Ostern in Camaret
16. April 2017

IMG_4087.jpgCrozon-006.jpg

Heute bewegen wir das MoMo nur wenige Kilometer weiter. Zum Strom­tanken muss mal wieder ein Camping­platz her und da scheint  der Camping Municipal uns attrak­tiver als der Womo-Stell­platz.

Zumindest ist es hier deutlich leerer… Was sich auch mal wieder in der franzö­si­schen Noncha­lance zeigt, für einge­schränkte Services den vollen Preis zu nehmen. Hier ist es das Sanitär­ge­bäude, bei dem man der Einfachheit halber die Herren­wa­sch­räume geschlossen lässt und alle in die Damen­toi­lette/-dusche schickt. Einer bei meinem Anblick dann doch verwun­derten Frau werfe ich ein fragendes “Toilette unisex?” zu, was sie mit einem amüsierten “Bienvenue!” kontert. Geht doch!

IMG_4070.jpg

Wie es sich für einen Oster­sonntag gehört, schmeissen wir uns in Schale und erkunden den Ort. Also, vielmehr die Promenade am Hafen, wo sich ein Restaurant an die nächste Crêperie an die nächste Bar reiht. Und eine Boulan­gerie finden wir auch noch, wo wir so gerade noch das letzte Brioche für unser Kaffe­trinken kriegen können.

IMG_4088.jpg

In den hinteren Sträßchen und Gässchen gibt es jede Menge Ateliers und Galerien. Sieht alles sehr malerisch und atmosphä­risch aus.

Wobei man aber auch sehr merkt: Eigentlich liegt der Ort immer noch im Winter­schlaf — den Verkehr an der Promenade im Sommer mag ich mir nicht vorstellen!

IMG_4076.jpg

An einigen Restau­rants hängt schon ein Schild “complet!” vor der Speise­karte. Als ich in einem empfoh­lenen Restaurant für den Abend einen Tisch reser­vieren möchte, weiß ich auch warum: Das bedeutet nämlich voll, ausge­bucht, nix zu machen. Hm. Wir kriegen schließlich noch eine Reser­vierung für den Abend im Kraken an einem 8er-Tisch.
Den Nachmittag verbringen wir dann mal wieder faulen­zen­der­weise auf dem Camping­platz. Im Hinter­grund hört man von Zeit zu Zeit das Gejubel vom nahen Fußball­platz, wenn bei den Jugend­spielen mal wieder ein Tor fällt. Ansonsten hat sich die Sonne wieder ein bisschen stärker durch­ge­setzt, so dass wir teilweise tatsächlich mal wieder im T‑Shirt in der Sonne sitzen. Herrlich!

Abends kommt dann, was kommen muss: Wo gehen die ganzen Kids nach ihrem Fußball­turnier hin? Natürlich auf den Camping­platz. Und wem gehören die 4 Zelte auf der anderen Seite der Hecke? Genau… Mal gucken, was das für die Nachtruhe bedeutet.

In der Abend­sonne geht es noch mal eben zu den Aligne­ments mégali­thiques de Lagatjar. Zu deutsch: Hinkel­steine. Auch hier wieder tolle Stein­klopse, aber leider nicht so scenic wie in Carnac oder im schwe­di­schen Ales Stenar. Aber immerhin haben die Hunde noch mal ein Ründchen gemacht, denn in den Kraken dürfen sie leider nicht mit.

Crozon-030-Bearbeitet.jpg

Wir machen uns also einen schönen Abend zu zweit. Auch mal nett. Mit unserer Reser­vierung für 19 Uhr sind wir die ersten Gäste und können zugucken wie sich der Laden weiter füllt und auch jede Menge armer Tröpfe, die nicht reser­viert haben und wieder wegge­schickt werden.
Vom Preis-Leistungs­ver­hältnis ist das ganze schon mal unschlagbar. Ein 3‑Gänge-Menü für 16,50€ ist mal ne Ansage. Da machen wir uns mal einen leckeren Abend!

Als wir zum Camping­platz zurück kommen ist das erwartete Ich-kann-aber-lauter-als-du-kreischen schon im Gange. Was also tun? Simpel. Ins MoMo zurück­ziehen, Musik so laut aufdrehen, dass die Außenwelt verschwindet und Blog schreiben. Geht doch.

Dachte ich zumindest bis halb zwölf. Da sich bis dahin die Aktivi­täten aber eher verstärken und erste Stadi­on­ge­sänge angestimmt werden, stöpsele ich den Strom ab, werfe entnervt den Motor an und fahre zumindest ein Stück weit dem Lärm davon auf einen anderen Platz. Mal gucken, was die Nacht bringt…

 

1 Kommentar

  1. Glaube mich zu erinnern, dass wir letztes Jahr an unserem Hochzeitstag im selben Restaurant waren. Bin schon gespannt wie es weiter geht.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bretagne: Finistère Frühling 2017
Belgien und Show Frites

Belgien und Show Frites

Der Start in unseren dritten Bretagneurlaub beginnt vorbildlich. Das größtenteils gestern gepackte MoMo wartet nur darauf, dass wir die letzten paar Kleinigkeiten einräumen. Und so geht es am späten Mittag los. Wegen der Sperrung der Leverkusener Brücke weichen wir...

