Wahrlich majestätisch

21. Oktober 2016

Nach dem Frühstück gehen wir shoppen. Im Hofladen bei Madame. Denn wenn die Ferme schon auf der Route de Cidre liegt, können wir da auch gleich mal unsere Vorräte für die frankreichlose Zeit anlegen. Haben wir letztes Jahr auf unserem letzten France-Passion-Stop auch gemacht und war eine schöne Erinnerung an den Urlaub. Und als Dankeschön für den Übernachtungsplatz ist es ja auch nicht verkehrt…

Auf der Heimfahrt liegt Rouen quasi auf der Strecke. Wollten wir schon immer hin, haben es aber irgendwie nie hingekriegt. Heute schon. Und es gibt sogar einen kostenlosen Womo-Stellplatz direkt an der Seine! Allerdings in einem Umfeld, wo es einen nun so gar nicht wundern würde, wenn das Fahrzeug bei der Rückkehr ausgeräumt ist… Wir sind aber mutig und lassen zusätzlich Mia als Wachhund zurück. Wird schon schiefgehen!

Über die Seine spazieren wir mitten in die Stadt und sind schon nach wenigen Minuten an der Kathedrale. Mit ihren 151,5m nur unwesentlich kleiner als der Kölner Dom – von der Wirkung aber genau so mächtig. Auch von innen gefällt uns die Kirche wirklich gut. Wahrlich majestätisch!

Besonders gefallen uns die vielen Kleinigkeiten, die es zu entdecken gibt, wie zum Beispiel das Herz von Richard Löwenherz, dass dankenswerterweise von einem Steinsarkophag verborgen vor sich hin schimmelt. Oder die vielen Statuen mit wirklichen Charakterköpfen. Oder die elegante Buchhändlertreppe. Oder die Jungfrau-Maria-Kerzen, die einen Jungfrauenaufschlag von 1€ extra kosten. Oder, oder, oder… Es lässt sich prächtig schlendern und staunen in dieser Kirche.

Aber auch der Rest von Rouen gefällt uns wirklich gut. Auch wenn wir eher im Schnelldurchlauf nur die nähere Umgebung der Kathedrale sondieren. Was auffällt sind die vielen alten Fachwerkhäuser – aber auch, dass mehrere davon vor sich hin gammeln. Die überwiegende Anzahl ist aber sehr sehenswert.

Besonders gefällt uns die Rue Damiette mit ihren vielen Galerien, Antiquitätenläden und Musikalienhandlungen. Zusammen mit den alten Häusern und dem Kopfsteinpflaster eine absolut passende Mischung!

Und auch die Kirche St. Maclou an der Place Barthélemy sieht mit ihren schweren, mit Schnitzereien reich verzierten Holztüren absolut großartig aus.

Wir würden gerne noch länger bleiben, aber da wir noch etwas weiter Richtung Heimat fahren wollen, notieren wir für Rouen ein “unbedingt wiederkommen” und machen uns auf den Rückweg zum MoMo, das wir beruhigenderweise auch unversehrt vorfinden.

Für die große Strecke bis zur Grenze gönnen wir uns dann gerne die mautpflichtigen Autobahnstrecken, auf denen es sich so vortrefflich cruisen lässt. Nach einem Tankstop bei Cambrai entscheiden wir uns Last-Minute noch einmal um, was die Wahl des Stellplatzes betrifft. Den eigentlich anvisierten Platz nahe der belgischen Grenze verwerfen wir zugunsten eines Platzes im Örtchen mit dem lustigen Namen Marcoing. Anscheinend las sich die Stellplatzbeschreibung für andere Wohnmobilisten aber genau so vielversprechend wie für uns. Denn auf den eigentlich vorgesehenen 6 Stellplätzen tummeln sich schon 8 Womos und kurz nach uns trudelt noch Nummer 9 ein. Wir sind aber mit unserer Etappenlänge für heute zufrieden und bleiben dann einfach auch. Wird heute halt mal gekuschelcampt.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nordbretagne Herbst 2016
Kreis geschlossen

Kreis geschlossen

Hatte ich mich über den Platz beim SuperU gefreut? Nach dieser Nacht muss ich das noch mal überdenken... Denn mehrfach in der Nacht(!) sind wir hochgeschreckt, weil es sich anfühlte, als würde ein LKW mitten durchs MoMo fahren. Und zwar nicht gerade langsam...! Wieder...

