelben Auffahrkeile. Ups! Ansonsten bleibt er aber sehr entspannt, was uns ja schon mal beruhigt und das Frühstück erst mal in Ruhe beenden lässt. Aber die Überlegung, wie es weitergeht, steht jetzt erst mal im Raum. Wir entscheiden uns für den Weg des geringsten Widerstands: Den Tag erst mal noch genießen und dann nachmittags weiterfahren.

Das Genießen fällt heute auch etwas schwerer, weil es zwar sonnig ist, aber gleichzeitig ein wirklich kalter Nordostwind bläst. Dabei sieht es doch so nach Karibik aus! Und so machen wir uns dann auch dick bejackt an den Strand auf – kein T-Shirt-Wetter heute.

Außer man kennt sich schon ein bisschen aus. Denn am südlichen Ende des Strandes gibt es eine Felsbucht, die in der Sonne liegt und perfekt vor dem Wind schützt. Hier machen wir es uns gemütlich und machen eine ausgedehnte Sonn- und Lesepause. Und danach fällt uns auch der heutige Abschied vom Meer nicht mehr ganz so schwer.IMG_4193.jpg

Wir sagen also mit nur mittelschwerem Herzen diesem tollen Stellplatz Auf Wiedersehen und machen uns Richtung Crozon auf, wo es im Touri-Vorort Morgat eine V/E-Station gibt. Denn die haben wir dringend nötig! Dumm nur, wenn der Automat dann meine Kreditkarte auch nach dem x-ten Versuch nicht akzeptieren mag. Toll, wenn der junge Franzose, der gerade die Station wartet, einfach seine Kreditkarte einführt und von mir nicht mal Cash als Ausgleich verlangt. Merci beaucoup!

Jetzt aber auf nach Locronan. Im Reiseführer liest es sich toll: Der urige Ort ohne Autoverkehr im Zentrum, der so authentisch ist, dass dort häufiger Filmszenen gedreht werden, weil man mit wenigen Handgriffen den Eindruck erwecken kann, sich in der Vergangenheit zu befinden. Nichts wie hin!

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Auf dem Stellplatz direkt am Ortseingang (löblich!) tun wir uns schwer damit, einen guten Platz zu finden. Wahrscheinlich, weil es zu viele gibt… Der erste ist uns selbst mit Keilen zu schräg. Der zweite Platz erscheint mir deutlich ebener, aber Annette ist sich sicher: Der ist ja mega-schief! Also werden gleich zwei Keile unter die Reifen gelegt. Bevor ich auffahre, checkt Annette mit der Wasserwaage: Mensch, wir stehen ja schon gerade! Ich rolle dann noch einen Zentimeter auf unsere Doppelkeile, damit die Mühe nicht umsonst war…

Das urige Locronan entpuppt sich dann als Kunstgewerbe-Touristen-Outlet-Kulisse. Ja, es stehen wirklich viele alte Häuser herum, aber wirklich außergewöhnliches, besonderes Flair hat das für uns nicht. Da kann unsere Heimat Lennep aber locker mithalten…

Immerhin finde ich im Haus der 199 bretonischen Biere das leckere Philomenn aus dem letzten Bretagneurlaub und kaufe für einen Freudenhauspreis eine Flasche des leckeren Gesöffs.

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Nachdem wir die Hunde ins MoMo zurückgebracht haben, geht es für unseren voraussichtlich letzten Abend in der Bretagne noch mal in eine Crêperie. Wir haben uns das „Le Temps Passe“ ausgesucht und werden nicht enttäuscht. Und als wir kurz vor Sonnenuntergang wieder vor die Tür treten, leuchtet der Himmel mal wieder in diesem besonderen bretonischen Licht. Und wirklich nur kurz denken wir daran, wie toll das jetzt wohl an „unserem“ Plage Palue aussehen mag.

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