Leere Strände, Nudis­ten und Korsa­ren
11. Oktober 2016

Heute werden die Räder gebraucht! Wir beschlie­ßen gerne, noch einen Tag hier stehen zu bleiben und die Küste näher zu erkun­den. Und das geht hier, mit den vielen Womolat­ten und Parkver­bo­ten für Womos und Wohnwa­gen, am besten zu Fuß oder halt per Rad.

Auf dem Weg zum Strand in Guimo­rais machen wir noch kurz Station am Stell­platz in Rothe­neuf, der wirklich sehr schön angelegt ist. Mit Hecken, Strom, WLAN und Ver- und Entsor­gung. Aber wir fühlen uns an unserem Strand­platz gerade mal ausge­spro­chen wohl. Also heute kein Umzug auf den luxuriö­se­ren Platz.

Statt­des­sen geht es weiter an einen Pracht­strand an der Halbin­sel Les Chevrets. Nahezu ausge­stor­ben liegt er vor uns obwohl die Sonne vom Himmel strahlt.

Gut, der Ostwind ist noch eisig und auch im Schat­ten merkt man, dass es heute morgen lausige 4º waren. Aber entspre­chend einge­packt ist es einfach herrlich, die Aussicht auf Strand und Meer zu genie­ßen.

Wir umrun­den die Halbin­sel zu Fuß und sehen schon mal das Kap Frehel, wohin es morgen gehen soll und auch die auf dem trocke­nen liegen­den Boote in der Bucht gehören zu diesem Teil der Breta­gne einfach dazu.

Nach einem kleinen Picknick oberhalb des Stran­des machen wir uns an die Umrun­dung der  nördli­chen Halbin­sel. Ich hatte gelesen, dass am östli­chen Ende des Stran­des Nudis­ten gedul­det würden. Und während wir in unseren dicken Fleece­ja­cken noch witzeln, dass das doch eine Option wäre, sehen wir schon einen älteren Herrn im Windschat­ten der Felsen blank ziehen und auch eine etwas knacki­gere junge Frau macht im Evakos­tüm gymnas­ti­sche Übungen — Sachen gibt’s!

Die Halbin­sel oberhalb der Nudis­ten gehört uns dann nahezu allein. Es ist total ruhig und wir lassen den Blick mehr als einmal in die Ferne über das Meer schwei­fen. Und im Windschat­ten ist auch für uns problem­los T‑Shirt-Tragen angesagt.

Nachdem wir Mia zum MoMo zurück gebracht haben und uns mit einem Kaffee und lecke­ren Karamell­plätz­chen gestärkt haben geht es per Rad nach Saint Malo, welches nur 5km entfernt liegt. Zum einen um die Altstadt in den Festungs­mau­ern Intra Muros zu besich­ti­gen, zum anderen, um vielleicht doch noch an die SIM-Karte von “free” zu kommen, damit die Blogtexte auch mal online gehen können…

Es macht mal wieder Spaß, mit den Rädern unter­wegs sein. Vor allem das Gefühl, völlig problem­los in eine Großstadt zu fahren, ist unschlag­bar. Keine Parkplatz­su­che, kein “passen wir da wirklich durch?”. Einfach die Räder vor den Stadt­mau­ern anket­ten und los geht’s. Fein.

Und von der Altstadt der alten Korsa­ren­stadt sind wir wirklich angetan. Zwar finden sich natür­lich die üblichen Nepp-Läden, aber zumin­dest in homöo­pa­thi­schen Dosen und auch nicht so geschmack­los wie sonst oft. Es lässt sich herrlich schlen­dern.

Und der Blick von der Stadt­mauer aufs Meer und die Insel­chen ist wahrlich nicht schlecht. Findet übrigens auch eine Möwe, die es völlig okay findet, dass wir ihr auf Strei­chel­nähe nah kommen.

Unsere Suche nach einem Restau­rant gestal­tet sich erstaun­lich schwer. Denn viele von ihnen haben heute oder generell schon geschlos­sen, manche öffnen aber auch erst um 19 Uhr. Denn wir sind heute vom Laufen und Radeln hungrig und schon früher als sonst auf der Suche. Annette hat die gute Idee, dass wir uns mit einem Pastis vor eine Bar an einem hübschen blumen­be­bee­te­ten Platz setzen. Aber gerne doch!

Unsere Wahl fällt schließ­lich auf das Restau­rant Mille­sim, was einen origi­nel­len breto­ni­schen Burger anbie­tet — statt des Brötchens gibt es ein Galette oben und unten. Auch der Wirt ist sehr nett. Aber trotz der netten Bewir­tung und der origi­nel­len Idee stellen wir am Ende fest, dass wir in Frank­reich schon deutlich besser geges­sen haben. Nicht schlecht, aber auch keine Empfeh­lung.

Auch mit der Sim-Karte fürs Inter­net ist es wieder nix gewor­den. Trotz­dem brechen wir frohge­mut nach Hause auf. Denn auf uns warten ja ein Hund und ein MoMo…

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