Graue Côte de Granit Rose

Graue Côte de Granit Rose

Heute ist Markttag in Tréguier. Also wollen wir den morgendlichen Einkauf in der Boulangerie mit einem Marktbesuch verbinden. Aber obwohl wir zur sehr zivilen Zeit von 8.30 Uhr dort sind, ist alles noch im Aufbau begriffen. Anscheinend machen die Franzosen es genau...

Schlund und Bier

Schlund und Bier

Da unsere Brotvorräte erschöpft sind fahre ich mit dem Rad zur Boulangerie und versorge uns mit Baguette und Croissants. Zum Glück komme ich noch im Trockenen zurück, denn schon während wir frühstücken geht ein kräftiger Schauer nieder. Nach all den Schönwettertagen...

Sacken lassen

Sacken lassen

Den grandiosen Tag gestern müssen wir erst mal sacken lassen. Gelingt auch richtig gut, da wir im Gegensatz zu gestern heute einfach mal 'ne Stunde später aufstehen. Und da unsere Brotvorräte aufgebraucht sind, gibt es nur eine Schale Müsli bevor wir nach Paimpol...

Très genial

Très genial

Ungewohnt: Wegen der "frühen" Abfahrtszeit (9.45h...) der ersten Fähre rüber auf die Isle de Bréhat müssen wir heute tatsächlich mal vor Sonnenaufgang aufstehen. Dieser ist nämlich hier zu dieser Jahreszeit erst um halb neun... Und auch, als wir zum Anleger gehen,...

Instant Gourmand

Instant Gourmand

Heute gehen wir mal getrennte Wege. Während Annette mit Mia den Weg hinunter zum Strand erkundet, nutze ich die Zeit zum Lesen. Es ist wider Erwarten sonnig freundlich - nicht schlecht bei einer Wettervorhersage, die fürs Wochenende eher mau aussah! Wir fotografieren...

Verwirrende Flut

Verwirrende Flut

Fühlt sich ein bisschen unwirklich an. So als einzige Gäste auf einem Campingplatz. Aber wir genießen als Abwechslung zur engen MoMo-Dusche mal die geräumige Campingdusche. Und da die Waschräume nicht geheizt sind auch gleichzeitig sehr belebend. Die nette Platzwartin...

Grandiose Strände und große und kleine Städte

Grandiose Strände und große und kleine Städte

Was ein Luxus! Im Osten die Sonne über den Klippen aufgehen und im Westen Meer, Ginster und Heide in sanftes Morgenlicht getaucht sehen. Viel besser kann ein Tag nicht beginnen. Wir fahren die Küste entlang und wollen eigentlich bis Erquy fahren, um dort das Cap zu...

Cap und Latte

Cap und Latte

Unser erster Plan für heute ist es, endlich mal die SIM-Karte von Free zu besorgen. Soll doch angeblich in jedem Tabac zu kriegen sein! Gestern in Saint Malo war wieder nix zu wollen. Also ändern wir den Schlachtplan für heute und gucken mal in den Tabacs bei...

Leere Strände, Nudisten und Korsaren

Leere Strände, Nudisten und Korsaren

Heute werden die Räder gebraucht! Wir beschließen gerne, noch einen Tag hier stehen zu bleiben und die Küste näher zu erkunden. Und das geht hier, mit den vielen Womolatten und Parkverboten für Womos und Wohnwagen, am besten zu Fuß oder halt per Rad. Auf dem Weg zum...

Montag ist der neue Sonntag

Montag ist der neue Sonntag

Falls irgendjemand Zweifel am Fleiß der Franzosen hat: Wer an einem Montagmorgen um 5 Uhr bei Pisswetter vom schrillen Piepen eines Müllabfuhrwagens an einem gottverlassenem Leuchtturm geweckt wird, hat da keine Fragen mehr... Vom gestrigen sonnigen Wetter ist heute...

Wettentspannen

Wettentspannen

Pünktlich zum Sonnenaufgang werden wir wach. Aber wir sind doch etwas erstaunt, dass die Uhr schon 8.20 Uhr anzeigt. Klappt gut mit dem entspannen! Unsere Fahrt Richtung Westen geht gemächlich weiter. Denn nach einer Stunde lädt uns das schnuckelige Örtchen...