Haupt­sache Strand
10. April 2017

Vom sommer­lichen Wetter ist nichts übrig geblieben. Der Tag beginnt grau und trüb und kühl. So haben wir das aber nicht bestellt! Naja, ist ja schließlich kein Wunsch­konzert. Aber ein bisschen Licht würde dem Tag schon gut tun. Unsere erste Etappe führt uns nach Primel-Tregastel mit dem Pointe de Primel, der bei uns fortan nur noch Primel­punkt genannt wird.Finistère-002-Bearbeitet.jpg

Finistère-026-Bearbeitet.jpgDer Ort präsen­tiert sich zunächst sehr womoun­freundlich. Überall eindeutige Verbots­schilder für Womos obwohl sowas von tote Hose ist. Frustrierend. An einem kleinen Parkplatz am Strand­bou­levard werden wir schließlich fündig. Zwar Pylone für eine Womolatte, aber eben keine Latte. Nehmen wir. Aber als ich gerade abschließen will kommt ein erboster älterer Herr und macht mir sehr eindeutig klar, dass das hier ja wohl mal gar nicht geht. Auch wenn ich kein Wort verstehe: Die Botschaft ist angekommen. Und erst als er merkt, dass ich ja gar nicht so böse bin, gibt er mir den Hinweis, dass es einen offizi­ellen Parkplatz am Primel­punkt gibt, wo auch Womos stehen dürfen. Und den steuere ich dann auch brav an. Und siehe da, es gibt sogar einen Camping Municipal, der aber noch nicht geöffnet ist.Finistère-007-Bearbeitet.jpg

Wir stiefeln also los um den mit Stech­ginster bewach­senen Primel­punkt zu erkunden. Es ist ein netter kurzer Spaziergang um die Küsten­spitze. Alldieweil: Es fehlt das Licht, um in Begeis­terung auszu­brechen.Finistère-020-Bearbeitet.jpg

Also fahren wir weiter nach Carantec, das sich in den Reise­führern wie ein lohnendes Ziel anhört.IMG_4011-Bearbeitet.jpg

Für uns ist es aber nur ein Zwischen­stopp, denn ein Wattstrand mit Hunde­verbot und ein weitest­gehend toter Ort erscheinen uns nicht attraktiv genug, um dort unsere Zelte aufzu­schlagen. Wir hatten uns zwar vorge­nommen, nach der langen Anreise erst mal kleinere Brötchen zu backen, aber wir haben ja den Vorteil, dass wir weiter fahren können, wenn irgendwas nicht stimmt. Und hier stimmt für uns nicht genug.IMG_4009-Bearbeitet.jpg

IMG_4016-Bearbeitet.jpgWir nutzen in Saint Pol de Leon die Gelegenheit, im SuperU unsere Vorrräte an franzö­si­schen Lecke­reien aufzu­füllen und stellen fest, dass unser Bedarf an Städtchen gerade mal nicht so groß ist. Wir hätten gerne Meer. Und Sandstrand. Und kein Wattschlick oder umgekippte Schiffe. Und ein Crêpe wäre auch nicht schlecht. Also steuern wir einen Stell­platz in Santec an, der all dies vereinen soll.

Hört sich auch erst mal alles gut an. Für Gäste der Crêperie gratis. Und mit Strom. Und Ver-/Entsor­gungs­station. Und ein großes Plakat kündigt einen dollen Sandstrand an. Très bien! Okay, als ich mich brav in der Crêperie als Womogast anmelde, werden mir erst mal 10€ für den Strom abgeknöpft. Sportlich! Wohl doch nicht so ganz gratuit… Aber was soll’s.

Finistère-062-Bearbeitet.jpgFinistère-039-Bearbeitet.jpgImmerhin ist der Strand wirklich toll. Absolut feinsandig, karibikgrün schim­merndes Wasser und kein Hunde­verbot. Elli kann ihr Glück gar nicht fassen und tobt wüst mit Mia über den Strand.

Als plötzlich ein herren­loser Hund zu uns kommt, der zwar freundlich wedelt, aber größer als unsere beiden ist und noch einen Tacken wüster spielen will, kriegt es Elli doch mit der Angst zu tun und flüchtet zu Frauchen. Auf dem Arm ist es dann schon sicherer! Ein paar Augen­blicke später erfahren wir, dass Max nur einen Monat älter als Elli ist und seinem Frauchen ausge­büchst war. Ich will gar nicht wissen, wie groß der wird, wenn er jetzt schon größer als Mia ist!Finistère-045-Bearbeitet.jpg

Finistère-129-Bearbeitet.jpgDa mittler­weile mit jeder Minute die Sonne stärker rauskommt, suchen wir uns einen netten Platz in den Felsen und gucken Elli zu, wie sie wie ein Weltmeister buddelt. Ich glaube, unser Baby mag Strände sehr…Finistère-074-Bearbeitet.jpgFinistère-098-Bearbeitet.jpg

Irgendwann wird es uns aber dann doch zu kalt, denn trotz Sonne und Jacken bleibt es heute eher frisch. Egal, ein Tässchen Kaffee ist ja nicht die schlech­teste Alter­native. Und so kann ich schon mal die Bilder vom Tage sichten und sortieren. Es könnte sein, dass dieser Urlaub sehr hunde­bil­d­er­lastig wird…Finistère-061-Bearbeitet.jpgFinistère-075-Bearbeitet.jpg

Abends freuen wir uns dann auf den Crêpe­rie­besuch. Bisher gehörten die Crêpes immer zu den Highlights unserer Breta­gne­reisen (s. hier und hier). Heute ist das etwas, hm, anders. Es ist zwar nicht so, dass es so gar nicht schmeckt, aber weder vom Ambiente noch von der Kochkunst sind wir besonders angetan. Man könnte das alles mit liebevoll-geschmacklos beschreiben. Es wirkt so, als hätten Leute ohne wirklichen Sinn für Geschmack oder Schönheit das ganze einge­richtet, sich dabei aber wirklich Mühe gegeben. Und für die Crêpes gilt das gleiche. Nicht wirklich schlecht, aber wenn ich Tiefkühl-Rahms­pinat auf meinem Crêpe haben will, muss ich dafür nicht in eine Crêperie gehen. Und als uns beim Bezahlen für den obliga­to­ri­schen Jeton für die Ver-/Entsorgung noch einmal 2€ für den Gratuit-Stell­platz abgenommen werden, komme ich mir schon ein bisschen verschaukelt vor. Nunja, Lehrgeld nennt man das wohl…

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Fotograf bei der Arbeit

Da es nun kurz vor Sonneun­tergang ist, beschließen wir, noch einmal zum Strand zu gehen. Ich packe Stativ und Graufilter ein und versuche mich mal wieder an Langzeit­be­lich­tungen. Gar nicht so einfach, wenn die Hunde um einen herum toben! Uns treibt die Kälte dann aber doch alsbald wieder zum MoMo zurück. Morgen dann bitte noch mal das gleiche mit Handschuhen und dickeren Anzieh­sachen!

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1 Kommentar

  1. Hallo Ihr Lieben!

    Dass Eure Fotos sehr hunde­lastig sind, kann ich sehr gut verstehen: Die ersten Erfah­rungen von Elli am Strand sind ja auch sehr bezau­bernd! Weiterhin einen erhol­samen Urlaub!

    LG Chris­tiane

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