Kreis geschlos­sen
20. Oktober 2016

Hatte ich mich über den Platz beim SuperU gefreut? Nach dieser Nacht muss ich das noch mal überden­ken… Denn mehrfach in der Nacht(!) sind wir hochge­schreckt, weil es sich anfühlte, als würde ein LKW mitten durchs MoMo fahren. Und zwar nicht gerade langsam…! Wieder was gelernt: Ich wusste bisher nicht, dass Super­märkte schon des Nachts belie­fert werden.

Später als gedacht brechen wir heute auf und fahren die kurze Strecke zum Parkplatz in Tregastel, da wir heute auch noch die Felsen auf der Halbin­sel Ile Renote bewun­dern wollen.

Das Wetter meint es besser als gestern mit uns. Blumen­kohl­wol­ken, Sonnen­schein. Aber auch eine bedroh­lich schwarze Wand, hinter der die Sonne manch­mal eine Auszeit nimmt.

Auch heute sind wir wieder begeis­tert von der Vielzahl der Formen und Gesich­ter, die man in den Felsen zu erken­nen glaubt.

Es macht einfach einen Riesen­spaß, durch diesen gigan­ti­schen Skulp­tu­ren­park zu wandeln und eine Idee nach der anderen für ein Foto zu haben. Und dass heute ein deutlich höherer Wasser­stand herrscht, lässt die Landschaft ohnehin wieder komplett anders ausse­hen.

Wir nehmen also mit einem lachen­den und einem weinen­den Auge Abschied vom Meer: Heute werden wir die ersten Kilome­ter Richtung Heimat antre­ten. Vorher aller­dings wollen wir als letzten “Programm­punkt” in der Breta­gne noch dem Wochen­markt in Lannion einen Besuch abstat­ten. Aber unser gechill­ter Start in den Tag und das ausgie­bige Fotogra­fie­ren haben ihren Preis.

Denn wir haben gestern zwar gelernt, dass Märkte durch­aus zu zivilen Zeiten begin­nen, aber das Ende ist wie bei uns gegen 13 Uhr. Als wir also gegen 13,30 Uhr in Lannion eintref­fen, wird schon fleißig abgebaut und nur die wenigs­ten Stände, vorwie­gend Kleidung und Nippes, haben gerne auch noch länger geöff­net. An leckere Spezia­li­tä­ten der franzö­si­schen Küche ist aber nicht mehr zu denken. Dumm gelau­fen…

Wir halten aber fest, dass Lannion eine nette Stadt ist, in die es sich lohnt, noch einmal wieder­zu­kom­men. Ist für unsere nächste Breta­gne-Tour fest einge­plant.

Jetzt heißt es aber endgül­tig in Richtung Westen fahren. Und da es a) auf halber Strecke unserer für heute angepeil­ten Route liegt, b) wir noch einmal ver- und entsor­gen wollen und c) sich so der Kreis schließt, fahren wir nach Dol-de-Breta­gne, was ja auch unsere erste Station in der Breta­gne war.

Dort ist bereits ein älteres franzö­si­sches Paar am Verent­sor­gen. Plötz­lich kommt die Frau auf uns zu und redet freund­lich auf uns ein. Bei Annette fällt zuerst der Groschen: Ob wir noch Wasser brauchen? Sie hätten doch ohnehin die 2€ bezahlt… Also kriegen wir unser Frisch­was­ser zum Nullta­rif und bedan­ken uns artig für die Freund­lich­keit.

Unser Tages­ziel soll eine France-Passion-Ferme hinter Caen in der Norman­die sein, wo es hoffent­lich lecke­ren Cidre zu kaufen geben wird. Und da der Tag schon fortge­schrit­ten ist, wird das ein bisschen ein Wettlauf mit der Zeit, ob wir dort noch vor Einbruch der Dunkel­heit eintref­fen. Ein Wettlauf, den wir mit Pauken und Trompe­ten verlie­ren. Irre, wie früh es jetzt schon dunkel wird! Und so erleben wir noch ein bisschen Abenteuer beim Fahren auf engsten Sträß­chen durch die provin­zi­ellste Norman­die bei völli­ger Dunkel­heit.

Als wir auf dem Bauern­hof ankom­men, begrüsst uns die Bäuerin freund­lich, wir erfah­ren, wo wir stehen dürfen und man wünscht sich eine “Bonne Soirée”. Geschafft!

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