Sommer in Honfleur

Sommer in Honfleur

Das geht ja gut los! Wir verbringen eine ruhige Nacht auf diesem schönen Stellplatz am See. Und als Annette den Frühstückstisch gedeckt hat, fängt der Urlaub erst mal so richtig an. Morgens ist es verwunschen neblig-sonnig, so dass wir erst mal gemütlich frühstücken...

Arrivée

Arrivée

Wider Erwarten haben wir auf diesem pickepackevollen, riesigen Platz paradiesisch geschlafen. Und als der Bäcker um halb zehn hupend über den Stellplatz fährt, haben wir das Frühstück schon beendet. Offensichtlich sind wir für französische Verhältnisse immer noch...

Haupt­sache Strand

Haupt­sache Strand

Vom sommerlichen Wetter ist nichts übrig geblieben. Der Tag beginnt grau und trüb und kühl. So haben wir das aber nicht bestellt! Naja, ist ja schließlich kein Wunschkonzert. Aber ein bisschen Licht würde dem Tag schon gut tun. Unsere erste Etappe führt uns nach...

Lost Camping­platz mit Aussicht

Lost Camping­platz mit Aussicht

In aller Ruhe bereiten wir bei schönstem Frühlingswetter die Abfahrt vor. Annette feudelt durch und wir wollen mit unserem gestern erworbenen Jeton noch einmal ver- und entsorgen, bevor es in die Einsamkeit von Finistère gehen soll. Aber trotz Jeton tut sich nichts -...

Zu früh gefreut…

Zu früh gefreut…

Obwohl der Wetterbericht etwas anderes sagt, gibt es erst mal ein sonniges Guten-Morgen. Und auch im Verlauf des Vormittags ist es eher freundlich. Für uns Gelegenheit, weiter zu relaxen und für mich, den Blogeintrag für gestern fertig zu schreiben. Denn unseren...

Von Küste zu Küste

Von Küste zu Küste

Da wir gestern unser letztes Baguette aufgegessen haben machen wir heute ein Alternativprogramm: Erst losfahren, dann in der Boulangerie einkaufen und am nächsten Strand dann gemütlich frühstücken. Losfahren klappt routiniert, den Bäcker gibts im nächsten Ort Kerlouan...

Kreuz und quer und wieder zurück

Kreuz und quer und wieder zurück

Heute sind wir mit bei den letzten, die aufbrechen. Voll im Entspannungsmodus. Was vielleicht auch am grauen Himmel liegt. Das motiviert einen nicht gerade zum frühen Losfahren. Auf der hübschen grünen Bank am Strand schmieden wir unsere Weiterfahrpläne. Die Gemeinde...

Von Turm zu Turm

Von Turm zu Turm

Unser Stellplatz am Pointe de Corsen ist auch für die Nacht ein Volltreffer. Bis auf die drei Pferde auf der Weide neben uns gibt es niemanden, der sich dafür interessiert, dass wir hier stehen. Und entsprechend lang zögern wir auch den Abschied hinaus. Wir sind uns...

Düstere Klippen und faulende Schiffe

Düstere Klippen und faulende Schiffe

Der Stellplatzwechsel kurz vor Mitternacht hat sich zwar insofern ausgezahlt, dass es danach deutlich ruhiger war, aber gut geschlafen haben ist was anderes. Nach einer Dusche in der Unisex-Toilette bin ich aber trotzdem so erfrischt, dass es für einen Gang zum Bäcker...

Kein Croissant in Crozon

Kein Croissant in Crozon

Das schöne Wetter ist da! Bisher hatte es der Wetterbericht immer einen Tag weiter vor sich her geschoben, aber heute konnte er nicht mehr anders: Die Sonne strahlt schon morgens und so bleibt es auch den ganzen Tag. Wundervoll! Unser Weg entlang des Caps führt über...

Kurz vor Schluss

Kurz vor Schluss

Nach dem grandiosen Tag gestern steht unser Plan für heute fest: Einfach hierbleiben und das ganze nochmal von vorne. Simpel. Zumindest so lange, bis es beim Frühstück an die Tür klopft. Und vor uns ein ausgesprochen gutaussehender junger Mann mit Locken und...

Heimreise mit Umwegen

Heimreise mit Umwegen

Letzter Tag in der Bretagne. Wir wollen/müssen heute die Rückreise antreten, damit das Ganze nicht in Arbeit ausartet. Zunächst aber machen wir nach dem Frühstück noch eine Hundepipirunde und entdecken dabei die wirklich schön-schlichte Chapelle mit den wunderbar im...