Sacken lassen

Den grandiosen Tag gestern müssen wir erst mal sacken lassen. Gelingt auch richtig gut, da wir im Gegensatz zu gestern heute einfach mal ‘ne Stunde später aufstehen. Und da unsere Brotvorräte aufgebraucht sind, gibt es nur eine Schale Müsli bevor wir nach Paimpol aufbrechen. Dort wollen wir in der Patisserie, in der es die köstlichen Zitronentartelettes gab, noch einmal zuschlagen und auch Brot für ein zweites Spätstück kaufen. Aber leider ist heute Montag – der fleißige Blog-Leser weiß also, was das bedeutet: Boulangerie zu. Immerhin gibt es aber um die Ecke am Hafen eine geöffnete Bäckerei, so dass wir noch zu Croissants, Baguette und sogar einem Zitronentörtchen kommen.

Nachdem wir uns im MoMo das Spätstück haben munden lassen, mache ich fleißiges Bienchen die Blogbeiträge der vergangenen Tage veröffentlichungsfertig. Denn unsere SIM-Karte von “free” ist leider nicht so frei, wie der Name verspricht. In der Werbung werden die fetten 50GB hervorgehoben, die man natürlich in einer Woche fast unmöglich aufbrauchen kann. Was aber nur im kleingedruckten steht: Dieses riesige Datenvolumen gilt nur für das 4G-Netz. Dumm nur, dass wir die 3GB, die für das 3G-Netz zur Verfügung stehen, bereits aufgebraucht haben… Jetzt heißt es entweder auf 4G hoffen, oder aber im 3G-Netz gedrosselt zu surfen. Bei weitem nicht so doll wie ich mir das vorgestellt habe…

Unser Weg führt uns weiter Richtung Westen auf die Halbinsel mit dem klangvollen Namen Presqu’île Sauvage. Auf der Karte sieht die 3km lange Landzunge Sillon de Talbert sehr bizarr und sehenswert aus.

In der Realität haben wir wohl mal wieder Ebbe. Man ahnt zwar, wo der schmale Streifen bei Flut verlaufen wird. So aber steht man vor einer sandigen Steinwüste, die sich zwar beeindruckend weit vor einem erstreckt, aber so richtig sexy sieht das dann doch nicht aus.

Auch an dem Stellplatz “Port “Beni” an der Westküste sieht es völlig anders aus als auf dem Foto, was wir davon gesehen haben. An die krassen Unterschiede zwischen Ebbe und Flut werde ich mich nicht so schnell gewöhnen. Von einer Wilden Küste sind wir da von Quiberon im letzten Jahr doch ein paar Hausnummern beeindruckenderes gewohnt. Man könnte auch sagen: verwöhnt.

Wir fahren weiter auf die Presqu’île de Plougrescant. Denn hier habe ich einen der wenigen Campingplätze ausbaldowert, der um diese Zeit noch geöffnet hat, denn unsere Stromvorräte niegen sich bedenklich dem Ende zu. Es ist hier ähnlich wie schon in Moncontour. Wir sind nahezu die einzigen Gäste – was einem doppelt komisch vorkommt, wenn man weiß, wie viele Womos hier rumkurven und wie wenige Campingplätze noch auf haben! Aber solange wir dadurch so tolle Stellplätze wie heute kriegen soll uns das mehr als recht sein.

Diesmal auf einer großzügigen Parzelle mit Blick aufs (immer noch abgeebbte) Meer und reichlich Platz in der Sonne, um unseren Tisch und die Stühle rauszuholen. Denn heute genießen wir einfach mal das prächtige Oktoberwetter und lassen es uns mit Kaffee und den Leckereien aus Paimpol und etwas zu Lesen einfach nur gut gehen.

Als die Sonne sich senkt und dann doch etwas an Kraft verliert, hebe ich den Blick und wirklich platt: Da ist ja auf einmal Meer! Wie ist das denn jetzt so schnell passiert? Irre, wie sehr das dann auch die Wirkung der Landschaft beeinflusst!

Wir machen noch einen kleinen Abendspaziergang und genießen die herrliche Ruhe, die hier überall herrscht. Alles wirkt schon ein bisschen so, als würden sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Landschaft auf den Winter vorbereiten.

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