Sacken lassen
17. Oktober 2016

Den grandiosen Tag gestern müssen wir erst mal sacken lassen. Gelingt auch richtig gut, da wir im Gegensatz zu gestern heute einfach mal ’ne Stunde später aufstehen. Und da unsere Brotvorräte aufge­braucht sind, gibt es nur eine Schale Müsli bevor wir nach Paimpol aufbrechen. Dort wollen wir in der Patis­serie, in der es die köstlichen Zitro­nen­tar­te­lettes gab, noch einmal zuschlagen und auch Brot für ein zweites Spätstück kaufen. Aber leider ist heute Montag — der fleißige Blog-Leser weiß also, was das bedeutet: Boulan­gerie zu. Immerhin gibt es aber um die Ecke am Hafen eine geöffnete Bäckerei, so dass wir noch zu Crois­sants, Baguette und sogar einem Zitro­nen­törtchen kommen.

Nachdem wir uns im MoMo das Spätstück haben munden lassen, mache ich fleißiges Bienchen die Blogbei­träge der vergan­genen Tage veröf­fent­li­chungs­fertig. Denn unsere SIM-Karte von “free” ist leider nicht so frei, wie der Name verspricht. In der Werbung werden die fetten 50GB hervor­ge­hoben, die man natürlich in einer Woche fast unmöglich aufbrauchen kann. Was aber nur im klein­ge­druckten steht: Dieses riesige Daten­vo­lumen gilt nur für das 4G-Netz. Dumm nur, dass wir die 3GB, die für das 3G-Netz zur Verfügung stehen, bereits aufge­braucht haben… Jetzt heißt es entweder auf 4G hoffen, oder aber im 3G-Netz gedrosselt zu surfen. Bei weitem nicht so doll wie ich mir das vorge­stellt habe…

Unser Weg führt uns weiter Richtung Westen auf die Halbinsel mit dem klang­vollen Namen Presqu’île Sauvage. Auf der Karte sieht die 3km lange Landzunge Sillon de Talbert sehr bizarr und sehenswert aus.

In der Realität haben wir wohl mal wieder Ebbe. Man ahnt zwar, wo der schmale Streifen bei Flut verlaufen wird. So aber steht man vor einer sandigen Stein­wüste, die sich zwar beein­dru­ckend weit vor einem erstreckt, aber so richtig sexy sieht das dann doch nicht aus.

Auch an dem Stell­platz “Port “Beni” an der Westküste sieht es völlig anders aus als auf dem Foto, was wir davon gesehen haben. An die krassen Unter­schiede zwischen Ebbe und Flut werde ich mich nicht so schnell gewöhnen. Von einer Wilden Küste sind wir da von Quiberon im letzten Jahr doch ein paar Hausnummern beein­dru­cken­deres gewohnt. Man könnte auch sagen: verwöhnt.

Wir fahren weiter auf die Presqu’île de Ploug­re­scant. Denn hier habe ich einen der wenigen Camping­plätze ausbal­dowert, der um diese Zeit noch geöffnet hat, denn unsere Strom­vorräte niegen sich bedenklich dem Ende zu. Es ist hier ähnlich wie schon in Moncontour. Wir sind nahezu die einzigen Gäste — was einem doppelt komisch vorkommt, wenn man weiß, wie viele Womos hier rumkurven und wie wenige Camping­plätze noch auf haben! Aber solange wir dadurch so tolle Stell­plätze wie heute kriegen soll uns das mehr als recht sein.

Diesmal auf einer großzü­gigen Parzelle mit Blick aufs (immer noch abgeebbte) Meer und reichlich Platz in der Sonne, um unseren Tisch und die Stühle rauszu­holen. Denn heute genießen wir einfach mal das prächtige Oktober­wetter und lassen es uns mit Kaffee und den Lecke­reien aus Paimpol und etwas zu Lesen einfach nur gut gehen.

Als die Sonne sich senkt und dann doch etwas an Kraft verliert, hebe ich den Blick und wirklich platt: Da ist ja auf einmal Meer! Wie ist das denn jetzt so schnell passiert? Irre, wie sehr das dann auch die Wirkung der Landschaft beein­flusst!

Wir machen noch einen kleinen Abend­spa­ziergang und genießen die herrliche Ruhe, die hier überall herrscht. Alles wirkt schon ein bisschen so, als würden sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Landschaft auf den Winter vorbe­reiten.

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