Kreis geschlossen

Hatte ich mich über den Platz beim SuperU gefreut? Nach dieser Nacht muss ich das noch mal überdenken… Denn mehrfach in der Nacht(!) sind wir hochgeschreckt, weil es sich anfühlte, als würde ein LKW mitten durchs MoMo fahren. Und zwar nicht gerade langsam…! Wieder was gelernt: Ich wusste bisher nicht, dass Supermärkte schon des Nachts beliefert werden.

Später als gedacht brechen wir heute auf und fahren die kurze Strecke zum Parkplatz in Tregastel, da wir heute auch noch die Felsen auf der Halbinsel Ile Renote bewundern wollen.

Das Wetter meint es besser als gestern mit uns. Blumenkohlwolken, Sonnenschein. Aber auch eine bedrohlich schwarze Wand, hinter der die Sonne manchmal eine Auszeit nimmt.

Auch heute sind wir wieder begeistert von der Vielzahl der Formen und Gesichter, die man in den Felsen zu erkennen glaubt.

Es macht einfach einen Riesenspaß, durch diesen gigantischen Skulpturenpark zu wandeln und eine Idee nach der anderen für ein Foto zu haben. Und dass heute ein deutlich höherer Wasserstand herrscht, lässt die Landschaft ohnehin wieder komplett anders aussehen.

Wir nehmen also mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied vom Meer: Heute werden wir die ersten Kilometer Richtung Heimat antreten. Vorher allerdings wollen wir als letzten “Programmpunkt” in der Bretagne noch dem Wochenmarkt in Lannion einen Besuch abstatten. Aber unser gechillter Start in den Tag und das ausgiebige Fotografieren haben ihren Preis.

Denn wir haben gestern zwar gelernt, dass Märkte durchaus zu zivilen Zeiten beginnen, aber das Ende ist wie bei uns gegen 13 Uhr. Als wir also gegen 13,30 Uhr in Lannion eintreffen, wird schon fleißig abgebaut und nur die wenigsten Stände, vorwiegend Kleidung und Nippes, haben gerne auch noch länger geöffnet. An leckere Spezialitäten der französischen Küche ist aber nicht mehr zu denken. Dumm gelaufen…

Wir halten aber fest, dass Lannion eine nette Stadt ist, in die es sich lohnt, noch einmal wiederzukommen. Ist für unsere nächste Bretagne-Tour fest eingeplant.

Jetzt heißt es aber endgültig in Richtung Westen fahren. Und da es a) auf halber Strecke unserer für heute angepeilten Route liegt, b) wir noch einmal ver- und entsorgen wollen und c) sich so der Kreis schließt, fahren wir nach Dol-de-Bretagne, was ja auch unsere erste Station in der Bretagne war.

Dort ist bereits ein älteres französisches Paar am Verentsorgen. Plötzlich kommt die Frau auf uns zu und redet freundlich auf uns ein. Bei Annette fällt zuerst der Groschen: Ob wir noch Wasser brauchen? Sie hätten doch ohnehin die 2€ bezahlt… Also kriegen wir unser Frischwasser zum Nulltarif und bedanken uns artig für die Freundlichkeit.

Unser Tagesziel soll eine France-Passion-Ferme hinter Caen in der Normandie sein, wo es hoffentlich leckeren Cidre zu kaufen geben wird. Und da der Tag schon fortgeschritten ist, wird das ein bisschen ein Wettlauf mit der Zeit, ob wir dort noch vor Einbruch der Dunkelheit eintreffen. Ein Wettlauf, den wir mit Pauken und Trompeten verlieren. Irre, wie früh es jetzt schon dunkel wird! Und so erleben wir noch ein bisschen Abenteuer beim Fahren auf engsten Sträßchen durch die provinziellste Normandie bei völliger Dunkelheit.

Als wir auf dem Bauernhof ankommen, begrüsst uns die Bäuerin freundlich, wir erfahren, wo wir stehen dürfen und man wünscht sich eine “Bonne Soirée”. Geschafft!

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