Cap und Latte
12. Oktober 2016

Unser erster Plan für heute ist es, endlich mal die SIM-Karte von Free zu besorgen. Soll doch angeblich in jedem Tabac zu kriegen sein! Gestern in Saint Malo war wieder nix zu wollen. Also ändern wir den Schlachtplan für heute und gucken mal in den Tabacs bei Super­märkten und Shopping Malls. Aber weder beim Interspar noch in der großen Shopping-Mall ist etwas zu wollen. Na, dann eben nicht. Müssen wir mit dem Blog-Hochladen noch etwas warten.

Unser Weg führt uns nach Ploubalay. Ein kleines, verschla­fenes Nest mit einem sehr schön angelegten Stell­platz. Wir möchten eigentlich nur mal eben Wasser nachfüllen. Aber da haben wir die Rechnung ohne den Stell­platzwirt von Ploubalay gemacht. Der hat sich nämlich das ultimative Sicher­heits­konzept ausge­dacht und die Einfahrt mit einer Schleuse(!), bestehend aus 2 Metall­toren, gesichert. Und erst, wenn man mit Kredit­karte 2€ für Wasser und 2 Stunden Stell­platz gezahlt hat, öffnet sich das Sesam-öffne-dich. Spooky!

Nach dem Wasser­bunkern nutzen wir unsere 2 Stunden erkaufte Standzeit aus, um eine kleine Ortsbe­gehung zu machen. Aber es ist wirklich nicht viel los (auch der Tabac hat keinen Free-Automaten…), so dass wir im Super­markt ein bisschen Vorräte auffri­schen und dann zum Womo zurück­kehren.

Auf unserem Weg zum Cap Fréhel machen wir noch Station am Fort La Latte. Da hat wohl ein Adliger früher mal gestottert… Die Lage des Forts ist auf jeden Fall superb. Über den Klippen auf einer Landzunge. Und auch das Fort selber ist hübsch anzusehen — um so mehr bei dem momen­tanen Pracht­wetter!

Wir gehen noch ein Stück auf dem Küstenpfad Richtung Cap, weil ein Wegweiser anzeigte, dass man hierüber auch zum Parkplatz käme. Nach mehreren hundert Metern kehren wir aber irritiert um — da hat sich wohl jemand einen Spaß erlaubt. Aber wunder­sa­mer­weise treffen wir am Parkplatz dann auf Leute, die uns auf dem Pfad entge­gen­ge­kommen sind — haben wir wohl etwas zu früh die Flinte ins Korn geworfen…

Kurz vor dem Cap Fréhel steht ein Parkwächter, der 4€ für ein Womo kassieren möchte. Möchten wir aber nicht zahlen. Also fahren wir ein Stück die Küsten­straße entlang, parken am Straßenrand und genießen den Fußweg auf dem Zöllnerpfad durch Stech­ginster und Heide­kraut. Geld gespart und Aussicht gewonnen — win-win!

Der Blick übers Meer und die Küsten­land­schaft ist hier wirklich ausge­sprochen schön — und wir haben das Panorama mal wieder fast für uns alleine, denn man trifft kaum eine Menschen­seele. Aber auch am Cap selbst ist die Zahl der Touristen überschaubar — man kann sich aber lebhaft vorstellen, dass hier im Hochsommer bei lauschen Tempe­ra­turen der Bär steppt.

Da Hunde im Leuchtturm nicht erlaubt sind, mache ich mich alleine daran die Wendel­treppe nach oben zu erklimmen, während Annette und Mia brav warten. Meine Aussichten teile ich ihr dann per Whatsapp mit…

Am kleinen Turm auf dem letzten Zipfel Land entdecke ich dann, dass es auch in der Bretagne Liebes­schlösser gibt — sehr schicke Location!

Als wir zum MoMo zurück­kehren und die tolle Aussicht noch einmal sehen, beschließen wir spontan, auszu­pro­bieren, ob man nicht auf dem Randstreifen halbwegs eben stehen kann, denn hier haben wir wirklich einen Übernach­tungs­platz mit Top-Deluxe-Aussicht! Und man kann hier tatsächlich wunderbar stehen — kitschiger Meeres­son­nen­un­tergang inklusive!

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